Kulturenbühne Weihnachtsmarkt ...
Ernst Jäckh reiste 1908 ins Osmanische Reich und erlebte die jungtürkische Revolution hautnah. In "Der aufsteigende Halbmond" verknüpft er Orientromantik mit politischen Zukunftsentwürfen – zwischen biblischen Landschaften und deutschen Modernitätsansprüchen.
Ernst Jäckh (1875–1959) begann seine journalistische und publizistische Laufbahn in Heilbronn in Schwaben, wo er als Chefredakteur der „Neckar-Zeitung“ das Blatt von einer regionalen zu einer national bekannten Zeitung machte. Er trug bei den Reichstagswahlen 1907 maßgeblich zum Erfolg von Friedrich Naumann bei. Auf Naumanns Empfehlung hin unternahm Jäckh im Anschluss eine Reise in den „Orient“, um sich von den Anstrengungen des Wahlkampfs zu erholen. In diesem Beitrag soll vor allem Jäckhs Werk „Der aufsteigende Halbmond“ untersucht werden, in dem er seine Erlebnisse im Osmanischen Reich in den Jahren 1908/1909 schildert. Er betrat türkischen Boden erstmals inmitten der jungtürkischen Revolution und war sofort von der Aufbruchsstimmung des revolutionären Augenblicks fasziniert. Seine Reise führte ihn durch weite Teile des kleinasiatischen Osmanischen Reiches, wobei er seine Eindrücke detailliert dokumentierte. Besonders spannend sind dabei seine romantischen Vorstellungen „biblischer Landschaften“ sowie seine Sicht auf den Islam, die sich von der vieler kontemporärer Kollegen unterschied.
Den #Linksliberalismus der 2020er mit dem #Orientalismus des 19. Jh zu vergleichen und dabei die Anhänger des Rechtspopulismus zu edlen Wilden zu stilisieren, die sich nur dem ihnen aufgezwungenen #Kulturkanpf entgegen stemmen, ist intellektueller Barock - aber immerhin satisfaktionsfähig.
Die Idee geht natürlich zu weit und exkulpiert jene, die sich politische Meinungsbildung im billigen Populismus allzu leicht machen. Außerdem bedient sie - wieder mal - das wohlfeile Motiv von pöbelnden Rassisten als armen Opfern des Establishments.
Eigentlich könnte man den Aufsatz damit als ungewöhnlich belesenen Salonrassismus entlarven und ad acta legen. Es liegt aber ein Körnchen Wahrheit darin, das der Rettung wert ist:
Wir gebildeten, privilegierten linksliberalen neigen tatsächlich dazu, auf andere herabzuschauen und augenrollend deren Dummheit als Ursache aller Probleme zu beklagen.
Das ist ein echter Fehler, der uns gangbare Wege verbaut. Das können wir besser. Auch wenn's lästig ist.
https://www.nzz.ch/feuilleton/kleinbuerger-und-arbeiter-sind-die-neuen-wilden-ld.1848131
Die #Tagung "'Schöne Europäerinnen', 'Beutetürkin' und 'schwartze Africaner': Galanterie, #Kolonialismus und und #Orientalismus um 1700" wird vom 30. Mai bis 2. Juni 2024 in n Wandersleben bei Erfurt stattfinden.
📌Weitere Informationen + Programm:
https://avldigital.de/de/vernetzen/details/event/schone-europaerinnen-beutetuerkin-und-schwartze-africaner-galanterie-kolonialismus-und-orien/ #postcolonial #literaryhistory #literaturehistory #fidavlnews
Anfang des Jahres ist im #CampusVerlag das Buch „Nachdenken über #Tibet. Chinesische Ansichten zur #Orientalismus-Debatte“ von Wang Hui in der deutschen Übersetzung von Carsten Schäfer erschienen.
🔗 Mehr Infos unter: https://gab.hypotheses.org/13432
In der Reihe “China – Normen, Ideen, Praktiken” ist ein weiterer Band erschienen. “Nachdenken über Tibet. Chinesische Ansichten zur Orientalismus-Debatte” von Wang Hui, Sabine Dabringhaus (Hg.), Thomas Duve (Hg.), Hans van Ess (Hg.), Albrecht Graf von Kalnein...
Bin fast vom Stuhl gefallen. Streetwork bringt „Migranten“ und „Gewalt“ in einen sehr sehr (sehr!) vorurteilsbehafteten Zusammenhang. Reflexives Denken komplette Fehlanzeige. Was genau studieren diese Leute noch mal?
#Rassismus, gepaart #Orientalismus. Ganz toll.