Stenzz

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Ambiguität und die dieser innewohnende Toleranz sollen in der ersten Zeile meines Profiltextes steh'n.
Huch, das tun sie ja! Zauberei. Mit Sprache die falsche Welt entkleiden, sie nackt sehen wie sie ist und mit Versen, Wörtern, Worten wieder anziehend machen. Staunen, suchen, schwimmen entlang der Einsamkeit und hie wie da Menschen finden, die gern von meinen Früchten kosten und selbst Ranunkelschönes teilen.

#FreitagsTexterei

Grenznacht

Die Grenze war nah
man konnte sie riechen

Ich stand davor
mit Taschen
voller Stimmen,
die drüben
niemand verstand

Die Sonne legte sich
in den Schatten
der Wind verfing sich im Gitter

ein Abschied ohne Echo

Das Licht lag wie Tau
auf dem Schlagbaum

Das Meer patrouillierte

Die Nacht schmeckte
nach Eisen und Beton

Nur ein Zug aus Kranichen
flog einfach darüber hinweg,
als hätten nur Menschen
ihre Heimat verloren
___
Kam ein Pöm geflogen

#FreitagsTexterei #ftx1926

Die neue Runde der Freitagstexterei führt uns wieder in die Vergangenheit passend zum heutigen Datum.

Wie immer warten 500 Zeichen auf Euch, durch Eure Miniaturen ausgeschöpft zu werden. Schick diese als Antwort auf diesen Tröt bis Mittwoch, 18 Uhr, um an ftx1926 teilzunehmen. Vergesst die obigen Hashtags nicht.

Ich wünsche Euch viel Freude beim Schreiben.

Frühlingsgrüße
Matthias

#FreitagsTexterei #ftx1326

Sylvia, weil Zeit dort nicht vergeht, sondern sich faltet.
Katja, weil Erinnerung plötzlich Farbe bekommt, wo das Bild keine hat.
Edith, weil Geschichte durch Stimmen spricht, nicht durch Erklärungen.

Und alle anderen: wirklich stark. Jede Version hat etwas freigelegt, das im Bild selbst verborgen bleibt.

Ich danke euch für eure vielfarbenen Ideen und hoffe es hat euch Freude bereitet.

Das Bild liefert euch @Sylviaborin. Hoffentlich

6/6

#FreitagsTexterei #ftx1326

Ich habe eure Texte im Blick auf meine eigene Familiengeschichte gelesen. Alle waren stark – wirklich. Aber drei haben sich leise abgesetzt, wie Stimmen, die bleiben.

1. Sylvia Borin (@Sylviaborin)
2. Katja (@scriptura)
3. Edith Mair (@edithmair1)

Nicht besser im Sinne von „Gewinn“, sondern näher an etwas, das schwer zu greifen ist.

5/6

#FreitagsTexterei #ftx1326

Maries Mann war ein Arschloch. Gewalttätig. Eklig.
Martha heiratete ihren Richard. 6 Wochen später ging es an die Ostfront. Mir denkt es noch - verschollen in Ungarn. Die Familie des Mannes war auch assi. Sie blieb allein. Bei ihr durfte ich Fußball auf Sat1 schauen und wenn sie schlief "In der Lederhose wird gejodelt" erspähen ... Jugend im Dorf ohne Kabel oder Schüssel.
Von Uroma Helena weiß ich nichts. Außer die genetische Tendenz zur Fettleibigkeit.

4/6

#FreitagsTexterei #ftx1326

... wollte er zu seinem Neugeborenen. Nannte sich Desertieren. Naja.
Ein zweiter Uronkel Heinrich wurde nur 2 Jahre alt.
Meine Oma war die Älteste. Verlobt mit einem Protestanten im Schwäbischen. Der widerrief die zugesagte katholische Taufe des Nachwuchses. Oma zog wortlos den Ring aus und fuhr durchs Kinzigtal nach Hause. Theresia heiratete gut an den Titisee. Starb aber an den Folgen von Kindbettfieber. Marie wurde vom Ochsenkarren beim Bremsen zerquetscht.
3/6

#FreitagsTexterei #ftx1326

Das Bild zeigt meine Oma rechts. Ihr Name war tatsächlich Rosa Zehe. Tragisch. Die Matriarchin ist Urgroßmutter Helena. Links dann Theresia. Martha die Träumende und Jüngste. Und schließlich Marie die Kesse. Fotograf war wohl mein Opa Anton. Gekannt habe ich nur Oma und Martha, genannt "Dande" - sie war quasi die Übertante väterlicherseits.
Es fehlen die Männer. Uronkel Otto liegt in Plouharnel unter einem Hakenkreuz - offiziell Selbstmord, real:

2/6

#freitagstexterei #ftx1326

@Sylviaborin
@edithmair1
@scriptura
@mewawuschel
@xela
@stachelvieh
@Verdichtungsklausel
@fin
@DevinMcColey
@Mythus
@johnnythan
@fflyn
@Penelope
@daftwullie
@fraujessica
@Serenityfreaksout
@C_Gudegast_Autor
@Deathcat2508
@db_geek
@mina

Wow. 20 Beiträge und jeder einzelne auf seine Weise spitze. Natürlich macht ihr es mir dadurch schwer. Aber bevor ich die schwere Bürde des Rankens übernehme kurz den Hintergrund zum Bild.
1/6

#FreitagsTexterei trifft #Ftx1326

Mein Bild entführt euch heute in eine andere Zeit. Eine Zeit, in der die Welt noch schwarz-weiß war. Es ist ein "Frauenbild". Mehr zum Hintergrund am Ende der Texterei.

Teilnehmen dürfen alle mit einem Text + die üblichen Hashtags:
- maximal 500 Zeichen
- Antwort auf diesen Tröt

Am Mittwochabend werde ich den*die nächte Bildgeber*in benennen. Dann geht's in die Runde 1426!

Ich wünsche viel Freude beim Eintauchen in dieses Bild.

#lieblingswort
bludd (Adjektiv)
"Friarts dich nid? Dü bisch ganz bludd am Fudel. Ich hab da extra e Unterhämmli hingricht."

Nur im Umfeld von langen Unterhosen, Schnee begnadeten Schwarzwaldwintern und Grundschulalter gehörter Satz: Friert es dich nicht (Frierst du nicht)? Du bist ganz nackt am Gesäß. Ich habe dir extra ein Schießer-Feinripp-Unterhemdchen hingerichtet.

"Bludd" bezeichnet das bloße Auftauchen von Haut, wo sonst Textilien zu sein hätten. Meist im Zusammenhang von Wärmedefizit.