**Projektbericht: Upgrade der PV-Anlage auf Victron-System**
Am vergangenen Wochenende wurde die bestehende, Orion-gesteuerte „Rebellen-Solar-Anlage“ erfolgreich auf ein System mit einem **Victron MultiPlus II** umgerüstet.
**1. Standort und Vorbereitung**
Die Installation erfolgte mangels eines (offiziell existierenden) Kellers in der Küche. Besonderes Augenmerk lag auf kurzen Leitungswegen zum Sicherungskasten und den MPPTs sowie einer sauberen Verlegung in Kabelkanälen. Da die kritische IT-Infrastruktur im Haus (Server, „Kuschelmammut“) keine längeren Ausfallzeiten toleriert, wurde die Überbrückungszeit der USVs durch eine zusätzlich bereitgestellte, voll geladene EcoFlow abgesichert.
**2. Hardware-Konfiguration (System „Hardcore-Otaku“)**
Die Komponenten wurden fachgerecht installiert und intern wie folgt benannt:
**Wechselrichter:** Victron MultiPlus II (*„Nadia“*)
**Steuereinheit:** Cerbo GX (*„Sakura“*)
**Laderegler:** 2x MPPT (*„KeroChan“* & *„KeroChan II“*)
**Speicher:** Pylontech C3000 Blöcke (*„Utena“*)
**Zusatzkomponenten:** Lynx Distributor, Phoenix 250 Wechselrichter (*„Hinotori“*) sowie ein 48V/12V-Transformator zur Versorgung der temperaturgesteuerten Schaltschrank-Lüftung.
**3. Technische Herausforderungen: Verkabelung und Lastmanagement**
Bei der Montage der Batterien trat ein Kompatibilitätsproblem auf: Die beschafften Rohrkabelschuhe (35–50 mm²) passten nicht zu den benötigten 25 mm²-Anschlüssen. Nach rechnerischer Prüfung der Leitungsquerschnitte (theoretisches Minimum 16 mm²) wurde vorerst mit nur einem25 mm² Kabel verkabelt. Da erste Lasttests bei 4000 W (ca. 85 A Gesamtlaufladung) eine unerwünschte Wärmeentwicklung zeigten, wurde das System softwareseitig wie folgt begrenzt:
**Lade-/Entladelimit:** 2500 W (entspricht ca. 20 A pro Batterieblock). Dies gewährleistet einen thermisch stabilen Betrieb und schont die Pylontech-Zellen.
Wir werden auf jedenfall noch ein 2. Kabel an der Batterie anschliessen, wie geplant, um die Leistung bei Bedarf steigern zu können.
**4. Inbetriebnahme und Software-Integration**
Die physische Inbetriebnahme verlief ohne kritische Zwischenfälle („thermonuklearer Notfall“ blieb aus). Folgende Software-Hürden mussten jedoch genommen werden:
**MPPT-Konfiguration:** Der zweite Laderegler erkannte die Systemspannung nicht automatisch. Eine manuelle Umstellung auf 48 V über das Smartdisplay löste das Problem.
**Smart-Meter-Bug:** Der Shelly Pro 3EM lieferte nach der Einbindung in die Venus-OS-Oberfläche (Sakura) fehlerhafte Werte. Nach Analyse der aktuellen Firmware-Version wurde die Standard-Einbindung gelöscht und durch eine alternative Implementierung ersetzt, was die Datenintegrität wiederherstellte.
**5. Fazit und Monitoring**
Nach Abschluss der Hardware-Arbeiten erfolgte am Montag die Einbindung der Daten via **Node-RED** in das bestehende **FHEM-System**. Die Benutzeroberflächen wurden entsprechend aktualisiert.
**Status:** Das System ist vollumfänglich betriebsbereit. Puh.
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