Hier ist die Sache mit den Produktionsmitteln für Kinder ab 10 Jahre erklärt. #EdeUndUnku

Der Vater seines Freundes Max erklärt Ede, warum Edes Vater entlassen wurde und dass die Rationalisierung nicht das Problem ist.

Schön ist die Frage, wie es überhaupt dazu kommen konnte, dass einige Maschinen anschaffen können und andere für sie arbeiten müssen. Die Erklärung wird auf später vertagt …

Jetzt ist die Situation ähnlich. Hundertausende werden wegen KI-Rationalisierungen entlassen.

https://www.techzeitgeist.de/big-tech-im-wandel-100-000-entlassungen-durch-ki-effizienz-oder-kulturbruch/

Und das im gut bezahlten Tech-Bereich, wo Jobs eigentlich immer sicher waren.

Es gibt immer mehr Menschen, die nicht vernünftig von einem Job leben können. Extrembeispiele in den USA. Wie sind wir dahingekommen? Wieso gibt es Jeff Bezos? Warum kaufen alle beim ihm Zeug? Wieso gibt es die Plattformen? Warum haben alle #Spotify, obwohl die Künstler*innen, die wir so lieben, fast nichts dafür bekommen, dass wir ihr Zeug streamen? Die Besitzer der Plattformen werden dagegen unglaublich reich.

Ede und Unku wurde 1931 zum ersten Mal veröffentlicht. Zwischen damals und heute liegen einige Katastrophen, zum Teil auch verursacht von Menschen mit den Ideen von Max Vater.

Das Grundproblem ist auf fünf Seiten für jedes Kind leicht verständlich erklärt, nur was in den letzten Jahrzehnten passiert ist, ist noch viel komplizierter und die Frage ist, wie man da wieder rauskommt. Das verstehen nicht mal Erwachsene. Ich auch nicht.

#LeiderGeil

9/ Na, follower power hat hier versagt, aber ich habe in der Literatur über #Antiziganismus nachgelesen und bin auf #Carmen gestoßen. Tja, Räuber, Mord und große Liebe bzw. Sex, das ist es, was sich die Bürger*innen gern angesehen haben. Bzw. immer noch ansehen.

Tradiert Klischees und ist das absolute Gegenteil von #EdeUndUnku.

https://de.wikipedia.org/wiki/Carmen_(M%C3%A9rim%C3%A9e)

Carmen (Mérimée) – Wikipedia

8/ Eine Rezensentin schrieb über #EdeUndUnku, dass es darin eigentlich nur um den Kampf der Arbeiter ging und es auch nur deshalb auf dem Lehrplan gestanden habe. Ich denke, dass das die übliche Masche ist.

Ich versuche gerade mit aller mir zur Verfügung stehenden Macht mir auszumalen, wie eine 1931 geschriebene Geschichte aussehen könnte, in der ein Bürgersöhnchen eine Sinta kennenlernt, die ihm dann hilft (wobei eigentlich?) und mit der er dann im Pferde-Wagen in den Sommer verschwindet, nachdem ihm sein Vater das erlaubt hat.

Fehlt mir nur Phantasie? Kann #FollowerPower mir helfen und vielleicht so ein (Kinder-)Buch finden?

Für mich ist Ede und Unku einfach ein schönes, antirassistisches Buch.

@stralau

Danke hierfür! Hab ich mir angehört. Guter Beitrag. Die folgende Aussage ist allerdings falsch: „Nach dem Krieg wurde der Völkermord an etwa 500.000 Sinti und Roma jahrelang geleugnet in der Bundesrepublik und in der DDR.“ 7:00

Ich habe viele Berichte direkt von den Militärtribunalen 1945 in den mir zugänglichen Zeitungen (Berliner Zeitung, Neue Zeit, Neues Deutschland) gefunden.

1956 kommen sie in Leserbriefen aus der Süddeutschen Zeitung vor, die in der Berliner Zeitung abgedruckt waren.

Aber da war ja auch schon #EdeUndUnku Pflichtlektüre in der DDR. Und in dem neuen ersten Kapitel wurde explizit von der Ermordung der Sinti und Roma gesprochen.

