#FreitagsTexterei #ftx1326

Sylvia, weil Zeit dort nicht vergeht, sondern sich faltet.
Katja, weil Erinnerung plötzlich Farbe bekommt, wo das Bild keine hat.
Edith, weil Geschichte durch Stimmen spricht, nicht durch Erklärungen.

Und alle anderen: wirklich stark. Jede Version hat etwas freigelegt, das im Bild selbst verborgen bleibt.

Ich danke euch für eure vielfarbenen Ideen und hoffe es hat euch Freude bereitet.

Das Bild liefert euch @Sylviaborin. Hoffentlich

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#FreitagsTexterei #ftx1326

Ich habe eure Texte im Blick auf meine eigene Familiengeschichte gelesen. Alle waren stark – wirklich. Aber drei haben sich leise abgesetzt, wie Stimmen, die bleiben.

1. Sylvia Borin (@Sylviaborin)
2. Katja (@scriptura)
3. Edith Mair (@edithmair1)

Nicht besser im Sinne von „Gewinn“, sondern näher an etwas, das schwer zu greifen ist.

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#FreitagsTexterei #ftx1326

Maries Mann war ein Arschloch. Gewalttätig. Eklig.
Martha heiratete ihren Richard. 6 Wochen später ging es an die Ostfront. Mir denkt es noch - verschollen in Ungarn. Die Familie des Mannes war auch assi. Sie blieb allein. Bei ihr durfte ich Fußball auf Sat1 schauen und wenn sie schlief "In der Lederhose wird gejodelt" erspähen ... Jugend im Dorf ohne Kabel oder Schüssel.
Von Uroma Helena weiß ich nichts. Außer die genetische Tendenz zur Fettleibigkeit.

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... wollte er zu seinem Neugeborenen. Nannte sich Desertieren. Naja.
Ein zweiter Uronkel Heinrich wurde nur 2 Jahre alt.
Meine Oma war die Älteste. Verlobt mit einem Protestanten im Schwäbischen. Der widerrief die zugesagte katholische Taufe des Nachwuchses. Oma zog wortlos den Ring aus und fuhr durchs Kinzigtal nach Hause. Theresia heiratete gut an den Titisee. Starb aber an den Folgen von Kindbettfieber. Marie wurde vom Ochsenkarren beim Bremsen zerquetscht.
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#FreitagsTexterei #ftx1326

Das Bild zeigt meine Oma rechts. Ihr Name war tatsächlich Rosa Zehe. Tragisch. Die Matriarchin ist Urgroßmutter Helena. Links dann Theresia. Martha die Träumende und Jüngste. Und schließlich Marie die Kesse. Fotograf war wohl mein Opa Anton. Gekannt habe ich nur Oma und Martha, genannt "Dande" - sie war quasi die Übertante väterlicherseits.
Es fehlen die Männer. Uronkel Otto liegt in Plouharnel unter einem Hakenkreuz - offiziell Selbstmord, real:

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@Sylviaborin
@edithmair1
@scriptura
@mewawuschel
@xela
@stachelvieh
@Verdichtungsklausel
@fin
@DevinMcColey
@Mythus
@johnnythan
@fflyn
@Penelope
@daftwullie
@fraujessica
@Serenityfreaksout
@C_Gudegast_Autor
@Deathcat2508
@db_geek
@mina

Wow. 20 Beiträge und jeder einzelne auf seine Weise spitze. Natürlich macht ihr es mir dadurch schwer. Aber bevor ich die schwere Bürde des Rankens übernehme kurz den Hintergrund zum Bild.
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@stenzz

"Unsere Farm in Afrika. So schön war's da."

seufzte Oma Hilde.

Die Töchter erinnerten sich noch gut, wie sie vor 30 Jahren ohne alles ins Hessische gekommen waren.

Die kleine Anna konnte die Geschichten nicht mehr hören, nur Karla dachte sich ihren Teil:

»Wartet bis ihr meinen Jim kennenlernt. In Deutsch-Südwest hättet ihr ihn "Boy" genannt, aber in Alabama hat er sogar ein Auto.

Im Mai geht unser Dampfer nach Neu-York mit mir als Frau Miller an Bord.«

#Ftx1326 #FreitagsTexterei

@stenzz Andere Zeiten: Fotografien waren etwas besonderes.
Filme waren teuer, mussten für viel Geld zum Entwickeln und für Abzüge im Laden abgegeben werden.
Bei einem Motiv musste vor dem Fotografieren entschieden werden, ob es das wert war. Auch war es nicht immer sicher, dass ein Foto auch gelungen war.

Und heute?

Eine Inflation von digitalen, häufig nie wirklich betrachteten Bildern, billig erstellt mit Smartphones.
Ganz nach dem Motto: pics or it didn't happen.

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@stenzz
"Kommt Schwestern, hier habe ich das Grimoire unserers Zirkels. Auch eure Fotos werden es bald zieren."
Sie versammelten sich um ihre Schwester und schauten auf die alten Fotos. Sie sollten die Zukunft des Zirkels sein, ein ständiger Kreislauf des Lebens. Die Jungen würden die Alten werden und dann wieder den Jungen Platz machen. Aber die alten Rituale waren beständig und ewig wie die Zeit selbst.

#Freitagstexterei #ftx1326

@stenzz #FreitagsTexterei #Ftx1326

Charly ging zurück in die Bibliothek. Farragut und Sharp mussten hier irgendwo sein. Det. Sharp hätte ihren Kaffee nicht auf den Boden neben die Statue geworfen und der Knall, wie eine Implosion? Sie betrachtete die zahlreichen Ausstellungsstücke an den Wänden und erstarrte. „Vier Frauen mit Fotoalbum“ stand unter einer Fotografie. Sie zählte erneut nach: fünf! Mit zitternden Fingern öffnete sie Sharps Personalakte auf ihrem Diensthandy.