Allen Widrigkeiten zum Trotz

Debatte zur regelbasierten Weltordnung: Im Berliner Hebbeltheater hat der Menschenrechtsanwalts Wolfgang Kaleck sein neues Sachbuch präsentiert. Es zeigt, dass Internationales Recht Macht hat.

Pessimismus des Intellekts, Optimismus des Willens. Antonio Gramscis berühmtes Zitat aus seinen „Gefängnisheften“ ist zu einer hohlen Metapher geworden, ausweglose Lagen schönzureden. Doch wenn der Satz einmal wirklich passt, dann auf den historischen Moment, in dem die „regelbasierte Ordnung“ in der Weltpolitik durch das „Recht des Stärkeren“ abgelöst zu werden droht.

Man kann diese bellizistische Zeitenwende rationalisieren, indem man die „Drecksarbeit“ (CDU-Bundeskanzler Friedrich Merz) verbotener Angriffskriege zur neuen Tugend erhebt. Indem man das Festhalten am Nachkriegs-Legalismus als „Dominanz naiver Sorglosigkeit“ (Herfried Münkler) abkanzelt. Oder das Völkerrecht als „hohle Phrase“ (Henryk M. Broder) denunziert.

Ein schönes Beispiel dafür, wie sich Gramscis strategischer Optimismus gegen diesen zivilisatorischen Regress wenden ließe, lieferte eine Gesprächsrunde, in deren Rahmen am Freitag im Berliner Hebbel Theater der Anwalt Wolfgang Kaleck, Gründer der Menschenrechts-NGO European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR) sein neues Buch: „Die Stärke des Rechts vs. Das Recht der Stärkeren“ (Verlag Antje Kunstmann, München 2026) vorstellte.

Das Gebot zur Wahrung des Friedens, dem Verbot von Angriffshandlungen und Friedensbrüchen in der UN-Charta, an das die Kulturwissenschaftlerin Mithu Sanyal erinnerte, wirkt vielleicht zahnlos. Aber Beispiele wie die späte Anklage gegen den belgischen Ex-Diplomaten Étienne Davignon, einen der letzten lebenden Verdächtigen, denen die Beteiligung an der Ermordung des kongolesischen Premiers Lumumba vor 65 Jahren zur Last gelegt wird, sind ein ermutigendes Beispiel, Internationales Recht durchsetzen zu helfen – against all odds.

Dass das Bundesverfassungsgericht 2021 den Klimaschutz quasi zum Menschenrecht erklärt habe, sei ein Effekt der Proteste gewesen, wie die Klimaaktivistin Luisa Neubauer resümierte. Nur, bei dieser Politik der kleinen Schritte sollte es nicht bleiben. Wer nicht jetzt auf eine Utopie hinarbeitet, die „mehr ist als der status quo ante“ (Kaleck), riskiert, dass der nächste Faustschlag auch ihn trifft.

Dieser Beitrag ist eine Übernahme von taz.de, mit freundlicher Genehmigung von Autor und Verlag. Links wurden nachträglich eingesetzt.

Allen Widrigkeiten zum Trotz – Beueler-Extradienst

#brd #israel #palästina : #krieg / #gaza / #genozid / #rüstungsexporte / #völkerrecht / #verfassung/ #ecchr

„Deutschland verstößt gegen seine völkerrechtlichen und verfassungsrechtlichen Verpflichtungen, indem es weiterhin Rüstungsgüter liefert, obwohl seit Monaten schwerwiegende Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht dokumentiert werden. Das Völkerrecht gilt universell – auch für Israel und für den Krieg in Gaza.“

https://www.jungewelt.de/artikel/514518.eileintrag-gegen-lieferung-von-panzergetrieben-an-israel.html

Eileintrag gegen Lieferung von Panzergetrieben an Israel

Das ECCHR unterstützt einen Palästinenser aus Gaza bei einem Eilantrag an das Bundesverfassungsgericht. Dabei geht es um deutsche Panzergetriebe, die beim Krieg der israelischen Regierung in Gaza zum Einsatz kommen.

junge Welt
📣 Gemeinsam setzen sich #ECCHR, #WALHI und #HEKS ein für die Rechte Betroffener und für Klimagerechtigkeit. Wer die Klimakrise verursacht hat, soll dafür Verantwortung übernehmen!
Theresa Mockel, #ECCHR: Das Schweizer Gericht hat bestätigt, was nationale und internationale Gerichte bereits anerkannt haben: Die Auswirkungen des Klimawandels können rechtliche Konsequenzen für die größten Verursacher haben.
📣 Together #ECCHR, #WALHI und #HEKS/EPER campaigns for the rights of those affected and for climate justice. Those who are causing the climate crisis should also bear responsibility for it.
Theresa Mockel of #ECCHR: The Swiss court has confirmed what a number of national and international courts have already recognised: The effects of climate change can have legal consequences for those who have contributed most.
📣 Gemeinsam setzen sich #ECCHR, #WALHI und #HEKS ein für die Rechte Betroffener und für Klimagerechtigkeit. Wer die Klimakrise verursacht hat, muss dafür Verantwortung übernehmen!
Theresa Mockel vom #ECCHR: Das Schweizer Gericht hat bestätigt, was nationale und internationale Gerichte bereits anerkannt haben: Die Auswirkungen des Klimawandels können rechtliche Konsequenzen für die größten Verursacher haben.
Prosecutors described the defendants’ conduct as “astonishingly cynical” and highlighted the essential work of #ECCHR and #Sherpa. This case is a crucial step in the fight against corporate impunity. Press release: bit.ly/4b0hJT5 #CorporateAccountability #Lafarge #LafargeTrial #LafargeCase

Single View Press
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Here you find ECCHR’s press contact and current press releases.

Nearly 10 years ago, #ECCHR and #Sherpa, together with former Syrian employees, filed this case. Lafarge is accused of transferring €4.7 million to terrorist groups, including the Islamic State, to keep its cement plant operating in Syria in 2013–2014.