👉 Je pflanzenbasierter unser Ernährungssystem, desto unabhängiger die Landwirtschaft von Importen und desto sicherer unsere Ernährung.
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Ernährungssicherheit - Faba Konzepte
Ernährungssicherheit Inhalt In Kürze Risiken für die Ernährungssicherheit Größere Verwundbarkeit bei Tierprodukten Pflanzenbasiert schafft mehr Sicherheit! Weitere Hebel In einer von Krisen geprägten Welt geraten Produktionssysteme und Lieferketten immer stärker unter Druck – auch hier in Deutschland. Dabei erweist sich die Tierindustrie als besonders anfällig. Stärker pflanzenbasierte Ernährungssysteme ermöglichen hingegen eine höhere Selbstversorgung, sparen Ressourcen ein und schaffen so mehr Ernährungssicherheit in Krisen. Daneben gibt es weitere sinnvolle Maßnahmen, um die Versorgung mit Lebensmitteln sozial gerechter und widerstandsfähiger zu machen. In Kürze Die Nahrungsversorgung gerät zunehmend unter Druck. Risiken für die Ernährungssicherheit: Handelskonflikte und Kriege mit Folgen für die Versorgung mit Energie, Dünger, Futter und Lebensmitteln Spekulationen und Marktmacht großer Agrarunternehmen Ernteausfälle (Nahrung, Futter) durch Extremwetter Klimabedingter Verlust von Anbau- und Weideflächen Schäden für die Tierhaltung durch Hitze, Brände und Unwetter Arbeitskräftemangel und Logistikprobleme durch Pandemien Tierseuchen Akute Krisen (z. B. Stromausfall) durch Unwetter oder Sabotage Folgen für die Ernährung der Bevölkerung: Preissteigerungen bei Lebensmitteln Probleme insbesondere für armutsbetroffene Menschen Zunehmende Ungleichheit Gefahr für Gesellschaft und Demokratie Geringere Verfügbarkeit bestimmter Lebensmittel Größere Verwundbarkeit bei Tierprodukten: Tierhaltung ist doppelt gefährdet: Futtermittelanbau und Tierbetriebe Höherer Bedarf an Land und Ressourcen, geringere Effizienz Pflanzenbasiert schafft mehr Sicherheit! Pflanzliche Nahrungsmittel können mehr Menschen versorgen Umstellung ermöglicht höhere Selbstversorgung und höhere Resilienz in Krisen Weitere Hebel für sozial gerechte und widerstandsfähigere Ernährungssysteme: Öffentliche Nahrungsmittelspeicher und regionaler Einkauf für öffentliche Einrichtungen Preisbeobachtungsstellen und Regulierungsmaßnahmen Agrarökologische Praktiken und alternative Düngemittel Befähigung und Vorsorge für dauerhafte Krisen und Kollapsszenarien Risiken für die Ernährungssicherheit Geopolitische Dynamiken, Extremwetter, Pandemien und weitere Einflussfaktoren können Versorgungsketten gefährden und auch in wohlhabenden Gesellschaften dazu führen, dass Lebensmittel knapper und teurer werden – mit hohen Risiken insbesondere für armutsbetroffene Menschen. Der eskalierende Klimawandel wird dabei immer noch nicht in dem Maße ernst genommen, wie es den tatsächlichen Gefahren angemessen wäre. Geopolitische Risiken Handelskonflikte und Kriege können massive Folgen für die Versorgung mit Lebensmitteln haben. Bereits der russische Angriff auf die Ukraine hat weltweit die Ernährungssysteme erschüttert: Russland und die Ukraine sind wichtige Getreideproduzenten und sowohl der Anbau als auch die Exportwege waren zeitweise eingeschränkt. Hinzu kamen im Zuge des Krieges auf den globalen Märkten erhebliche Absicherungs- und Spekulationsgeschäfte, die zu Preissteigerungen führten. Zusätzlich stiegen die Preise für fossile Energie und Düngemittel, weil Exporte aus Russland reduziert wurden. Auch in Deutschland trugen diese Dynamiken dazu bei, dass Lebensmittel teurer wurden. Im Frühjahr 2026 führt der Iran-Konflikt dazu, dass die Preise von Öl, Gas und Düngemittel deutlich ansteigen. Die Lebensmittelwirtschaft spürt das auf mehreren Wegen: Die meisten Landmaschinen fahren mit Diesel, viele Verarbeitungsbetriebe wie Molkereien arbeiten mit Erdgas. Besonders bedrohlich ist die Teuerung und mögliche Knappheit beim Stickstoffdünger, der eine zentrale Grundlage der aktuellen Landwirtschaft ist. Deutsche Agrarverbände warnen entsprechend vor einem Preisschock im Supermarkt. Bisweilen wird behauptet, die Tierhaltung stelle für das Düngerproblem eine Lösung dar, da sie Stickstoffdünger in Form von Gülle liefert. Tatsächlich ist das ein Mythos: In Wahrheit verschärft die Tierhaltung zumindest im aktuellen Ausmaß das Problem. Denn für den Anbau der Futtermittel für die Tiere wird insgesamt mehr Dünger benötigt, als nachher abfällt. In der Bilanz braucht die Erzeugung von Tierprodukten mehr externen Dünger als die Erzeugung pflanzlicher Nahrungsmittel. „Die Stickstoffverluste bei der Produktion tierischen Proteins sind viel höher als bei pflanzlichem Protein. Weniger Tiere heißt in der Summe weniger – nicht mehr – Kunstdünger.