Was Friedrich Merz hier macht, ist strategische Kommunikation.
Die erste Gruppe, zu der er spricht, sind die Kapitalinteressen, deren Profite auf Zerstörung basieren. Denen signalisiert er: Es geht so weiter, Ihr braucht Euch keine Sorgen um Eure Profite machen. Diese Leute verstehen auch, dass sein Bekenntnis zum Klimaschutz sich nicht in Maßnahmen übersetzen, sondern ein reines Lippenbekenntnis bleiben wird. Mit Merz gibt es keinen Klimaschutz! Der Beweis dafür ist GasKathi als Wirtschaftsministerin.
Und als zweites ist da seine Machbasis, die amorphe Masse der CDU-Wähler*innen, die entweder so uninformiert ist, dass sie tatsächlich glaubt, Klimaschutz wäre nur mit einer "starken Wirtschaft" bezahlbar. Oder aber, die das Primat der Wirtschaft als Rechtfertigung für ihren Lebensstil brauchen - eine Mischung aus selbstzerstörerischem Hyperkonsumismus und der Tatsache, dass es sich ansonsten Scheiße anfühlen würde, die Zeit nicht mit Kindern und Enkeln verbracht zu haben, sondern im Büro Zahlen in Excel-Tabellen verschoben zu haben (s. David Graeber, Bullshit-Jobs).
Weil es eine Gefühlssache ist, braucht man denen auch nicht mit Fakten kommen. Das perlt am emotionalen Schutzmantel ab.
Da stört es auch nicht, dass faktisch alles an seinen Aussagen falsch ist:
Unser Überleben hängt an einer intakten Lebenswelt, nicht an irgendeiner Wirtschaft. Wirtschaft ist gestaltbar, auch innerhalb ökologischer und sozialer Grenzen. Das wollen nur ein paar wenige, mächtige Gruppen einfach nicht (siehe oben)
Gutes Leben hängt nicht an mehr Zeugs (wenn die Grundbedürfnisse gedeckt sind), sondern an mehr und besseren Beziehungen.
Wir brauchen nicht mehr Wirtschaft, sondern eine Wirtschaft, die in einen Steady State übergeht und nur noch das herstellt, was wir tatsächlich brauchen. Unter demokratischer Kontrolle und mit gerechter Verteilung.
Menschen sind nicht der Grund, weshalb wir keinen Klimaschutz haben. Die Bedeutung dessen wird weiter als sehr hoch eingeschätzt, insbesondere je jünger und weiblicher die Befragten sind (die wählen aber nicht die CDU! Und deshalb haben die für Lord Voldemerz keine Relevanz)
Der Grund, weshalb es Widerstand gegen "Klimaschutzmaßnahmen" gibt ist, dass diese durch mindestens die letzten zwei Regierungen ganz überwiegend maximal ungerecht ausgestaltet worden sind.
Mit fairem Klimaschutz ginge es uns allen besser, jetzt und in der Zukunft.
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https://www.zeit.de/wissen/umwelt/2026-04/petersberger-klimadialog-friedrich-merz-emissionshandel




