Es geht auch fair

Florian Opitz macht am “Fall Özil” Deutschland nackig – “Alle haben verloren” (Per Mertesacker)

Florian Opitz ist mir schon mehrmals als intelligenter Dokumentarfilmer aufgefallen. Ich war erst widerwillig, mir ein x-tes Mal die Dramen um den supertalentierten Fussballer aber politisch immer miserabel beratenen Mesut Özil anzusehen. Als ich feststellte, dass Opitz das gedreht hat (Produktion: Flare Film), entschloss ich mich doch dazu. Und habe es nicht bereut.

Der ZDF-Dreiteiler “Mesut Özil – zu Gast bei freunden” mutierte. Das anfängliche Porträt eines Fussballers wird zu einer kritischen Geschichtschreibung der jüngsten Jahre dieser nach rechts drehenden Republik. Wie schon bei “Capital B” hält sich Opitz von der grassierenden Presenter-Pest fern, und lässt die aussergewöhnlich gut gecasteten Interviewpartner*innen sprechen.

Am widerlichsten bleibt die Fresse eines leitenden Angestellten des Springerkonzerns haften, der seine Begeisterung um die zahlreichen PR-Fehler der wechselnden Özil-Managements kaum im Zaum halten kann. Eine der vielen Gemeinsamkeiten, die sein Konzern mit der AfD hat. Özil wurde zum Instrumentalisierungsobjekt der widerstreitenden politischen Interessen und Staatsgewalten. Weder sein Management, noch der DFB noch irgendeine andere medienkompetente Kraft war bereit und in der Lage, den talentierten Käfigfussballer und Schuljungen aus Gelsenkirchen-Bismarck – ich selbst bin in Horst geboren, da ist nur Schalke-Nord dazwischen – zu schützen.

Er spielte immer so undeutsch. Er kämpfte nicht, sondern sein Talent strahlte im Stadion. Er “arbeitete” den Fussball nicht, sondern er machte es elegant, seine Bälle kamen zentimetergenau dorthin, wo sie hin sollten, und das zur exakt richtigen Sekunde. Das alles war in Deutschland seit Günter Netzer ausgestorben. Zauberkunst. Fremd. Nicht von hier. Keiner von uns.

Diese Feststellungen sagen mehr über den Zustand unserer Gesellschaft, als ihr Kind Özil. Sie ist auf dem besten Wege, noch viel mehr Kinder verloren zu geben. Wer kein weisser Deutscher ist, muss sein Glück selbst organisieren und kontrollieren. Diese Botschaft des “Falls Özil” ist bei der Zielgruppe angekommen. Und wird recht vielfältig aufgenommen.

Der Film ist gute Arbeit. Dass das noch möglich ist, ist verteidigenswert.

Über Martin Böttger:

Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger

Es geht auch fair – Beueler-Extradienst

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Beschreibung

»Guten Morgen, Berlin, Du kannst so hässlich sein, so dreckig und grau.« Peter Fox

Kaum eine #Stadt hat so viel erlebt wie #Berlin von ’89 bis heute. Mehr als drei Jahrzehnte Licht und Schatten, mehr als drei Jahrzehnte »arm, aber sexy«. Eine weltweit gefeierte Sub- und Clubkultur auf der einen Seite, #politischeSkandale, #Gentrifizierung und Ausverkauf auf der anderen. In #CapitalB wird diese einzigartige #Stadtgeschichte von denen erzählt, die sie geprägt haben: Größen der #Musikwelt wie #PeterFox, Kool Savas oder Sookee. Pionieren der #Techno- und #Clubkultur von Loveparade über den Tresor bis zur Bar 25 wie u. a. Danielle de Picciotto und Dimitri Hegemann. Den Regierenden Eberhard Diepgen, Klaus Wowereit und Franziska Giffey, skandalumwitterten Politikern wie Klaus Rüdiger Landowsky und Thilo Sarrazin. #Hausbesetzern und Aktivisten wie #AndrejHolm und #PamelaSchobeß, Unternehmern, Clan-Mitgliedern uvm.

Der preisgekrönte Filmemacher und Autor #FlorianOpitz erschafft mit Capital B eine rasante #Nachwendegeschichte, die die Mechanismen der #Macht ebenso offenlegt wie die Möglichkeiten von #Kollektiven und #Kultur.

Mit zahlreichen #Fotos von #BenDeBiel, #HaraldHauswald u. a.

Der #Mauerfall im November 1989 bot die historische Chance, eine Stadt von Null auf neu zu denken. Capital B erzählt von dieser besonderen Zeit und davon, wie #Berlin von einer eher provinziellen Großstadt zu jener Weltmetropole geworden ist, die heute zwar Boomtown ist und doch unregierbar zu sein scheint.
Eine Geschichte, die so inspirierend wie dramatisch ist: Der Sommer der #Anarchie und der Anfang der #Technoszene, die legendären #Hausbesetzungen, das Massenphänomen Love Parade, der brachiale Neubau des Potsdamer Platzes, der Berliner #Bankenskandal, das Desaster um den Flughafenneubau. Und schließlich und immer stärker die #Gentrifizierung und der #AusverkaufderStadt.
Spannend, vielstimmig und mit großer Tiefe geht Capital B der Frage nach: Berlin, was hat Dich bloß so ruiniert? Ein Buch wie eine Nacht im #Berghain und gleichzeitig eine Liebeserklärung an die widerspenstigen Bürger dieser Stadt.