@WolfgangPomrehn @danielaKay

1/ Was für ein Text! Ich habe gerade mal ein bisschen in den Archiven nach Texten über #SintiUndRoma gesucht und dabei das gefunden. Der Text ist aus der CDU-Zeitung #NeueZeit. Die CDU ware eine Blockpartei in der #DDR. Es scheint so zu sein, dass #Sinti und #Roma in der DDR-Presse selten vorkamen. Eigentlich nur wenn es um den Zentralrat der Sinti und Roma der BRD ging. Zum Beispiel in Meldungen über den Besuch von #Kohl und #Reagan auf dem SS-Friedhof in #Bitburg.

Vom Tod der Sinti und Roma wusste ich seit #EdeUndUnku, von #SanktMartin erst seit unsere Kinder im Prenzlauer Berg in den Kindergarten kamen.

Jedenfalls ist hier in der Neuen Zeit zum Gedenken an den 50. Jahrestag der #Reichspogromnacht. Sankt Martin die Klammer.

Es wird sehr klar die Schuld der Umstehenden angesprochen. Es wird klargemacht, dass alle, alle nach der Reichsprogromnacht wussten, wohin ihre jüdischen Nachbar*innen kamen. Wer die Herrenmenschen waren und wer nicht dazugezählt wurde und dann verschwand.

(Edit: Mit dem Z-Wort findet man mehr in den früheren Jahren. Schon ab 1945)

4/ #EdeUndUnku wurde 1981 von der #DEFA verfilmt.

https://de.wikipedia.org/wiki/Als_Unku_Edes_Freundin_war

Ein antirassistischer Film zu einer antirassistischen Geschichte, die sich so in den 30ern zugetragen hatte.

Das Lexikon des internationalen Films fand: „sensibler Bilderbogen nach einem in der DDR viel gelesenen Kinderbuch, der antirassistisches Gedankengut nachdenklich und unterhaltsam an jugendliche Zuschauer bringt.“

Als Unku Edes Freundin war – Wikipedia

3/ Und hier sind die Stellen aus den Lehrplänen.

Ich finde es total großartig, dass die #DDR-Lehrpläne digitalisiert wurden und frei zugänglich sind. #FediLZ

https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:0111-bbf-spo-20060106

Der Lehrplan ist von 1983 und war ab 1966 gültig. Diese Lehrpläne galten für die ganze DDR. Die lilane Frau war zuständig. Weiß nicht, ob ihre Haare bereits 1966 lila waren.

#EdeUndUnku war obligatorisch.

1/ Habe jetzt #EdeUndUnku bekommen.

Dieses Buch handelt von einem Sinti-Mädchen und einem Arbeiterjungen, die sich anfreunden und Abenteuer erleben. Es wurde 1931 von der jüdischen Kommunistin #GreteWeiskopf unter dem Pseudonym #AlexWedding im #Mailik-Verlag veröffentlicht und 1933 von den Nazis verboten und verbrannt.

Ab 1959 war es für den Schulunterricht empfohlene Literatur für die siebente Klasse, ab 1966 Pflichtlektüre in der fünften Klasse.

In die erste Nachkriegsausgabe hat Grete Weiskopf am Anfang ein Kapitel eingefügt. Darin kann man neben der Erwähnung von Buchenwald folgende Stelle finden:
„Und Unku, Großmutter, Turant, die Vettern und Basen? Fragt lieber nicht! Julius Fučík, der in den ersten Jahren des Hitlerreiches illegal nach Berlin kam, war schon damals vergeblich auf der Suche nach ihrem Verbleib. […] Ich fürchte, meine Zigeunerfreunde sind nicht mehr am Leben. Die Hitler-Barbaren haben Juden und Zigeuner verjagt, vergast und erschossen, als wären sie keine Menschen, ja nicht einmal Vieh. So wie sie auch Julius Fučík, den Helden des tschechischen Volkes im Kampf gegen fremde, die Hitlerbesatzung, ermordet haben … Und doch habe ich – aller Vernunft zum Trotze – die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Oft eile ich hinter Fremden her, deren Bewegungen, Haltung, Haar oder Stimme mich an sie erinnern. Aber dann sind sie's nicht. Eine lange Zeit ist seit damals vergangen, eine Zeit, die auf schnellen Füßen lief und aus Kindern Erwachsene machte … “

Also: Der #Holocaust kam in der #DDR vor und zwar nicht nur intensiv im Geschichts- und Literaturunterricht der neunten Klasse, wie ich ja schon gezeigt habe, sondern bereits in der fünften Klasse in einem Kinderbuch (ab 10 Jahre steht in den Ausgaben, die ich habe).

Dazu ist das Buch antirassistisch und arbeitet gegen viele Klischees an.

#Literatur #Kinderliteratur #DDR