Die Hundedarstellungen im nordwestlichen Inland Saudi-Arabien zeigen Erstaunliches, wie die Wissenschaftler in ihrem Beitrag für das Journal of Anthropological Archaeology ausführen. Offenbar haben die Menschen vor ungefähr 8000 Jahren, so alt sind die Bilder nach Analysen, Hunde bereits an Leinen auf der Jagd geführt. Erstmals dokumentiert wurden die Felszeichnungen 2001.
Aber es bleibt eine Spekulation der Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte und am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie, ob in einer Zeichnung ein von 13 Hunden begleiteter Jäger tatsächlich zwei Hunde an einer Leine geführt hat, was die Zeichnung nahelegt, während er Pfeil und Bogen in den Händen hält.
Auch auf anderen Bildern sind Hunde an solchen Leinen zu sehen. Stets handelt es sich um Jagdszenen mit einem mehr oder weniger großen Rudel von Hunden, bei denen nur einer oder zwei angeleint sind, während die übrigen frei laufen. Danach wären die Hunde mit der Hüfte der Jäger verbunden. Wenn es sich um angeleinte Hunde handelt, hätten die Menschen Hunde bereits seit langem ausgebildet und trainiert. Das liegt allerdings in der Geschichte der langen Symbiose nahe, von der beide Parteien profitieren.
Die Felsmalereien kommen aus Shuwaymis und Jubbah, einer Region im nordwestlichen Saudi-Arabien, wo es seinerzeit nach einer langen Dürrezeit, die bis vor 10.000 Jahren anhielt, Flüsse und dichte Vegetation gab. Maria Guagnin vom Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte hat mehr als 1400 Felsenzeichnungen mit Tieren und Menschen katalogisiert.
Vor 10.000 Jahren lebten in der saudi-arabischen Region Jäger und Sammler, die vor 7000 bis 8000 Jahren zu Viehhaltern von Rindern, Schafen und Ziegen wurden und dann zunehmend diese domestizierten Tiere abbildeten. Irgendwann dazwischen entstanden über Bildern von Frauen mit großen Brüsten und ausladendem Unterleib und den Nutztieren die Felszeichnungen von den Jaghunden. Das Neben- und Übereinander von Darstellungen von Jägern und Sammlern und Nomaden oder Siedlern, die Herden halten, zeugt mit der Ähnlichkeiten von Menschendarstellungen wie etwa der Haartracht von einer kulturellen Identität, also davon, dass die Jäger und Sammler allmählich zu Hütern von Herden wurden.
https://www.heise.de/tp/features/Auf-den-wohl-bislang-aeltesten-Felsbildern-von-Hunden-sind-einige-angeleint-3897047.html https://www.heise.de/tp/features/Auf-den-wohl-bislang-aeltesten-Felsbildern-von-Hunden-sind-einige-angeleint-3897047.html #
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