Manchmal geht man als Tourist hin – und kommt als Mensch zurück, der nachdenklich ist.

Heute bin ich in Strasbourg zufällig an der Kranzniederlegung am Monument aux Morts vorbeigekommen. Die Menschenmengen haben mich dorthin gezogen – ohne zu wissen, was mich erwarten würde. Doch als ich die Statue sah, war ich tief berührt.

Die Skulptur zeigt eine Mutter, Symbol für Strasbourg und das Elsass, die ihre beiden sterbenden Söhne auf dem Schoß hält: einen deutschen und einen französischen Soldaten. Sie haben sich bekämpft, doch im Angesicht des Todes reichen sie sich die Hände. Ein starkes Bild für Versöhnung und die gemeinsame Trauer, die über Grenzen hinweg verbindet. Die Inschrift lautet schlicht: „À nos morts“ – ohne Angabe, für welches Land sie starben.

Die Statue selbst hatte ich schon am Tag davor gesehen und als Gedenkort für die Gefallenen wahrgenommen. Doch erst durch die Kranzniederlegung und die Schweigeminute begann ich, mich näher damit auseinanderzusetzen. Es gibt keine Beschreibung vor Ort, also musste ich mich erkundigen, nachfragen und ein wenig recherchieren.

Die Reden, von denen ich leider nur Bruchstücke verstand, wirkten trauernd, aber nicht verurteilend. Es ging um Erinnerung, nicht um Vorwürfe. Schade fand ich, dass ich keine deutsche Vertretung unter den Anwesenden erkennen konnte. Ich versuchte, einen Gendarmen zu fragen – er antwortete freundlich und neutral. Meine Sprachkenntnisse reichen allerdings nicht aus, um die Antwort korrekt wieder zu geben.

Solche Momente zeigen, wie Geschichte und Gegenwart sich verbinden. Das Denkmal ist nicht nur ein Symbol für den Ersten Weltkrieg, sondern auch eine Mahnung: Krieg trennt, doch der Schmerz um den Verlust eint.

Ich bin dankbar für die heutige Erfahrung.

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Literarischer #18Juni

„Sehenden Auges bleiben wir Blinde. Wir können sehen, aber sehen nicht. Wir leben mit dem alltäglichen Horror und haben gelernt, wegzuschauen.“

#JoséSaramago #Interview Tod 2010

Literarischer #18Juni

„Wenn auch schlechter - Hauptsache anders!“

#LewKopelew Tod 1997

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„Ein Vorgesetzter kommt nicht zu spät, er wurde aufgehalten, er schläft nicht, sondern ruht aus, er irrt nicht, sondern war falsch informiert - das ist ein eisernes Gesetz.“

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„Das poetische Wort verbindet Menschen und Völker: Es baut Brücken zwischen den Toten und den Lebenden.“

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18 juni, Amsterdam: demonstratie voor de rechten van vluchtelingen en migranten | Doorbraak.eu