@wutti @kalauer Ich denke, dass das Problem sehr viel tiefer als in der Kombination der Parteien liegt. Eine Kombination aus #Kapitalismus und unserem #Parlamentarismus scheint in sich angreifbar und fehlerbehaftet. Allein #Lobbiysmus ist einer der größten Angriffsvektoren auf das bestehende System. Ich frage mich offen, wie weit die Herrschafts- und Verteilungsprämisse durch #Reformismus, im Sinne einer Verbesserung der Lebensumstände, verbesserbar sind?

Ein kleines Gedankenexperiment: Die Alles-Richtig-Partei.

Stellen wir uns eine Partei vor, die Alles-Richtig-Partei. Wie der Name bereits vorwegnimmt, ist er Programm. Diese Partei macht alles richtig. Ihr Programm ist makellos. Nachhaltigkeit ohne Greenwashing. Soziale Sicherheit für alle. Renten, von denen man leben kann. Arbeit für alle, die arbeiten wollen. Gesundheit als öffentliches Gut. Kein Mensch lebt in Armut, niemand fällt durchs Raster. Alles ist finanzierbar, alles ist gerechnet, alles ist belegt.

Die Partei beginnt klein. Sehr klein. Ein paar Idealisten, einige PDFs auf einer schlecht gepflegten Website, zwei Social-Media-Kanäle mit vierstelligen Followerzahlen. Man erklärt geduldig, warum die Verstaatlichung des Gesundheitswesens effizienter, günstiger und menschlicher ist. Man erklärt, warum neoliberale Dogmen empirisch gescheitert sind. Man erklärt sehr viel und kann dies mit Zahlen belegen. Ihr Problem ist, dass niemand zuhört.

Die Algorithmen bevorzugen Empörung über Kohärenz. Die Alles-Richtig-Partei produziert keine Skandale, keine zugespitzten Feindbilder, keine verkürzten Schuldzuweisungen. Erst nach Monaten erreicht man überhaupt Menschen außerhalb der eigenen Blase. Wahlkampfstände werden besucht, meist von Leuten, die ohnehin zustimmen.

Bei der ersten Bundestagswahl scheitert man erwartbar an der Fünf-Prozent-Hürde. "Zu wenig bekannt", heißt es. "Zu unsympathisch", sagen andere. Einige Medien ignorieren die Partei vollständig. Andere, wirtschaftsnahe, Medienhäuser sprechen von "Planwirtschaft", "Enteignung" und "SED 2.0". Dass die Begriffe analytisch leer sind, spielt keine Rolle. Sie funktionieren.

Die Partei wächst trotzdem. Langsam, aber stetig. Die Realität liefert Argumente frei Haus. Inzwischen, ist man tatsächlich auch Gast in Talkshows im ÖRR - auch wenn man da immer nur als Prügelknabe fungiert, verfangen Argumente tatsächlich bei einigen Wählern.

Beim nächsten Mal reicht es. Der Einzug in den Bundestag gelingt.

Hier beginnt der eigentliche Teil des Experiments. Im Parlament stellt die Partei fest, dass sie zwar Recht hat, aber keine Macht. Die Alles-Richtig-Partei bringt Gesetzentwürfe ein, die objektiv sinnvoll sind die in der Bevölkerung viel Rückhalt haben würden, diese werden aber abgelehnt, weil man das eben so bei politischen Gegnern macht.

Nach Jahren kommt das Angebot: Regierungsbeteiligung. Juniorpartner. Von einer historischen Chance, spricht der Parteivorstand. Man könne endlich mitgestalten, statt nur zu blockieren. Der Koalitionsvertrag ist bereits ein erstes Lehrstück. Von den ursprünglichen Forderungen bleiben Formulierungen wie "wird geprüft", "wir streben an" und "unter Berücksichtigung wirtschaftlicher Leistung". Von dem einstigen Alles-Richtig-Wahlprogramm ist wenig geblieben.

In der Regierung wird es nicht besser. Jeder Gesetzesentwurf wird verhandelt, abgeschliffen, entschärft. Wirtschaftsverbände melden "Bedenken" an. Lobbys drohen mit Investitionsrückzug. Medien sprechen von "Belastung für die Wirtschaft" und fahren eine mediale Kampagne, die sich nicht nur gegen den Gesetzesentwurf richtet, sondern auch gegen die Personen dahinter. Obwohl das Gesetz, das Leben vieler Menschen besser machen würde, gehen genau diese Menschen nun auf die Straße, weil rechte und wirtschaftsnahe Interessensgruppen mobilisieren. Der Koalitionspartner mahnt zur "Koalitionsdisziplin". Am Ende entsteht ein Gesetz, das mit dem ursprünglichen Konzept nur noch den Namen teilt.

Am Ende der Legislaturperiode steht eine ernüchternde Bilanz. Man hat vieles versucht, vieles erklärt, wenig erreicht. Die Umfragewerte sinken. Man verliert die Glaubwürdigkeit. Unseriöse Medien werden ihre Kampagne noch weit in die nächste Regierungsphase weiterfahren - als Mahnmal gegen progressive Politik. Die seriöseren Medien sprechen von "Enttäuschung" und "fehlender Durchsetzungskraft".

