RE: https://gruene.social/@kaibojens/116803387181972994

Warum ich als Fußgänger inzwischen nur ungern und selten in Mainz bin: Agressive Radfahrer, die Ampeln, "Geh"-Steige und Fußgängerzonen bestenfalls als historische Fußmarke betrachten.

Die Augustinerstraße beispielsweise, im Zentrum der Mainzer Altstadt, ist durchgehend Fußgängerzone. Es gibt sogar zusätzliche Radfahrverbotsschilder (254). Doch Radfahrer, sowohl Lieferanten als auch "ganz normale" Radfahrer, rasen durchaus mal mit 30 km/h zwischen Fußgängern hindurch. Ohne 360-Grad-Blick ist es mir dort zu gefährlich.

Eine grüne Fußgängerampel im Mainz ist für mich ein Warnzeichen, die Straße nur mit vorsichtigen Blicken nach links und rechts zu überqueren.

Als Autofahrer muss ich in Mainz regelmäßig abbremsen, weil eine grüne Autoampel nur eine Empfehlung für mich sein kann, weil Radfahrer trotzdem die Kreuzung queren.

Als Wanderer und Läufer meide ich bestimmte Strecken zu bestimmten Zeiten, weil dann vermehrt regelmäßig rasende Radfahrer von hinten kommend in einstelligen Zentimeterabständen ohne Warnung vorbeirauschen oder mich von vorne kommend vom Weg drängen - oft auch, weil sie zu zweit nur nebeneinander fahren "können".

Viele Radfahrer sind rücksichtsvoll, nehmen Blickkontakt auf, grüßen auch. Nach meinem Empfinden werden es immer weniger.

#Mainz #Radfahren #Wandern #Laufen #Rant

@DerEntspannende

>Ampeln sind gefühlt nur für Autofahrer

Ampeln gibt es wegen Autos, sind aber maximal auf deren Bedürfnisse zugeschnitten. Hier in Leipzig gibt es Stellen, wo man als Fußgänger und Radfahrer auf jeden Fall warten muss, weil es je eine Ampelschaltung pro Fahrbahn und Straßenbahn gibt. Autofahrer dürfen natürlich bequem losdüsen.

Natürlich gehen und fahren dann Leute bei rot über die Straße. Viele Probleme rühren vom MIV her. Dass es vereinzelt Idioten gibt - geschenkt.

@hap Woher hast Du das Zitat? Von mir ist es nicht, auf den Artikel kann ich gerade nicht zugreifen.

Ja, es gibt Personen, die sich nicht an Verkehrsregeln halten und die rücksichtslos sind. Ob es Idioten sind, kann ich nicht beurteilen. Für mich sind es annektotisch über die verschiedenen Gruppen von Verkehrsteilnehmer hinweg leider nicht mehr nur einzelne.

Ich könnte als Autofahrer die Ampelschaltung hier im Ort ignorieren, weil sie so lange ist, damit Radfahrer durch den Engpass kommen. Dann wäre ich vermutlich ein Idiot. Tue ich aber nicht. Ob die vielen Radfahrer, die hier bei Rot durchfahren, Idioten sind, weiß ich nicht. Ich halte dann trotz grüner Ampel für mich in der Engstelle einfach nur an. Vielleicht verhalte ich mich auch nur idiotisch, weil ich mich an Verkehrsregeln halte, obwohl ich sie in einigen Fällen für mich als nachteilig beurteile.

@DerEntspannende

Das Zitat ist aus dem Artikel.

Ich kann deine Argumentation nicht nachvollziehen. Mein Punkt ist: Es gibt Leute, die sich nicht an Verkehrs- oder sonstige Regeln halten und diese wird es immer geben. Ist diese Person Autofahrer, ist dies ungleich gefährlicher als bei anderen.

Es gibt deshalb diese Regeln überhaupt nur, weil es Autos als Massenphänomen gibt und wir akzeptieren, dass Autos gefährlich sind. Das müsste - zumindest in dem Umfang - nicht so sein.

