Ein Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige klingt für viele Erwachsene toll. Für das queere Kind im Dorf, das behinderte Kind ohne Freunde vor Ort, das Mobbingopfer auf dem Schulhof oder den Außenseiter kann es aber verdammt hart sein. Das Netz ist nicht nur TikTok und Katzenvideos. Es ist oft die einzige Möglichkeit, Menschen zu finden, die einen verstehen. Wer alles verbietet, sperrt nicht nur Bullshit aus. Er sperrt auch Hoffnung, Gemeinschaft und Hilfe aus. Das ist ein grausamer Holzhammer und hat mit Jugendschutz nichts zu tun.

#SocialMedia #Jugendschutz #LGBTQIA #Inklusion #Behinderung #Mobbing #Kinderrechte #Queer #Digitalisierung #UK

@Lancker
Es ist auch verboten, Heroin zu nehmen.

Verbieten wäre möglich, dann aber für alle und vollständig.

Die andere Alternative ist nur noch Bildung.
Kinder brauchen Bildung, um mit Medien umgehen zu können. Das wäre mal was Neues.

@Lancker Statt die Probleme anzugehen (die ja auch Erwachsene betreffen) werden lieber die Kids ausgesperrt. Warum? Weil Politik einen Grund braucht, Klarnamen durchzudrücken, Überwachung zu erleichtern. Echter Kinder- und Jugendschutz wäre Aufklärung und Bildung. Verbote sind Unsinn, können umgangen werden und verschärfen so nur das Problem. Siehe auch Thema Sexualität.
@Lancker Was denkst du über die Möglichkeit, dass man nur Accounts für Jugendliche wegfallen, die Nutzung ohne Account aber weiter möglich bleibt? Ich frage, weil ich selbst kommerzielle Social Media fast immer ohne Account verwende. So ist man dem Algorithmus nicht ganz so schlimm ausgeliefert.
@hobo_ahoi Ich frage mich dabei immer, wie Kinder und Jugendliche, die z.B. queer, behindert oder schwer krank sind, damit umgehen werden. Was nehmen wir diesen Kindern? Sie dürfen dann noch lesen, aber ihre Teilhabe am Leben ist weg. Der schwule Junge auf dem Dorf, die Auti, die in der Schule gemobbt wird, der Rollifahrer, der sich mit anderen austauschen will. Das Kind im Reinraumzimmer. Alle diese Menschen haben dank SM ein Tor zur Welt, und wir haben einfach nicht das Recht, es ihnen zu nehmen. Zumindest bin ich mir sicher das wir nicht das Recht dazu haben.
@hobo_ahoi Wie geht das auf Plattformen, welche ein Walled Garden sind? Ohne Account funktionieren viele Social-Media-Plattformen nicht. Zudem geht es bei der Diskussion nicht wirklich um Jugendschutz, sondern darum Kontrollstrukturen zu rechtfertigen, welche alle Menschen betreffen. @Lancker

@logicaltux @Lancker Ich tue mich schwer damit, auf die kundenfeindlichen Walled Garden Geschäftsmodelle extra Rücksicht zu nehmen. Ich finde, wir sollten Jugendliche eher vor solchen Praktiken bewahren.

Und ich halte es für ein grundsätzlich ehrenwertes Ziel, Jugendliche vor dem ganzen Fascho-Müll, den die Algorithmen reinspülen, zu schützen. Sie sind halt noch nicht erwachsen. Nur muss der Schutz halt verhältnismäßig sein, … 1/2

@logicaltux @Lancker … d.h. es darf nicht das gesamte Internet für Jugendliche wegfallen, nur die Algorithmen.
@hobo_ahoi @logicaltux Ich würde es viel besser finden wenn alle Bürger vor Faschos und ihrem Müll Geschütz würden.
@Lancker @logicaltux Ja, ist mir auch recht. Wie gesagt nutze ich selber ja auch YouTube meist ohne Account :D

@hobo_ahoi @Lancker

Ich will gar keine Rücksicht auf Walled Garden Geschäftfsmodelle. Deren Algorithmen veursachen meist erst die Probleme (u.a. menschenfeindliche Weltbilder, Sucht, Desinformation etc.).

@logicaltux @Lancker Ja, und nochmal: Das Internet ist ne geile Sache. Und Jugendliche sollen so früh und so viel wie möglich damit Erfahrung machen. Aber gerade vulnerable Jugendliche, z.B. einsame, sozial isolierte oder Mobbingopfer, müssen vor den Verblödungsalgorythmen geschützt werden, verhältnismäßig und mit Augenmaß :)