jetzt bitte noch ins #fediverse wechseln, lieber DLF, und der Tag ist rund
ist es die Freiheit, die unterdrückt, und das Gesetz, das befreit."
(Lacordaire)
@flxtr
antifa.mlic
Wir sind aus der Mitte der Gesellschaft, auch wenn wir nicht
so genau wissen, wie wir da eigentlich hingekommen sind. Wir haben Berufe,
wir haben Familien, wir haben Rücken.
Ohne unsere Lesebrillen sind wir in jedem Drogeriemarkt verloren.
Wir kennen uns aus mit Krisen, denn wir sind in der Midlifecrisis, auch wenn
wir wissen, dass das ein kapitalistisches Phänomen ist, aber das hilft leider nicht.
Wir schlafen schlecht und wir haben schlechte Laune. Wir können nicht mehr in
der ersten Reihe laufen, aber wir können alle an die Wand diskutieren.
Wir kennen uns von früher, wir sind immer noch auf Facebook und wir leben
politisch im Konjunktiv. Wir müssten eigentlich längst. Früher hätten wir jetzt.
Eigentlich würden wir.
Wir wissen alles besser, aber wir wissen nicht, wann wir es wem erzählen sollen.
Damit ist jetzt Schluss. Wir haben uns organisiert.
Wir sind die Antifa aus der Mitte der Krisen, die Antifa MidLifeCrisis (MLC).
Für uns gilt: Nie wieder Teil einer Jugendbewegung sein. Für uns gilt auch:
Antifa heißt weitermachen. Antifa heißt wieder anfangen.
Antifa heißt nicht aufgeben.
Antifa heißt dieselben Sachen wie vor 20 oder 30 Jahren immer wieder sagen.
Antifa heißt: Dagegensein. Dagegenhalten. Durchhalten.
Wir sind dankbar, dass niemand wegen des Leidens der deutschen Zivilbevölkerung
gefordert hat, mit den Nazis zu verhandeln,
Wir sind dankbar, dass die Alliierten den Krieg bis zur bedingungslosen
Kapitulation Deutschlands geführt haben.
Wir wissen aus der Generation unserer Großeltern, wie das ist,
wenn irrationaler Hass das gesellschaftliche Handeln bestimmt.
Wir kennen die Folgen.
Wir sind froh, dass Deutschland den Krieg verloren hat,
auch wenn das bedeutete, dass großes Leid
über die Zivilbevölkerung gebracht wurde und deutsche Städte brannten.
Wir sind die Enkel der Täter, die Enkel der Mitläufer, die Enkel der Wegseher.
Wir haben Nationalsozialismushintergrund.
Wir werden niemanden von der deutschen Schuld befreien.
Wir wissen, dass viele unserer Großeltern Hitler gewählt haben.
Wir wissen: Wer vom Kapitalismus nicht sprechen will, soll vom Faschismus
schweigen (Horkheimer).
Wir wissen aber auch: Man muss immer dialektisch und undialektisch
zugleich denken (Adorno).
Das heißt, es ist ganz einfach:
Terror ist durch nichts zu rechtfertigen oder zu relativieren.
Die Hamas hat mit Befreiung nichts zu tun.
Antisemitismus ist zu bekämpfen, ohne wenn und ohne aber, immer und überall.
Wir wissen, dass es kein richtiges Leben im Falschen gibt, wir wissen aber auch,
dass das nicht die Entschuldigung dafür sein kann,
immer weiter einzeln vor sich hinzumachen.
Das haben wir lange genug gemacht und gut war das nie.
Antifa heißt auch, zivilisatorische Mindeststandards zu verteidigen,
für Menschenrechte und Demokratie einzutreten und dabei nicht zu vergessen,
dass nur so die Bedingung der Möglichkeit, einmal tatsächlich ohne Angst
verschieden sein zu können, erhalten werden kann.
Wir haben gelernt zu diskutieren und das werden wir jetzt tun.
Wir können organisieren und das werden wir jetzt tun.
Wir mischen uns ein.
Wir sind solidarisch mit Israel und allen Jüdinnen und Juden.
Gegen jeden Antisemitismus.
Gegen Kapitalismus.
Für das gute Leben.
⚠️⚠️⚠️⚠️⚠️⚠️⚠️⚠️⚠️⚠️⚠️
Das Schweigen der Bundes- #cdu zu den Massenprotesten
IST
OHRENBETÄUBEND
⚠️⚠️⚠️⚠️⚠️⚠️⚠️⚠️⚠️⚠️⚠️
Ein Punkt, der bei der Bewertung von „Gegen Rechts“ Demos oft übersehen wird, ist, dass sich faschistische Bewegungen auch aus der Behauptung und dem Gefühl heraus speisen, „das Volk“ und „die überwiegende Mehrheit“ darzustellen, etwas das nie stimmt, aber durch Vereinzelung der Gegner so wirken kann. Große (Gegen)Demos helfen, diese Erzählung zu brechen und sind allein deshalb als Symbol unschätzbar wichtig.
Lasst euch nicht das Gegenteil erzählen.#noafd