#Pressestimmen zur gleichnamigen, preisgekrönten #Doku-#Serie:

»... ein Meilenstein des dokumentarischen Fernsehens!« EPD Medien

»ein ARTE-Meisterwerk« DWDL

»Große Kunst [...] eine multiperspektivische Stadtsoziologie [...] so kunstvoll montiert, dass daraus die neue Symphonie einer Großstadt wird.« Süddeutsche Zeitung

»Staunen. Staunen, dass so etwas noch produziert und gesendet wird im Fernsehen [...] ›Capital B‹ [...] stellt die Frage, auf die es ankommt.« Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

»#Guckbefehl für alle, denen Berlin etwas bedeutet.« #taz

»Schon nach wenigen Minuten [...] hängt man am Haken und würde alle Teile am liebsten durchbingen. Die fünf  Folgen [...] verfügen über einen ausgeprägten Beat, der die Zeit wie im Flug vergehen lässt. Virtuos verbinden der Regisseur Florian Opitz und seine Mitstreiter*innen die verschiedenen Perspektiven.« Kino Zeit

»So dicht, so bildreich und so kontrastreich. Ein Pflichtprogramm für alle, die das Berlin von heute verstehen wollen« Berliner Zeitung

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»Es ist eindrucksvoll, wie es der Serie gelingt, bei aller Komplexität der Vorgänge elegant Verbindungen zwischen dem Oben und Unten zu schaffen« Die Zeit

»...

Bibliographische Angaben

1. Auflage 2025, Erscheinungstermin: 17.05.2025, 400 Seiten, gebunden, mit zwei farbigen Tafelteilen

ISBN: 978-3-608-50270-1

Autor:innen

© privat

Florian Opitz

Florian Opitz, geboren in Saarbrücken in 1973, ist ein vielfach preisgekrönter deutscher Dokumentarfilmer, Autor und Journalist. Sein erfolgreiches...

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Presse-Stimmen

»Man wünscht sich umso mehr, dass die Regierenden von Berlin ›Capital B‹ #lesen

#MatthiasUbl, #Deutschlandfunk,
11. August 2025

https://rbbmediapmdp-a.akamaihd.net/content-de/4b/da/4bda429c-ab01-4e45-ab46-89303f654ffd/4bda429c-ab01-4e45-ab46-89303f654ffd_hd1080-avc1080.mp4

Capital B von Florian Opitz

Der Mauerfall im November 1989 bot die historische Chance, eine Stadt von Null auf neu zu denken. Capital B erzählt

Klett-Cotta Verlag

Betrug

Einen heissen Krimi haben Gastautor*inn*en der netzpolitik-Kolleg*inn*en zu bieten: Saša Dragojlo, Maxence Peigne, Nico Schmidt: Online-Investmentplattformen: Die Spur eines Millionenbetrugs – Sie versprechen ihren Opfern das große Geld, doch dann ist alles weg: Vermeintliche Online-Investmentplattformen betrügen Menschen um Millionen. Den Drahtziehern auf die Schliche zu kommen, ist schwierig. Eine Recherche hat neue Informationen zu einem Betrugsnetzwerk aufgedeckt.” Es erweist sich erneut, dass der europäische Profifussball (der Herren) ein idealer Geschäftspartner solcher Verbrecher ist.

Ich habe sogleich reflektiert, wie ich mich als betagter Herr davor schütze. Zum einen lege ich auf meiner Festnetzleitung immer sofort auf, wenn ich im Hintergrund Callcenter-Geräusche höre. Meine Dienstleister (Bank, Netzanbieter etc.) wissen, dass ich Telefonmarketing verabscheue. Und auf meinem Handy erreichen mich die Dreckschweine schon gar nicht. Ich habs nämlich meistens nicht dabei – ich kann es mir leisten.

Doch es gibt nicht nur Lug, Trug und Verbrechen. Es gibt – gelegentlich – auch guten Journalismus. Die Kolleg*inn*en von Jungle World, mit deren Zionismus ich meistens nichts anfangen kann, beanspruchen aber doch immer wieder, und öfter als die meisten anderen Medien, meinen Verstand. Sie haben eine Redaktionsreise nach Birmingham gemacht, und etliche lesenswerte Informationen nicht digital eingemeuert.

