Doreen Fräßdorf

@artensterben
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Naturkundemuseen gelten als Archive der Biodiversität.
Doch viele Sammlungen zeigen vor allem Männchen.

Nicht weil es mehr gibt, sondern weil sie über Jahrhunderte häufiger gesammelt wurden. Große Geweihe oder prächtige Federn galten lange als besonders sammlungswürdig.

Das Ergebnis: ein Geschlechter-Bias, der Forschung, Ausstellungen & Artenschutz beeinflussen kann.

Bei ausgestorbenen Arten wissen wir manchmal nicht einmal, wie die Weibchen aussahen.

Mehr dazu:
https://www.artensterben.de/geschlechterverzerrung-in-der-naturkunde-bias/

Der Jangtse-Fluss galt lange als ökologisch kollabiert. Seit 2021 greift dort das Yangtze River Protection Law mit 10-jährigem Fangverbot & strengen Umweltauflagen.

Eine Studie vergleicht Fischgemeinschaften vor & nach dem Verbot. In nur 3 Jahren:
Fischbiomasse +209 %
Artenzahl +13 %
große Arten +232 %
Erste Erholung auch bei bedrohten Arten.

Der Jangtse zeigt: Konsequenter Naturschutz wirkt – wenn er ernst gemeint ist.

Blog: https://www.artensterben.de/jangtse-fangverbot-erholung-studie-2026

Studie: Xiong et al. 2026, Science

Nach 147 Jahren wiederentdeckt: Die Motte Drepanogynis insciata galt lange als verschollen. Erst Fotos auf iNaturalist machten ihr Überleben sichtbar.

Die Spannerart lebt in kleinen isolierten Populationen im bedrohten Fynbos-Pflanzengürtel am Westkap Südafrikas.

Raupen, Futterpflanzen & Weibchen der Art sind bislang unbekannt – ohne Wissen über die Nahrungspflanzen ist gezielter Schutz jedoch kaum möglich.

Blog: https://www.artensterben.de/motte-drepanogynis-insciata-wiederentdeckt

Studie: Sihvonen et al. 2025, ZooKeys

Invasive Arten gehören zu den unterschätzten Treibern des Artensterbens.

Eine neue Studie (Peh & Bird 2026, Biosphere) zeigt: Nur 9% aller dokumentierten Aussterben gehen allein auf ihr Konto, doch in 25% der Fälle wirken sie gemeinsam mit anderen Belastungen & geben geschwächten Arten den letzten Stoß.
Besonders betroffen sind Inseln, wo 91% der rein invasiv verursachten Aussterben stattfanden.
Wer Arten retten will, muss invasive Arten ernst nehmen.

Blog: https://www.artensterben.de/invasive-arten-artensterben-studie

🕊️ Erster Nachweis nach 94 Jahren
Die Rostlerche (Calendulauda rufa) wurde am 2. Februar 2026 erstmals seit 1931 im Tschad lebend dokumentiert. Dabei entstanden auch die ersten Fotos der Art.
Charakteristisch ist das rost- bis braunrote Gefieder der Art & die sandfarbene Unterseite.
Der Nachweis bestätigt ihr fortbestehendes Vorkommen in der Sahelzone & ermöglicht künftig eine realistischere Bewertung von Verbreitung, Bestand & Schutzstatus.

Mehr dazu im Blog: https://www.artensterben.de/wiederentdeckung-rostlerche-nach-94-jahren/

🧬 Kann Gentechnik das #Artensterben „reparieren“?

Eine Studie mit 363 Teilnehmenden zeigt: De-Extinktion macht Aussterben nicht automatisch akzeptabler. Problematisch wird es dort, wo Menschen an eine „Rettung aus dem Labor“ glauben – dann steigt die Bereitschaft, Artenverluste hinzunehmen deutlich.

Transparente Kommunikation ist entscheidend. Bisher wurde kein ausgestorbenes Tier 1:1 zurückgeholt.

Mehr im Blog: https://www.artensterben.de/de-extinktion-moral-hazard-artenschutz-studie

Quelle: Lean et al. 2026, Biological Conservation

Die neue Rote Liste der Brutvögel in Rheinland-Pfalz zeigt: ~55 % der Arten gelten als bestandsgefährdet, extrem selten oder bereits verschwunden.

Besonders betroffen sind Vögel in Feuchtgebieten & Agrarlandschaften.

Seit der letzten Roten Liste im Jahr 2014 konnten sich nur 4 Arten verbessern, 36 haben sich verschlechtert. Betroffene Arten sind u.a. Schleiereule, Tannenhäher, Kiebitz & Feldsperling.

Blog: https://www.artensterben.de/rote-liste-der-brutvoegel-rheinland-pfalz-2025

Quelle: Landesamt für Umwelt Rheinland-Pfalz (2025)

Warum reicht Wissen über Artensterben oft nicht aus, um wirklich zu handeln?

Zwei Studien zeigen: Unsere Beziehung zur Natur schwindet – und wird zunehmend durch Distanz & Angst ersetzt. Richardson (2025) belegt einen Rückgang der Naturverbundenheit um rund 60 % seit 1850 – parallel zu Industrialisierung & Urbanisierung. Jensen et al. (2025) zeigen, dass Naturangst (Biophobie) weltweit zunimmt.

Ohne emotionale Bindung bleibt Naturschutz abstrakt.

Mehr im Blog: https://www.artensterben.de/biophobie-naturentfremdung-artenschutz

Der Rückgang vieler Vogelarten ist kein Randphänomen, sondern Folge intensiver Landwirtschaft.

Eine Studie aus Frankreich zeigt: Je höher der Pestizideinsatz, desto seltener kommen Vogelarten vor – bei 84 % der untersuchten Arten.
Entscheidend ist nicht die Giftigkeit einzelner Mittel, sondern die Gesamtmenge.
Biodiversität lässt sich nur durch eine grundsätzliche Reduktion des Pestizideinsatzes schützen.

Quelle: Monnet et al. 2026, Proc. R. Soc. B

Blog: https://www.artensterben.de/pestizid-studie-vogelarten-agrarlandschaften

Schadet Windkraft Vögeln, Fledermäusen & Insekten?

Studien zeigen ein differenziertes Bild: Risiken sind real, aber standortabhängig.
Vogelkollisionen konzentrieren sich auf wenige ungünstige Standorte, Fledermausverluste lassen sich durch gezielte Abschaltungen senken.
Für Insekten gibt es keine belastbaren Hinweise auf einen relevanten Beitrag zum Insektensterben.
Global dominieren Lebensraumverlust & #Klimawandel
Gut geplant kann Windkraft Teil der Lösung sein

Blog: https://www.artensterben.de/windkraft-artenschutz-vs-klimaschutz