In "Reisen" setzt sich Felicitas Hoppe auf kluge und zugleich sehr persönliche Weise mit dem Unterwegssein auseinander. Statt klassischer Reiseberichte oder Urlaubserzählungen bietet das schmale Buch eine Mischung aus Essay, Erinnerung und Reflexion. Hoppes Weltumrundung auf einem Containerschiff gilt als Ausgangspunkt und immer stellt sich die Frage, warum Menschen überhaupt reisen, welche Sehnsüchte sie antreiben und weshalb die Suche nach dem Fremden oft auch eine Suche nach sich selbst ist. Besonders überzeugend ist ihre originelle, sprachlich präzise Art, das moderne Reisen zu hinterfragen. Mit feiner Ironie beschreibt sie Flughäfen, Züge und Hotels als Orte zwischen Aufbruch und Orientierungslosigkeit.
Das Buch richtet sich weniger an Leserinnen und Leser, die spannende Reiseabenteuer erwarten, sondern an alle, die über das Phänomen des Reisens nachdenken möchten. Hoppes assoziativer Stil verlangt Aufmerksamkeit, belohnt aber mit vielen klugen Beobachtungen. Insgesamt ist Reisen ein anspruchsvoller, nachdenklicher Essayband über Fernweh, Sehnsucht und die Frage, was wir eigentlich suchen, wenn wir aufbrechen.
Ein sprachlich brillantes und philosophisches Buch, das das Reisen nicht nur als Tourismus begreift.

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