Der Tod der Eigenverantwortung oder: Vielleicht war diese ganze „Präsidenten“- Sache doch eine schlechte Idee

Diese Woche hat der Präsident der Vereinigten Staaten Völkermord versprochen, und alle (mich eingeschlossen) warten darauf, dass andere sich darum kümmern. „Wo sind die Revolutionäre?“, posten die Leute. „Warum sind die Straßen nicht voller Anti-Kriegs-Demonstranten?“, posten die Leute. „Warum wurde der 25. Verfassungszusatz nicht angewendet, um Trump aus dem Amt zu entfernen?“, posten die Leute.

Hier bin ich und poste. Vor ein paar Jahrzehnten nahm ich die Fähre von Finnland nach Schweden, dank der Freundlichkeit einiger Fremder, die beschlossen hatten, mir in einer Schwulenbar in Helsinki Geld zu geben. Nun ja, eigentlich lag ich draußen bewusstlos in der Gosse, aber diese Geschichte müssen wir nicht erzählen. Wichtig war, dass ich auf einer Nachtfähre war und diejenigen von uns, die kein Geld für Privatzimmer hatten, alle auf Sitzen oder auf dem Teppichboden im Hauptdeck schliefen.

Kurz bevor wir Stockholm erreichten, fing ein Mann an, seine Frau auf Schwedisch anzuschreien, und wir alle, etwa dreißig Leute, starrten entsetzt hin, und lange Zeit tat keiner von uns etwas. Ich dachte mir: „Alle anderen um mich herum wissen, was gesagt wird, also liegt es an ihnen, etwas zu tun.“ Ich weiß nicht, welche Ausrede sich alle anderen um mich herum ausgedacht haben, aber sie haben sich jedenfalls aus dem Staub gemacht. Vielleicht dachten sie, das sei eine Sache für die Polizei.

Schließlich hob der Mann die Faust. Ich und ein junger Mann standen auf und gingen auf den Angreifer zu. Ich glaube, ich habe „Was zum Teufel!“ geschrien, aber ich bin mir nicht sicher. Der Mann senkte die Faust, eingeschüchtert und verstummt.

Ich bezweifle, dass ich viel dazu beigetragen habe, das Problem langfristig zu lösen, aber ich bin gleichermaßen stolz auf mich, dass ich mich gewehrt habe, und beschämt, dass es so lange gedauert hat.

Seitdem habe ich über den Bystander-Effekt nachgedacht. Wie es in einer Menschenmenge leicht ist zu glauben, dass die Lösung eines Problems in der Verantwortung von jemand anderem liegt.

Hier sind wir nun, im Jahr 2026. Die USA werden von einem verrückten König regiert, und keiner von uns weiß, was zu tun ist.

Wir befinden uns gerade in einer seltsamen Zwickmühle, in der niemand das Gefühl hat, viel Einfluss zu haben.

Die demokratischen Politiker im Kongress (diejenigen, die tatsächlich versuchen, die Welt zu verbessern) fühlen sich machtlos, weil sie nicht die Mehrheit haben und auf die Wahlen warten. Es mag stimmen, dass sie machtlos sind, aber es wirkt wie Karrierismus, wenn sie zahnlose Erklärungen über eine Abstimmung zum Amtsenthebungsverfahren veröffentlichen.

Unterdessen wirken die blauen Staaten machtlos, weil sie nicht diejenigen sein wollen, die einen Streit mit der Bundesregierung anzetteln und einen Bürgerkrieg auslösen. Das ist eine berechtigte Sorge: Es gibt keinen konkreten Grund zu der Annahme, dass die antifaschistische Seite einen offenen Krieg zwischen Blau und Rot gewinnen würde. Doch jeder Bürgermeister und Gouverneur, der seine Polizei nicht damit beauftragt, ICE-Beamte festzunehmen, gibt zu, dass das Gesetz (und die Moral) für ihn weniger wichtig sind als die Machtstrukturen. Sie geben zu, dass Gesetze nur existieren, um die Handlungen der Machtlosen zu kontrollieren.

Die Angst vor einem Bürgerkrieg erklärt nicht, warum die blauen Staaten ihr politisches Kapital darauf verwenden, ihre eigene Bevölkerung durch Gesetze gegen den zweiten Verfassungszusatz zu entwaffnen. Wenn es jemals einen Moment gab, in dem wir wollen, dass Liberale und Progressive Zugang zu Schusswaffen haben, dann ist es genau jetzt, am Rande eines groß angelegten Konflikts. Es erklärt auch nicht, warum die blauen Staaten sich beeilen, Gesetze zu verabschieden, die in die Privatsphäre eingreifen, wie die Altersüberprüfungssysteme, die versprechen, die Anonymität im Internet zu zerstören, oder Gesetze gegen 3D-Druck, die den Menschen das Recht nehmen, zu forschen und zu erschaffen.

(...)

