#brd #israel : #medien / #journalismus / #medienkritik / #buch / #rezension

„«Medienschaffende verstossen seit dem 7. Oktober 2023 kontinuierlich gegen journalistische Prinzipien. Falsche Darstellungen, fehlende Ausgewogenheit und das Ausblenden historischer, politischer und völkerrechtlicher Hintergründe finden sich regelmässig in den meisten grösseren Medien». Zu diesem Schluss kommt Goldmann in seinem Buch «Staatsräsonfunk – Deutsche Medien und der Genozid in Gaza».“

https://www.infosperber.ch/medien/medienkritik/kontertext-so-einseitig-berichteten-medien-ueber-den-gaza-krieg/

kontertext: So einseitig berichteten Medien über den Gaza-Krieg

Eine Analyse des Journalisten und Islamwissenschaftlers Fabien Goldmann deckt zahlreiche Ungereimtheiten auf.

infosperber

Die meisten wissen es längst

Medienkritik wird dadurch nicht überflüssig – eher im Gegenteil

Einerseits ist es ermüdend. Nicht zum ersten Mal schreibt Christiane Voges/telepolis: Ukraine-Krieg und Iran-Krieg: Wie Medien mit zweierlei Maß berichten – Ein Essay über Framing, Wortwahl und Doppelstandards: Warum der Ukraine-Krieg klar benannt wird – und der Angriff auf Iran sprachlich verschwimmt.” Ermüdend für mich als Bescheidwisser, vielleicht auch für sie als Autorin (bei dem bescheidenen Honorar). Überflüssig ist es nicht.

Von der gegenwärtigen Bundesregierung und der bei ihr eingebetteten Medien hat die Mehrheit der Bevölkerung mutmasslich nichts Anderes erwartet. Ihre Parteien, die “Grosse Koalition” zu nennen sich die meisten Menschen und Medien abgewöhnt haben dürften, haben gerade mal 22,3 von 60,4 Mio. Wahlberechtigten gewählt. Das ist knapp mehr als ein Drittel der Wahlberechtigten, und ca. ein Viertel der Bevölkerung.

Die Mehrheit, so meine steile These, weiss längst Bescheid über die moralischen Doppelstandards von Regierung, Parteien und Medien. Die Gefahr daran ist: sie haben u.U. schon oder sehr bald die Schnauze voll von den hart erkämpften und unbedingt verteidigenswerten Restbeständen an bürgerlicher Demokratie. Denn was “bringt” die, wenn das dabei rauskommt?

Um diese Restbestände an Demokratie zu verteidigen, ist solche Medien(selbst-)kritik lebensnotwenig. Der öffentliche Diskurs braucht mehr davon, quantitativ und erst recht qualitativ. Denn nur, wenn die beschriebene Mehrheit sich verstanden, “gesehen” (furchtbarer Begriff), und repräsentiert fühlt, ist sie u.U. in der Zukunft noch zur Mitwirkung bereit. Denn gegenwärtig wenden sich Mehrheiten ab.

Meine Empfehlung: MDR-Altpapier

Ehlrich gesagt zähle ich die Tage, weil ich befürchte, dass die erratische Intendanz des MDR diese Kolumnenreihe aus Kostengründen dichtmacht. Sie wurde während der Amtsführung der strategisch klugen Karola Wille gerettet, weil die Medienorganisation der Evangelischen Kirche sie mit dem Aufsitzrasenmäher den vielen toten Igeln hinzufügen wollte.

Diese Kolumne ist werktäglich (in der Regel mittags) in gut 5 Minuten fertiggelesen, qualitativ oftmals höherwertig, als alle Texte, die dort (inkl. weiterführendem Link) kritisch rezensiert werden, zusammen. Und die*der Leser*in ist auf Ballhöhe des Tages. Ein Werk dieser Art gehört grundsätzlich in jedes kritische demokratische Medium unserer Zeit. Plus von echten Menschen moderierter Kommentarfunktion. Statt Angst vor Shitstorms, wie sie in den meisten öffentlichen Medien vorherrschend ist, und dort jeden Mut zur Kreativität lähmt und tötet, Mut zur öffentlichen Debatte. “Tear down the paywalls!”

