Zeitdokument: 4. Mai 1929 – Berlin am Morgen
Schlagzeile: Generalangriff auf Neukölln. Die Ofer von gestern: 6 Tote, 12 Verwundete
#blutmai #berlin #polizeigeschichte
"Nachdem der Polizeipräsident im Laufe des gestrigen Tages den sogenannten „kleinen Belagerungszustand“ über die Kampfgebiete am Wedding und in Neukölln verhängt hatte, blies gestern abend die Polizei in Neukölln zu einem mit aller Reücksichtslosigkeit durchgeführten Generalangriff ..."
https://republikpolizei.de/archive/5804
Zeitdokument: 4. Mai 1929 – Berlin am Morgen – Republikpolizei

Buchvorstellung: Berliner Blutmai 1929 – Eskalation der Gewalt oder Inszenierung eines Medienereignisses?
#blutmai #polizeigeschichte
Ein Paperback des Mitte Museum (Regionalgeschichtliches Museum für Mitte – Tiergarten – Wedding in Berlin). Herausgegeben 2009, 66 Seiten, Autor Hartmut Henicke unter Mitarbeit von Claudia Berger und Susann Schröter.
Kurzbewertung:
https://republikpolizei.de/archive/9507
Buchvorstellung: Berliner Blutmai 1929 – Eskalation der Gewalt oder Inszenierung eines Medienereignisses? – Republikpolizei

1929 – Sonderausgabe 1 der SPD: Der Mai-Putsch. Die Schuld der Kommunisten an den blutigen Maivorgängen in Berlin
#blutmai #berlin #polizeigeschichte #spd
Dieses vom Vorstand der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands herausgegebene 18 seitige Heft gibt einen sehr authentischen Einblick in die Seelen- und Konfliklage der Zeit aus Sicht der Sozialdemokraten. Verantwortlich zeichnet R. Hauschildt.
Einblicke ins Heft:
https://republikpolizei.de/archive/10028
1929 – Sonderausgabe 1 der SPD: Der Mai-Putsch. Die Schuld der Kommunisten an den blutigen Maivorgängen in Berlin – Republikpolizei

Vor 96 Jahren in Berlin: „Mai-Unruhen in Berlin (1. Mai 1929)
Als Blutmai (zeitgenössisch auch Mai-Unruhen) werden die Unruhen vom 1. bis 3. Mai 1929 in Berlin bezeichnet, bei denen die Polizei hart gegen ungenehmigte, von der KPD organisierte Demonstrationen vorging. Dabei wurden 33 Zivilisten getötet sowie zahlreiche Demonstranten und Unbeteiligte verletzt.
#blutmai #berlin #polizeigeschichte
Quellendokumente:
https://zefys.staatsbibliothek-berlin.de/kalender/auswahl/date/1929-5-4/

Zeitsprung: In den engen, dunklen Hinterhöfen der Kösliner Straße roch es nach Kohle und feuchtem Putz. Hier, mitten im Wedding, war seit Ende des 19. Jahrhunderts eine Stadt in der Stadt gewachsen: Arbeiterfamilien aus ganz Deutschland suchten Arbeit in den neuen Fabriken, Kinder spielten zwischen Wäscheleinen, und politische Debatten hallten durch die engen Flure der Mietskasernen.

[…]

https://weddingweiser.de/koesliner-strasse-zwischen-barrikaden-und-neubauten/

Blutbad am 1. Mai 1929: Kösliner Straße: Zwischen Barrikaden und Neubauten

Zeitsprung: In den engen, dunklen Hinterhöfen der Kösliner Straße roch es nach …

Weddingweiser

OK. Heute ist auch der Internationale Kampf und Feiertag der Arbeiter und Werktätigen!

AUF AUF ZUM KAMPF ZUM KAMPF! ZUM KAMPF SIND WIR BEREIT!

Bei der Gelegenheit: Hier die Geschichte der roten Fahne, für die, die es nicht wissen und alle Errungenschaften der Gewerkschaften (u.a. der 8 Stundentag) für selbstverständlich halten:

**Blutmai – Die Geburt der Roten Fahne**

Der Morgen war grau. Ein kalter Wind fuhr durch die leeren Straßen, als sich vor dem eisernen Tor der Fabrik ein paar Dutzend Gestalten versammelten. Männer mit rußgeschwärzten Gesichtern, Frauen mit festem Blick. In ihren Händen flatterten weiße Tücher im Wind – notdürftig befestigt an Besenstielen, zerfranste Lappen, die nur eines wollten: **gehört werden**.

