A ★★★★ review of The Man Without a Past (2002)

Genau wie Aki Kaurismäki dieses Themas nie wirklich müde geworden ist, genauso hebe ich es auch immer wieder gerne hervor: Es ist ein so großes Fest, dabei zuzusehen, wie offen und wie auf Augenhöhe er immer wieder armutsbetroffenen Menschen begegnet und mit großartig trockenem Humor eine Vorurteilsmauer nach der anderen einreißt. Er lässt sich zudem niemals dazu herab, sein Publikum selbstgerecht anzuklagen, sondern nimmt es wohlwollend an die Hand. Zynismus lässt Kaurismäki auch hier nicht in die Welt seiner Figuren drängen, obwohl der zu jeder Gelegenheit versucht, einzudringen. Aber die Menschen wissen, dass sie mehr sind als du Nummer ihres

Den Tag der Arbeit mit einem Film aus Aki Kaurismäkis proletarischer Trilogie zu begehen, kann ich allen Menschen nur empfehlen.

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A ★★★★ review of The Match Factory Girl (1990)

Noch nie hat mich der Anblick von ein paar leeren Limoflaschen derart tief getroffen. Aki Kaurismäki arbeitet hier noch viel wortkarger als sonst. Dabei hätte diese Figur so viel zu sagen, doch sie ist alleine, einsam und isoliert. Sie sehnt sich nach Liebe, geistiger Erfüllung und einem Leben, das nicht nur das Monotone für sie parat hält. Kaurismäki offenbart hier den gesellschaftlichen und marktwirtschaftlichen Fehlschluss, dass arme Menschen und/oder das sogenannte Proletariat ungebildet sind und gar kein Interesse an Kultur haben bzw. sogar zu dumm dafür sind. Sie tanzt zur Musik, liest bei jeder Gelegenheit und weint im Kino –