Die meisten wissen es längst – Beueler-Extradienst

»Die Presse
Die Piep-Piep-Piep-Geräusche an der Supermarktkassa rauben den Kassiererinnen den Verstand
Hunger und Durst sind die ständigen Begleiter einer Supermarktkassiererin. Aber warum begreift die Protagonistin im Roman „Die Schicht“ der tschechischen Autorin ­Anna Beata Háblová ihren Job als Bestrafung?«
(Die Presse)

weil sie eine ist. Die Frage ist der pure Klassenhass.

#Medienkritik

»Männer aus höheren Schichten nutzten die Frauen in ihrem Umfeld aus
Vor dem Vergessen gerettet: Emilie Matajas Roman „Anständige Frauen“ aus dem 19. Jahrhundert beschreibt eine schamlose Affäre.«
(Die Presse)

die Ausnutzung ist bloß eine Affäre und kein gesellschaftliches Verhältnis, das nicht nur für die »höheren Schichten« gilt. Welcher Schicht Matajas auch angehört: von »Vergessen« kann keine Rede sein, Frauen werden systematisch aus der Geschichte ausradiert

#Medienkritik

Pseudodokus über Ancient Aliens, Präastronautik und mysteriöse Phänomene fluten seit Jahren unsere Bildschirme. Auf immer mehr Kanälen, rund um die Uhr.
Der Grund ist banal: billiges TV mit guten Quoten.
Das Ergebnis ist weniger banal: Andeutung gilt als Beweis. Skepsis wirkt arrogant. Und echte Wissenschaft verliert den Aufmerksamkeitskampf.

Das ist kein harmloses Trash-TV. Schon gar nicht in diesen Zeiten.

#Medienkritik #Pseudowissenschaft #Fernsehen
#Politik

Druckfrisch vom 29. März 2026 -

Die Auswahl, die Denis Scheck hier durchquert, wirkt wie ein Parcours durch unterschiedliche Aggregatzustände des Erzählens: Überlebenserzählung, Altersprosa, politische Philosophie, Ratgeberliteratur, Lyrik. Doch was sie verbindet, ist weniger ihr Gegenstand als die Art, wie sie auf Wirklichkeit zugreifen. Das Böse erscheint dabei nicht als Figur, sondern als Struktur – als Verzerrung, als Auslöschung, als Wiederholung.

Lesering.de

»Wie wurde Walter Benjamin ein Linker?«
(ard)

umgekehrt: wie eins nicht links werden kann ist erklärungsbedürftig

#Medienkritik

»Angeblich ist der Festgenommene rechtsextrem.«
(taz)
»Angeblich«

ja, aber alles, was man über den ICE-Attentäter erfährt, kennt man nur aus nazi-Kreisen. Seltsam. Und die Polizei prüft die Motivation, auch das kennt man nur von den überaus spärlichen Ermittlungen gegen nazis, ansonsten weiß sie es ja immer schon.

#ICE_anschlag
#Medienkritik

'Kacken an der Havel' auf Netflix: Fliegende Bretter seziert, warum quirky Charaktere noch keinen Humor ergeben — und warum das ethnisch hochpolierte Brandenburger Idyll in der deutschen Gegenwart schlicht nicht stattfindet. Ich hab nach Episode 1 abgeschaltet. Das Feuilleton jubelte. Natürlich. #Netflix #Streaming #Medienkritik https://fliegende-bretter.blogspot.com/2026/03/deutscher-wirds-nicht.html?m=1
@captainfutura
Ich hab mich über die Schlagzeilen-Sucht der Medien auch geärgert. Zuerst hatte der #ndr im Radio darüber berichtet, auch, dass die Frau das Tier als Wolf erkannte und ihn raus lassen wollte, dabei stolperte und hinfiel. Erst dann kam es dazu, dass er sie leicht an der Stirn biss, kein echtes Zubeißen, eher so, wie man es von Katzen kennt. Die Frau sagte selbst, es sei nicht schlimm. Sie war ja auch rasch wieder aus der Behandlung raus. Man hätte auch schreiben können: Frau wollte Wolf in ihn erschreckender Lage retten. Ein Wolf, der freiwillig in die Alster springt, der hat Angst und will nur noch weg!
Selbst der NDR titelte eher schlagzeilengeil statt sachlich, obwohl dort die Tatsachen bekannt waren und im Bericht auch geschildert wurden.
#Medienkritik #tierschutz