Weiterlesen in meiner Übersetzung des Textes "The Death of Agency or: maybe this whole "president" thing was a bad idea" von Margaret Killjoy / @margaret vom 08. April 2026

#Anarchismus #Revolution #Stellvertreterdenken #NoKings #Reformismus #DonaldTrump

@wutti @kalauer Ich denke, dass das Problem sehr viel tiefer als in der Kombination der Parteien liegt. Eine Kombination aus #Kapitalismus und unserem #Parlamentarismus scheint in sich angreifbar und fehlerbehaftet. Allein #Lobbiysmus ist einer der größten Angriffsvektoren auf das bestehende System. Ich frage mich offen, wie weit die Herrschafts- und Verteilungsprämisse durch #Reformismus, im Sinne einer Verbesserung der Lebensumstände, verbesserbar sind?

Deutschland: Regression und Doppeldenk

Der Wiedereinzug der populistisch verwahrlosten „Linkspartei“ in den Bundestag kommt einer Katastrophe für die deutsche Restlinke gleich.

"Faktisch betreibt die Linkspartei soziale Demagogie, indem sie den Menschen süsse Lügen und Halbwahrheiten über eine Rückkehr des Sozialstaates verkauft."

https://www.untergrund-blättle.ch/politik/deutschland/deutschland-regression-und-doppeldenk-008956.html

#PdL #ParteiDieLinke #Deutschland #Reformismus

Deutschland: Regression und Doppeldenk

Der Wiedereinzug der populistisch verwahrlosten „Linkspartei“ in den Bundestag kommt einer Katastrophe für die deutsche Restlinke gleich.

Untergrund-Blättle

Ist doch eigentlich immer das gleiche  

Screenshot aus "Dimitris Koufontinas: Geboren am 17. November — Eine Geschichte der griechischen #Stadtguerilla"

#Metapolitefsi ist die Transformationsperiode nach dem Sturz der Militärdiktatur in #Griechenland 1975.

#DimitrisKoufontinas #RadikaleLinke #Reformismus #Literatur #BewaffneterKampf

Das Zitat muss ich als Bildbeschreibung noch nachliefern

Nicht bloß eine Frage des Glaubens

Demokratie in Bedrängnis: Der Berliner Philosoph Volker Gerhardt rekonstruiert die philosophisch-politische Diskussion um sie seit der Antike
Die Welt als Wille und Vorstellung. Bei Volker Gerhardts neuestem Werk fühlt man sich an Arthur Schopenhauers Klassiker von 1844 erinnert.
Weltweit ist die Demokratie unter Beschuss: Diktatoren bauen sie zur […]

https://extradienst.net/2023/06/10/nicht-bloss-eine-frage-des-glaubens/

Nicht bloß eine Frage des Glaubens

Demokratie in Bedrängnis: Der Berliner Philosoph Volker Gerhardt rekonstruiert die philosophisch-politische Diskussion um sie seit der Antike Die Welt als Wille und Vorstellung. Bei Volker Gerhardts neuestem Werk fühlt man sich an Arthur Schopenhauers Klassiker von 1844 erinnert.

Beueler-Extradienst

Gebt den #Aktivismus auf! — Ein Versuch, zum Nachdenken über die Herausforderungen anzuregen, vor denen wir stehen, wenn wir es wirklich ernst meinen mit unserer Absicht, die kapitalistische Produktionsweise abzuschaffen.

https://schwarzerpfeil.de/2021/02/16/gebt-den-aktivismus-auf-andrew-x/

#kapitalismus #direkteaktion #revolution #reformismus

Gebt den Aktivismus auf! - Andrew X

Beitrag von: Libri Felis Nigrae Ein Problem, das beim Aktionstag am 18. Juni1 deutlich wurde, war die Annahme einer aktivistischen Mentalität. Dieses Problem wurde beim 18. Juni besonders deutlich, gerade weil die an der Organisation beteiligten Menschen und die Menschen, die am Tag selbst beteil

SchwarzerPfeil

Gedanken | Reformismus ist Mist!

Gerade eben habe ich auf tagesschau.de diesen Artikel gelesen das es der Bundestag immer noch nicht geschafft hat sich zu reformieren, um zu verhindern das der nach den nächsten Bundestagswahlen nicht nur randvoll ist, sondern aus allen Nähten platzt. Leider ist das nicht nur ein Problem das den Bundestag an sich betrifft, sondern es ist für den Reformismus symptomatisch. Reformismus an sich beschreibt den Ansatz das eine Partei versucht das bestehende System eines Landes Schritt für Schritt und ohne revolutionäre Aktion tiefgreifend zu verändern. Das Paradebeispiel dafür ist die SPD, aber auch die Linke geht inzwischen in eine reformistische Richtung. Wohin der Reformismus in der Realität führt, können wir wenn wir in die Welt schauen jedoch genau sehen, er führt letztendlich zu nichts! Sicher er hat einiges gutes Erreicht, aber um welchen Pr…

https://www.tagesschau.de/inland/wahlrecht-reform-parteien-bundestag-101.html
https://de.wikipedia.org/wiki/Reformismus https://talk.anarchismus.xyz/display/f9b88ec4-205e-6de9-b799-20f357361725

Wie die Parteien an ihrer eigenen Regulierung scheitern

Es wird eng im Bundestag. Nach der nächsten Wahl müssen Mitarbeiter womöglich auf Container ausweichen. Die Parteien schaffen es wieder nicht, sich selbst zu regulieren - die Angst um den eigenen Sitz geht um.