Dass die strukturellen Machtverhältnisse das eigentliche Problem sind, wird selten thematisiert, weil der Parlamentarismus als Bühne demokratischer Mitbestimmung inszeniert ist, tatsächlich aber so konstruiert wurde, dass er Konflikte nicht löst, sondern verwaltet. Reformismus innerhalb dieses Systems endet zwangsläufig in Minimalreformismus, sobald organisierte Interessen, Kapitalmacht und Lobbystrukturen den politischen Prozess dominieren und jede grundlegende Veränderung in verhandelbare, entschärfte und letztlich folgenlose Kompromisse zerlegen.

Das Gedankenexperiment zeigt, dass nicht der Mangel an Lösungen das Problem ist, sondern ein politisches System, das selbst perfekte Lösungen strukturell nicht zulässt. Die Dominanz der Wirtschaft über nahezu jedes politische Thema macht progressive, linke und grüne Politik unmöglich.

#depol #parlamentarismus #reformismus

Deutschland: Regression und Doppeldenk

Der Wiedereinzug der populistisch verwahrlosten „Linkspartei“ in den Bundestag kommt einer Katastrophe für die deutsche Restlinke gleich.

"Faktisch betreibt die Linkspartei soziale Demagogie, indem sie den Menschen süsse Lügen und Halbwahrheiten über eine Rückkehr des Sozialstaates verkauft."

https://www.untergrund-blättle.ch/politik/deutschland/deutschland-regression-und-doppeldenk-008956.html

#PdL #ParteiDieLinke #Deutschland #Reformismus

Deutschland: Regression und Doppeldenk

Der Wiedereinzug der populistisch verwahrlosten „Linkspartei“ in den Bundestag kommt einer Katastrophe für die deutsche Restlinke gleich.

Untergrund-Blättle

Ist doch eigentlich immer das gleiche  

Screenshot aus "Dimitris Koufontinas: Geboren am 17. November — Eine Geschichte der griechischen #Stadtguerilla"

#Metapolitefsi ist die Transformationsperiode nach dem Sturz der Militärdiktatur in #Griechenland 1975.

#DimitrisKoufontinas #RadikaleLinke #Reformismus #Literatur #BewaffneterKampf

Das Zitat muss ich als Bildbeschreibung noch nachliefern

Nicht bloß eine Frage des Glaubens

Demokratie in Bedrängnis: Der Berliner Philosoph Volker Gerhardt rekonstruiert die philosophisch-politische Diskussion um sie seit der Antike
Die Welt als Wille und Vorstellung. Bei Volker Gerhardts neuestem Werk fühlt man sich an Arthur Schopenhauers Klassiker von 1844 erinnert.
Weltweit ist die Demokratie unter Beschuss: Diktatoren bauen sie zur […]

https://extradienst.net/2023/06/10/nicht-bloss-eine-frage-des-glaubens/

Nicht bloß eine Frage des Glaubens

Demokratie in Bedrängnis: Der Berliner Philosoph Volker Gerhardt rekonstruiert die philosophisch-politische Diskussion um sie seit der Antike Die Welt als Wille und Vorstellung. Bei Volker Gerhardts neuestem Werk fühlt man sich an Arthur Schopenhauers Klassiker von 1844 erinnert.

Beueler-Extradienst

Gebt den #Aktivismus auf! — Ein Versuch, zum Nachdenken über die Herausforderungen anzuregen, vor denen wir stehen, wenn wir es wirklich ernst meinen mit unserer Absicht, die kapitalistische Produktionsweise abzuschaffen.

https://schwarzerpfeil.de/2021/02/16/gebt-den-aktivismus-auf-andrew-x/

#kapitalismus #direkteaktion #revolution #reformismus

Gebt den Aktivismus auf! - Andrew X

Beitrag von: Libri Felis Nigrae Ein Problem, das beim Aktionstag am 18. Juni1 deutlich wurde, war die Annahme einer aktivistischen Mentalität. Dieses Problem wurde beim 18. Juni besonders deutlich, gerade weil die an der Organisation beteiligten Menschen und die Menschen, die am Tag selbst beteil

SchwarzerPfeil

Gedanken | Reformismus ist Mist!

Gerade eben habe ich auf tagesschau.de diesen Artikel gelesen das es der Bundestag immer noch nicht geschafft hat sich zu reformieren, um zu verhindern das der nach den nächsten Bundestagswahlen nicht nur randvoll ist, sondern aus allen Nähten platzt. Leider ist das nicht nur ein Problem das den Bundestag an sich betrifft, sondern es ist für den Reformismus symptomatisch. Reformismus an sich beschreibt den Ansatz das eine Partei versucht das bestehende System eines Landes Schritt für Schritt und ohne revolutionäre Aktion tiefgreifend zu verändern. Das Paradebeispiel dafür ist die SPD, aber auch die Linke geht inzwischen in eine reformistische Richtung. Wohin der Reformismus in der Realität führt, können wir wenn wir in die Welt schauen jedoch genau sehen, er führt letztendlich zu nichts! Sicher er hat einiges gutes Erreicht, aber um welchen Pr…

https://www.tagesschau.de/inland/wahlrecht-reform-parteien-bundestag-101.html
https://de.wikipedia.org/wiki/Reformismus https://talk.anarchismus.xyz/display/f9b88ec4-205e-6de9-b799-20f357361725

Wie die Parteien an ihrer eigenen Regulierung scheitern

Es wird eng im Bundestag. Nach der nächsten Wahl müssen Mitarbeiter womöglich auf Container ausweichen. Die Parteien schaffen es wieder nicht, sich selbst zu regulieren - die Angst um den eigenen Sitz geht um.