Mit grossem Gewinn las ich die wahre Geschichte der “Peaky Blinders”. Die gabs nicht nur bei Netflix, sondern auch mit bereits gezahlten Gebühren von 18€/Monat auf Arte. Ich habe das mit grossem Interesse und auch Begeisterung über die Verfilmung gesehen. Nur war es nicht wahr. Markus Ströhlein: Netflix-Serie als Stadt-Marketing – »Peaky Blinders« romantisiert das kriminelle Imperium, das Birmingham im Griff hatte: Es ist ihre Stadt – Elegante Typen mit Schiebermütze, die sich mit Nachdruck für Umverteilung von oben nach unten einsetzen und schon mal Gnade vor Unrecht ergehen lassen: Die Erfolgsserie »Peaky Blinders« romantisiert das kriminelle Imperium, das Birmingham Anfang des 20. Jahrhunderts im Griff hatte. Die berüchtigte Bande ist zum Sinnbild aufbegehrender Jugendkultur geworden.”

Sehr aufklärerisch zum permanenten Betrug des Rassismus: Kieran Connell, Historiker, im Gespräch über Einwanderung ins Vereinigte Königreich: »Der Rassismus in Großbritannien war nie weg« – Der Historiker Kieran Connell wuchs in Birmingham im Einwanderer­viertel Balsall Heath auf. In seinem Buch »Multicultural Britain – A People’s History« beschreibt er, wie Einwanderung die britische Gesellschaft veränderte. Die »Jungle World« sprach mit ihm über die alltägliche Vielfalt im modernen Großbritannien und darüber, warum der Rassismus stärker scheint denn je. Interview Von Johannes Simon”.

Und eine Story, von der ich zuvor wirklich gar nichts wusste: Myrte Palatini: Scheidung für Arme – einst boten Männer ihre Ehefrauen feil: Frauentausch während der industriellen Revolution – Von Ende des 17. Jahrhunderts bis Mitte des 19. Jahrhunderts fanden in Großbritannien sogenannte »wife sales« statt, bei denen Männer ihre Ehefrauen wie Vieh auf dem Markt versteigerten. Erste Überlegungen dazu, wie das Phänomen in die Zeit passte, stammten von marxistischen Historikern aus den Achtzigern.”

Hauptstadt der Immobilienbetrüger*innen hierzulande ist zweifellos Berlin – in dieser Disziplin stimmt die Bezeichnung mal. Vor zwei Jahren lobte ich hier bereits die fünfteilige Dokumentarserie von Florian Opitz, “Capital B”, die beste Berlin-Beschreibung und -Erklärung, die ich filmisch seit langem gesehen habe, ungefähr seit Max Willutzki (“Der lange Jammer“). “Capital B” ist noch zwei Tage in der Arte-Mediathek. Der WDR hebt sie morgen in sein Nachtprogramm. Ob sie dann hier eine Mediathek-Verlängerung bekommt? Die Spannung steigt. Der Sender hält es geheim. Gehts noch dümmer? Update 1.10.: doch tatsächlich, 2 Jahre Mediathekverlängerung!

Betrug – Beueler-Extradienst

Schaut euch bitte diese wunderbare Berlin-Doku über die Nachwendezeit bis heute an! Clubkultur, Immobilienfilz, tolle Archivaufnahmen und Interviews. #arte #florianopitz

https://www.arte.tv/de/videos/RC-024312/capital-b/

Capital B - Geschichte | ARTE

Die Doku-Serie "Capital B" illustriert die Geschichte Berlins seit dem Mauerfall 1989. Schnell entwickelte sich die Vision einer pulsierenden Metropole, allerdings gibt es bis heute vielfältige Konflikte um die Zukunft dieser Mega-City. Wie wurde Berlin zur Stadt, wie wir sie heute kennen?

ARTE

"Capital B - Wem gehört #berlin " . Fantastische Dokuserie auf #arte von #FlorianOpitz , der die Berlin-Misere der letzten 30 Jahre sehr schonungslos auf den Punkt bringt. Und die ganzen Schlawiner (Diepgen, Momper, Wowereit, Landowsky usw) sonnen sich in ihrer Selbstzufriedenheit - der diskrete Charme von Dünkel und Machtmackerei. Aber Vorsicht: Den einen oder anderen cholerischen Wutanfall muss man einplanen, wenn man das sieht

#film #doku #wende

https://www.arte.tv/de/videos/087960-001-A/capital-b-wem-gehoert-berlin-1-5/

Capital B - Wem gehört Berlin? (1/5) - Sommer der Anarchie - Die ganze Doku | ARTE

November 1989. Kaum ist die Berliner Mauer gefallen, versuchen alle, die Gunst der Stunde zu nutzen und zwischen Mauerbrachen, maroden Altbauten und den verlassenen Industrieanlagen eines untergegangenen Landes ihre Claims abzustecken.

ARTE

https://www.cinema.de/film/system-error,9309626.html

Wer den Film noch nicht gesehen hat,es lohnt sich. Nicht viel neues,aber krasse Einblicke in die Gedanken und Meinungen von Menschen im und aus dem Kapitalismus. Danke an #florianopitz

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