Für mich als älteren Wähler zählte hier nicht der Generationenwechsel, sondern mehr das Vertrauen in einen OB Krause. https://www.sueddeutsche.de/projekte/artikel/muenchen/muenchen-dominik-krause-erfolg-jugend-zukunft-e794164/
Die #Süddeutsche stellt in der heutigen Ausgabe eine vergleichsweise einfache Frage: „Wird die FDP noch gebraucht?“
Nein.
Die SZ thematisiert es heute mal wieder, selbstverständlich digital eingemauert für ihre solventen Abonnent*inn*en: “Umstrittene Kredite: Es riecht nach Finanzkrise – Schattenbanken haben Kredite in Billionenhöhe vergeben. Erste Unternehmen fallen aus, Fonds müssen die Rückgabe aussetzen. Jetzt redet die Finanzbranche über zwei unappetitliche Dinge: einen Crash – und Kakerlaken.” So geht es nun schon seit Monaten. Oder gar Jahren? Sicher ist: es wird kommen. Nur wann? Und wer weiss es zuerst?
Ex-taz-Redakteur Felix Lee schreibt hinter der gleichen Mauer – “Lesedauer 16 Minuten” – das hier: “Billiger Strom ist Chinas groser Trumpf im KI-Wettlauf … Während US- und EU-Rechenzentren unter Kosten und Engpässen leiden, baut China im Rekordtempo aus …” Dä.
Und jetzt stellen wir uns mal ganz dumm. Wie hängt das mit Trumps und Netanyahus Irankrieg zusammen? Wollen sie die Blase jetzt platzen lassen? Und sich, weil sie es vorher wissen, an den Monsterspekulationsgewinnen laben? Ich weisses doch auch nicht. Doch mittlerweile müssen wir alles für möglich halten.
Und hier können Sie es paywallfrei lesen:
Tomasz Konicz/Jungle World: “KI-Blase: Kapitale Kannibalen – Das disruptive Potential der KI-Entwicklung manifestiert sich bereits deutlich in der wachsenden Labilität der Finanzmärkte in den USA.”
Und eine medial unterbelichtete Ergänzung zu den Mördern und Kriegsstrategen gibt es hier:
Stephan Roll/Qantara: “Angriff auf Iran: Wollten die Saudis diesen Krieg? – Saudi-Arabiens Kalkül könnte ein anderes sein, als viele denken. Zwar fliegen Raketen und Drohnen auf Doha, Dubai und auch auf Riad. Doch einiges spricht dafür, dass sich das Königreich vom Irankrieg auch Vorteile erhofft.”
Freund Küppi kommentiert heute die Debatte um digitale Gewalt so: “Herr Küppersbusch, was war schlecht letzte Woche? – ‘Gewaltschutzgesetz’ interessiert niemand. – Und was wird besser in dieser? – ‘Gewaltschutzgesetz’ trotzdem fast fertig. – Was haben Sie Ende der vergangenen Woche über digitale Gewalt gelernt? – Zu viel. Das wollte niemand und muss doch jeder wissen. Derzeit liegt die allerdings opulente Schilderung einer Konfliktpartei vor; und die Wucht der digitalen Bemeinung und Verurteilung schreit nicht danach, noch mehr draufzusoßen an Gratismut.” Da schliesse ich mich an. Meredith Haaf bemeint in einem der wenigen paywallfreien SZ-Texte trotzdem.
Und ihre Feststellungen sind so wenig falsch, wie die von Küppi. “Es ist einfach zu viel gewesen. Seit Monaten die tägliche Lektüre zum patriarchalen Missbrauchsapparat von Jeffrey Epstein; der Fall Pelicot, der P.-Diddy-Prozess; die laut BKA steigende Zunahme häuslicher und sexueller Gewalt; die Existenz der widerwärtigen, frauenfeindlichen Musk-KI Grok und die offenbar stramme Nachfrage nach Programmen, um vor allem Frauen und Kinder virtuell zu entkleiden. Und dann wäre da noch eine solide Femizid-Rate, gegen die sich offenbar so gar nichts ausrichten lässt.”
Und
“Jede vierte Frau in Deutschland erlebt mindestens einmal im Leben Gewalt durch den (Ex-)Partner. Millionen pornografische Deepfakes von privaten und prominenten Menschen, von ganz jung bis alt geistern im Netz. Man darf glauben, dass Frauen es ernst meinen, wenn sie jetzt zueinander oder auf Social Media sagen: ‘Es fühlt sich an, als würden Männer Krieg gegen uns führen.’ Man muss verstehen, dass hier jenseits aktueller Nachrichtenstorys Vertrauen massiv erodiert, und damit das Wichtigste, das Beziehungen und Gesellschaft zusammenhält.”
Hier würde ich lediglich einwenden, dass diese Gesellschaft schon sehr lange von einer Art Nichts nicht mehr zusammengehalten wird. Real existierender Kapitalismus. Denn in Haafs Zwischenüberschruft heisst es ebenfalls sehr richtig: “Vor maßlosem Willen zur Macht schützt kein Gesetz und keine Polizei”. So ist es. Darum kann ich ihr – weil ich über das Politbusiness “zu viel” weiss, misstrauisch geworden in diesem Satz nicht ganz folgen, auch wenn ich den Gedanken dahinter nachvollziehen kann: “Es ist ein Lichtblick, dass keine vier Tage zwischen dem Beginn der Debatte und der ersten Demonstration gegen sexualisierte Gewalt und für gesetzlichen Schutz gegen Deepfakes vergangen sind.” Nein, das ist – für mich – eher beunruhigend. Weil sie letztendlich mit ihrem Schlusssatz wieder Recht hat: “Doch vor dem maßlosen Willen zur Macht, dem sich Frauen durch Männer immer wieder ausgesetzt sehen, schützt kein Gesetz und keine Polizei. Der muss weg, wenn Frauen wirklich frei sein sollen.”
Von diesem “maßlosen Willen zur Macht”, das weiss spätestens seit “Epstein” die ganze Welt, die Sphäre der Politik bestimmt und regiert wird, wie die der Medien, die sich derzeit an dieser Story delektieren. Frau Haaf möge sich nur mal in ihrer Redaktion und ihrem Verlag umsehen (was sie mit Sicherheit längst getan hat).