„Wir wollen keinen Krieg, wir wollen Brot!“, rief ein älterer Mann mit rauer Stimme. Neben ihm hob eine junge Frau die Stimme: „Und Würde! Schluss mit 14 Stunden für einen Hungerlohn!“

Die anderen antworteten mit entschlossenem Murmeln. Die weiße Fahne, sonst Zeichen der Kapitulation, war hier ein Symbol der Hoffnung – und des Widerstands.

Doch das Fabriktor blieb verschlossen. Kein Vorarbeiter erschien, kein Gespräch kam zustande. Stattdessen trat ein untersetzter Mann im Mantel hervor – der Fabrikbesitzer, Zigarre im Mundwinkel, Verachtung im Blick.

„Ihr seid raus. Wer heute nicht arbeitet, braucht morgen nicht wiederkommen!“, schleuderte er ihnen entgegen. Und verschwand. Die Türen knallten zu.
Stille.

Dann sagte einer: „Dann eben nicht hier.“

Und sie zogen los.

Durch die Stadt, durch Gassen und Straßen, mit jedem Schritt wurden sie mehr. Am nächsten Werkstor schlossen sich Dutzende an. Beim Textilbetrieb standen plötzlich Hunderte. Die weißen Fahnen wiegten sich in den Windböen, ein wachsender Strom menschlicher Entschlossenheit, ein ganzer Fluss aus Stimmen, Füßen und Hoffnung.

„Gerechte Löhne! Menschenrechte! Kein Profit ohne uns!“ riefen sie, trommelten auf Eimer, sangen Arbeiterlieder. Männer reichten anderen die Hand, Frauen hoben Kinder auf die Schultern, die sangen:
*„Völker, hört die Signale…“*

Doch dann – ein Donnerschlag der Realität.
Hinter der nächsten Straßenecke: Stahlhelme. Bajonette. Flinten. Eine Front bewaffneter Männer, regungslos wie Statuen, das Gewehr im Anschlag.

Ein Offizier trat vor. „Im Namen der Ordnung: Zerstreuen Sie sich sofort. Letzte Warnung!“

Ein Murmeln ging durch die Menge. Die weißen Fahnen schwankten. Dann stimmte eine einzelne Stimme an:
*„Auf zum letzten Gefecht…“*
Mehrere stimmten ein. *„Die Internationale...“*

„Feuer!“

Ein Schuss.

Dann noch einer.

Dann viele.

Panik. Schreie. Blut. Menschen stürzten, andere versuchten zu fliehen. Doch das Echo der Schüsse ließ keinen Zweifel: Dies war keine Warnung, dies war ein Massaker. Die weißen Fahnen – eben noch flatternde Zeichen des Protests – fielen zu Boden. Dort, wo sie das Blut aufnahmen, verfärbten sie sich rot.
Ein junger Mann kniete neben einer Frau, deren Arm von einem Querschläger zerfetzt worden war. In seiner Hand hielt er ihre durchblutete Fahne. Zitternd. Dann stand er auf – hielt sie in die Luft.

„Schaut hin! Das ist unser Blut! Und wir geben nicht auf!“

Die, die entkamen, trugen sie mit sich – diese rot gefärbten Fahnen. Sie wurden zu Bannern, zu Erinnerungen, zu Symbolen. Aus Weiß wurde Rot. Aus Hoffnung wurde Kampf.

Seit jenem **Blutmai** steht die rote Fahne für den unvergänglichen Kampf derer, die nichts haben – gegen jene, die alles besitzen.

Für Gerechtigkeit. Für Freiheit. Für Würde.

Und solange irgendwo Menschen unterdrückt, ausgebeutet oder zum Schweigen gebracht werden, bleibt sie ein Zeichen:
**Die rote Fahne weht – und der Kampf ist noch lange nicht zu Ende.**

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#otd 1908 wurde die Rechtsanwältin Marie-Luise von Hammerstein geboren.
Trotz ihrer Herkunft wurde sie schon mit 19 Jahren Mitglied der KPD.
Bei einer verbotenen Demonstration am #Blutmai 1929 wurde sie in Berlin verhafte. Später war für den Geheimdienst der KPD tätig. Ihr Vater Kurt von Hammerstein war von 1930 bis 1934 Chef der Obersten Heeresleitung. Aus dieser Quelle konnte sie schon 1933 die ersten Pläne für einen Angriffskrieg gegen die Sowjetunion nach Moskau übermitteln lassen.
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1.5.1929: Berliner "#Blutmai". In #Berlin geht die Polizei gewaltsam gg. Massendemonstrationen, um ein Demonstrationsverbot durchzusetzen. Mehr als 30 Menschen werden erschossen, 200 verletzt, 1.200 verhaftet.

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