@DerEntspannende

Argumentativ würde ich mich etwas vom Niveau a la "Es ist verboten, weil es verboten ist" entfernen wollen.

🥦

@hap Wenn Du Dich über die Gefährdung von Radfahrern durch Autofahrer unterhalten möchtest, ist das okay. Da werden wir wahrscheinlich eine sehr hohe Übereinstimmung finden. Dann werden wir uns genau darüber unterhalten und nicht über die Gefährdung von Fußgängern.

Doch in Bezug auf das Thema der Gefährdung durch Radfahrer sind wir wohl weit auseinander, oder zumindest möchtest Du Dich über das Thema nicht unterhalten, sondern eben über das Thema der Gefährdung der Radfahrer und die größere Gefährlichkeit von Autos.

Ich bin für die Einhaltung von Regeln, um schwächere Gruppen von Verkehrsteilnehmern nicht zu gefährden und nicht für die Einhaltung von Verboten, "weil es verboten ist".

Ja, es handelt sich um Regeln, die existieren aufgrund von Autos, und Autos sind gefährlich. Aber was hat das mit der Gefährdung von Fußgängern durch Verstöße gegen Regeln zu tun?

Du formulierst Argumente über die Gefährdung von Radfahrern durch Autos- und schwenkst damit um auf andere Aspekte des Verkehrs, ohne auf meine Aspekte einzugehen.

Bei mir kommt es so an, dass die Gefährdung durch Autofahrer größer ist, wenn sie sich nicht an Regeln halten, und dass die Gefährdung im Verkehr durch andere Verkehrsteilnehmer daher nicht betrachtet werden muss - denn es geht ja eben um die Gefährdung durch Autos.

@DerEntspannende

Im Ausgangsartikel geht es halt u.a. darum, dass Radfahrer bei rot über die Straße fahren und dies zu Unfällen führe. Darauf bezog ich mich überwiegend.

Ich stimme auch voll zu, dass genug Leute sich nicht an die Verkehrsregeln halten, ich behaupte mal, niemand macht das zu 100 %. Meine Behauptung ist, dass wenn die Verkehrsräume anders verteilt wären, nämlich deutlich weniger zum Vorteil der Autos, es dann auch weniger Konflikte zwischen anderen Formen der Mobilität gäbe.

Ich befürchte, dass Artikel und Diskussionen wie diese die Debatte verschieben. Denn ich bin auf jeden Fall der Ansicht und denke auch, dass die Zahlen dafür sprechen, dass Autos deutlich gefährlicher sind, als so gut wie jede andre Form der urbanen Fortbewegung. Deshalb sollte hier auch der größte Fokus gelegt werden.
Ich bin selbst oft genug auch als Fußgänger unterwegs und zwar mit zwei kleinen Kindern. Dabei habe ich Angst davor, dass ein Kind auf die Straße läuft. Wenn das dann heranfahrende Auto 30 fährt, war es das vielleicht. Bei 50 – ganz sicher. Davor dass ein Kind von einem Fahrrad erfasst wird und dann stirbt, habe ich weniger Bedenken. Denn das ist nicht völlig ausgeschlossen, aber doch sehr sehr viel unwahrscheinlicher.
Tl;dr: Motorisierter Individualverkehr ist _das_ Hauptproblem in Städten, was Platzverbrauch, Umweltbelastung und eben auch die Gefahr von Personenschäden betrifft. Deshalb sollte/muss hier mMn das Hauptaugenmerk liegen. Das bedeutet im Umkehrschluss nicht, dass nicht auch durch z.B. schwere E-Bikes Gefährdungen entstehen können. Alle Verkehrsteilnehmer brechen die Regeln in unterschiedlichem Umfang. Hauptunterschied ist die mögliche Folge davon.
@hap Danke für die Klarstellung. Jetzt sehe ich uns wieder "beieinander".