Der infologische Zeitriss (Kurzfassung)

Viele Kommunikationsmodelle tun so, als gäbe es nur zwei Punkte: Sender → Empfänger.

In Wirklichkeit existiert fast immer ein dritter Punkt.

A = Autor B = tatsächlicher Empfänger C = vorgestellter Empfänger

Der Autor schreibt selten direkt fĂźr B. Er schreibt fĂźr ein Bild von B.

Zwischen diesem vorgestellten Leser (C) und dem tatsächlichen Leser (B) entsteht ein zeitlicher Riss.

Information bewegt sich daher nicht linear. Sie bewegt sich durch ein Dreieck.

Entlang der Kanten entstehen Verluste:

– Missverständnisse – algorithmische Verzerrung – Plattformökonomie – Aufmerksamkeitsdissipation

Die Restwärme verdampft auf den Kanten.

Viele Plattformen leben genau davon: A produziert fßr B, während C den Wert extrahiert.

Das Dreieck ist daher die typische Struktur proprietärer Kommunikation.

Die Alternative ist eine andere Geometrie.

Das sogenannte Steiner-Problem zeigt: Die kĂźrzeste Verbindung zwischen drei Punkten entsteht nicht im Dreieck, sondern Ăźber einen gemeinsamen inneren Knoten.

Eine Y-Struktur.

Dieser Knoten ist kein Akteur, sondern ein Zugangspunkt.

Ein offener Informationsort.

Damit Information dort funktionieren kann, braucht er vier Eigenschaften:

• Datensparsamkeit • Datenklarheit • Datenzuverlässigkeit • Erreichbarkeit

Der entscheidende Punkt ist Erreichbarkeit.

Reichweite bedeutet viele Empfänger zu erreichen. Erreichbarkeit bedeutet fßr unbekannte Empfänger auffindbar zu bleiben.

Der Autor muss also erreichbar sein fĂźr jemanden, den er nicht kennt.

Der tatsächliche Empfänger B kann später selbst zum Autor A′ werden.

Information bewegt sich dadurch nicht als Linie, sondern als Kette von Knoten durch die Zeit.

Infologischer Lehrsatz:

Information entsteht im zeitlichen Riss zwischen vorgestelltem und tatsächlichem Empfänger.

Und:

Reichweite ist nicht Macht. Erreichbarkeit ist Infrastruktur.

#Infologie #ZeitRiss #SteinerProblem #Kommunikation #InformationsÜkonomie #Restwärme #Netzwerktheorie #OffeneNetze #Fediverse #NOT4BFLU55

Nimmermehr! https://www.nimmermehr.rip/posts/ydreieck

„Bruno Latour hat maßgeblich dazu beigetragen, die Beziehung von uns Menschen zum Planeten als Ganzem zum philosophischen Problem zu machen.“ Philipp Sarasin | #Relationen #Netzwerktheorie https://geschichtedergegenwart.ch/menschen-und-nichtmenschen-zum-tod-von-bruno-latour/
Menschen und Nichtmenschen. Zum Tod von Bruno Latour

Mehr als menschlich: Bruno Latour hinterlässt ein ungewÜhnliches Werk, das mitten in die Frage nach der Gemachtheit von wissenschaftlichen Wahrheiten fßhrt. Er entfaltete eine Philosophie des Relationalen, das rein menschliche Beziehungen ßbersteigt.

Geschichte der Gegenwart
"Den Dingen eine Stimme geben". Dirk Baecker wĂźrdigt zum Tod von Bruno Latour dessen #Netzwerktheorie | #CriticalZone
https://share.deutschlandradio.de/dlf-audiothek-audio-teilen.html?audio_id=dira_DRK_c1319c87
Alles wirkt mit allem zusammen: Zum Tod des Soziologen Bruno Latour

Deutschlandfunk Kultur
#Digitalisierung #Netzwerktheorie - Unser Leben in Netzwerken - Dokumentation Networld - Film von Niall Ferguson - "... das Wirken von Netzwerken war aber praktisch schon immer da." - Guter Beitrag von Peter Osteried https://www.golem.de/news/dokumentation-networld-ein-praegnanter-blick-auf-unser-leben-in-netzwerken-2210-168746.html
Dokumentation Networld: Ein prägnanter Blick auf unser Leben in Netzwerken - Golem.de

Netzwerke gab es schon immer, das Internet forciert sie. Die Dokumentation Networld sieht sich diese Netzwerke aus unterschiedlichsten Perspektiven an.

Golem.de

"...Die Tiefe unserer Ignoranz gegenĂźber der Technik (ist) unergrĂźndlich..."

Heute wieder mal, als Vorbereitung auf einen Lehrauftrag, Bruno #Latour gelesen. Immer wieder fasziniert von seinen Überlegungen und seiner Sprache.

#Techniksoziologie
#Netzwerktheorie