“ Benjamin Bodirsky, Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung Sicherheit und Selbstversorgung Deutschland konnte sich 2024 laut dem Bundesinformationszentrum Landwirtschaft zu 84 Prozent mit Lebensmitteln selbst versorgen. Der Wert ist ein rechnerischer Durchschnitt aus Exporten und Importen verschiedener Produkte. Einige Güter, darunter Getreide, Kartoffeln, Zucker und Fleisch, werden im Überfluss produziert. Bei anderen sind wir … … auf Importe angewiesen: Bei Gemüse und Obst liegt der Selbstversorgungsgrad nur bei 40 bzw. 18 Prozent. Was der offizielle Wert aber nicht erfasst, sind die benötigten Vorleistungen: Wir können nur so viel Fleisch produzieren, weil wir große Mengen Proteinfutter importieren – dort liegt der Selbstversorgungsgrad nur bei 30 Prozent, d. h. mehr als die Hälfte wird importiert, vor allem Soja aus Süd- und Nordamerika („Eiweißlücke“). Auch bei Düngemitteln und fossiler Energie ist das jetzige Ernährungssystem auf Importe angewiesen. Dadurch entstehen Abhängigkeiten vom Weltmarkt: Störungen globaler Lieferketten können sich hier durch Knappheiten und Preissteigerungen bemerkbar machen. Aber wir sind ebenso bei den Gütern, die wir ausreichend selbst produzieren, in den Weltmarkt eingebunden: Gibt es große Ernteausfällen bei Weizen in wichtigen Anbaugebieten (sog. „Kornkammern“), würden hier die Preise steigen. Internationale Handelsbeziehungen schaffen über komplexe Lieferketten Unsicherheit. Sie schützen aber zugleich vor Versorgungsengpässen, weil nationale Knappheiten ausgeglichen werden können. Expert*innen empfehlen daher, die Ernährungssicherheit nicht nur auf die Frage der Selbstversorgung zu verengen. Gerade ein stabiler EU-Binnenmarkt stärkt die Ernährungssicherheit. Um den Selbstversorgungsgrad in Deutschland und Europa zu erhöhen, müssen die Vorleistungen mit einbezogen werden. Ein zentraler Hebel, um insbesondere den Bedarf an importiertem Dünger und Proteinfutter zu reduzieren und insgesamt die Selbstversorgung zu erhöhen, ist eine Ernährungswende hin stärker pflanzenbasierten Ernährungsweisen. „Für Generationen hat ein stabiles Klima uns verlässliche Ernten gegeben. Aber diese Zeiten sind vorbei.“ PAUL BEHRENS, Oxford University Klimarisiken für die Erzeugung von pflanzlichen Nahrungs- und Futtermitteln Die Klimakrise verändert die Bedingungen für den Pflanzenbau weltweit. Extremwetter wie Dürren, Hitzewellen oder Starkregen können zu Ernteausfällen führen. Besonders groß ist der Schaden, wenn mehrere Kornkammern der Welt – wichtige Anbaugebiete für Getreide und Soja – zugleich betroffen sind. Die Häufigkeit solcher „multiple breadbasket failures“ wird zunehmen: Einer Studie zufolge führt eine Erderwärmung von zwei Grad bereits dazu, dass man im Fall von Mais alle zwei Jahre mit solchen Ausfällen rechnen muss. In Zukunft werden sogar immer mehr Flächen gar nicht mehr landwirtschaftlich nutzbar sein – wir könnten bei ungebremstem Klimawandel ein Drittel der jetzigen Anbaugebiete verlieren. In Deutschland könnte der Ackerbau in einigen Regionen zwar von höheren Temperaturen auch profitieren. Aber die zunehmende Unzuverlässigkeit von Temperaturen und Niederschlag erschwert überall die Bewirtschaftung. Klimarisiken für die Erzeugung von Tierprodukten Die Tierhaltung braucht zum einen stabile Erträge von Futterpflanzen sowohl aus heimischer Produktion als auch über globale Lieferketten. In den USA zum Beispiel sind die Rinderbestände in den letzten Jahren auf einen historischen Tiefstand gefallen












