Mir wollte heute wieder ein motorisierter Letztwähler erklären, dass mein Sohn und ich in der Tempo 30-Zone mit dem Fahrrad auf dem nicht vorhandenen Hochbordradweg fahren müssen. Während er kackdreist §6 StVO missachtete (auf seiner Seite standen Autos) und uns den Vorrang nahm.

Und darum, liebe Kinder, gehören Autos nicht in Städte.

#motorisierteGewalt #StVO #Verkehrswende# #Carbrain

@neuimneuland Das ist ja das schlimme: du kriegst das Carbrain nicht raus aus den Leuten. Es hilft wirklich nur #AutoFrei - komplett gesperrt für motorisierten Verkehr.
Wir haben viele Fahrradstraßen in München. Aber die meisten Autofahrys fahren wie es ihnen passt. Keine Rücksicht auf Radlys oder Fußgehende. Nicht mal an Zebrastreifen wird Vorrecht geachtet.
@energisch_ @neuimneuland ich sehe es etwas differenzierter, denn ich erlebe auch immer wieder sehr rücksichtsvolle Autofahrer:innen. Verzichten auf ihre Vorfahrt, warten bei engen Straßen hinter geparkten Autos, überholen mit ausreichend Abstand oder fahren langsam hinter mir her, bis genügend Platz ist. Schwer zu sagen, wie die Mengenverhältnisse sind. Die Negativbeispiele bleiben evtl. stärker in Erinnerung.
@luki Klar. Das negative Verhalten, das nicht nur Adrenalinmomente bringt, sondern zu häufig knapp an einem schwerwiegenden Unfall vorbeischrammt, das bleibt. Oder was mich jüngstens wieder total aufgebracht hatte: Zebrastreifen in einer vielbefahrenen Fahrradstraße in München. Grundschulkinder warten darauf dass frei wird (nicht wegen Radverkehr, wegen Autoverkehr!) Keiner Hält. Habe mich mit EBike & Lastenanhänger (eine fett geladene Carla, nicht zu übersehen!) quergestellt. @neuimneuland
@luki @neuimneuland Die Dreistigkeit von Autofahrenden, die anderen einfach jegliches Recht nehmen, die Straße zu queren, machte mich sprachlos vor Wut. Dann der Herdentrieb. Die Autoschlange riss einfach nicht ab. Bis ich mich dazwischen drängte. Es war unfassbar. Ich schreie Leute normalerweise nicht an. Aber da konnte ich mich nicht beherrschen.
@energisch_ @neuimneuland das verstehe ich gut. Hatte ähnliches Erlebnis in Österreich an der A 100 in einem Ort. Musste beherzt den Arm ausstrecken und einen Schritt Richtung Zebrastreifen machen. Stelle fest, dass die Aggressivität insgesamt zugenommen hat. Betrifft mich auch als Autofahrer. Ist auch kein Wunder. Viele Autos, viel Stau, das fördert Aggressivität. Hab mal recherchiert. Siehe Grafik. Autos werden mehr, der Platz dafür nicht! https://cdn.statcdn.com/Infographic/images/normal/28842.jpeg
@luki Ja, die Enge und das Gedränge, auch Zeitmangel wegen Staus werden immer schlimmer und die Aggressionen nehmen zu. Aber dass dann Schulkinder ohne Schülerlots*innen nicht mal mehr in einer Fahrradstraße den Zebrastreifen nutzen können, das hat eine neue Qualität der Rücksichtslosigkeit. @neuimneuland
@energisch_ @neuimneuland wenn ich zurück denke: das Thema ist nicht neu, heute vermutlich intensiver. Ende der 60er war ich Schülerlotse. Jeden Morgen haben wir den Zebrastreifen vor der Schule gesichert. Das gibt es heute kaum noch. Warum eigentlich nicht? Anscheinend fällt es den Fahrer:innen schwer, das Fahrzeug anzuhalten.
@luki @energisch_ Dafür müssen sich Freiwillige finden, die das machen wollen. Andererseits ist es einfach absurd, wenn in einer Tempo 30-Zone mit Zebrastreifen noch ein Schulweghelfer nötig ist. Da wäre es sinnvoller, die Straße einfach ganz für Autofahrer zu sperren, jedenfalls vor Schulbeginn und nach Unterrichtsende.
@neuimneuland @energisch_ die Freiwilligkeit war damals kein Problem. Wir haben das alle gerne gemacht. Straßensperrung ist sicher ein Ansatz, auch wegen „Elterntaxis“. Halt nicht überall möglich.
@neuimneuland Das ist in München nicht so einfach - es gibt dort mehrere Schulen in der Umgebung. Und eine Tageskita ebenso. Also viele Kinder unterwegs morgens, vormittags, mittags und bis in den späten Nachmittag. Aber klar hast du recht: es ist ein Unding, dass es Polizei oder Schülerlots*innen mit Kelle braucht, um einen Zebrastreifen sicher nutzen zu können. @luki

@energisch_ @neuimneuland @luki

wenn zebrastreifis nicht mehr respektiert werden ist es zeit für bedarfsampeln... der autofahrer muss aussteigen und zur ampel gehen und knopf drücken um grün zu kriegen...

@neuimneuland @luki @energisch_ Freiwillig? »Damals« war jede(r) mal für eine Woche dran. Zweite oder dritte Klasse? Wir haben das im Zweier-Team gemacht. Warnweste, Kappe und eine orangefarbene Kelle.
Ich erinnere mich noch, dass mich das frühere Aufstehen genervt hat, war aber stolz wie noch was. Das war eine wichtige Aufgabe.
Aber in den frühen 70er Jahren gab es viel, viel weniger Autoverkehr. Das lässt sich auf heute nicht mehr übertragen.
@aoeBerlin @neuimneuland @energisch_ Bei uns war es ein "ausgewählter Kreis". Schüler:innen, die als besonders zuverlässig galten. Da waren wir redht stolz. Und es gab eine zusätzliche Fahrt nach London mit dem betreuenden Lehrer. Das war geil!
@luki Bei größeren Straßen gibt es hier überall Lots*innen und an ersten Schultagen auch Polizei an fast jedem Übergang. Das ist einerseits gut, stellt den Münchner Autofahrys aber ein Armutszeugnis aus. Und ja, es ist ne verdammte Sauerei, dass es sogar in 30er Zonen und Radfahrstraßen nötig wäre. @neuimneuland
@energisch_ @neuimneuland stimmt, in München hab ich das auch schon gesehen. Hier im Rheinland noch nicht.
@luki es ist beruhigend, dass es auch anders geht ;-) @neuimneuland

@energisch_

das hängt sehr von den Schulen ab in München. Z.B. die Berg-am-Laim Grundschule kann i.a. nicht über Mangel an Schulweghelfer klagen, da hat man das Gefühl die Hälfte aller Opas und Omas der Schüler stehen sich da manchmal eher im Weg. Zweite große Grundschule im Stadtviertel an der Grafinger Str.: der halbe Schulsprengel muß den mittleren Ring/B2R (also die Münchner Stadtautobahn) queren und da sind Schulweghelfer Mangelware. Das hat auch mit der Demografie zu tun. Die erstere Schule ist die für die toitschen Kinder...

@luki @neuimneuland

@luki @energisch_ @neuimneuland

Ich fand vor einer Weile den Schulatlas meiner Mutter (geboren in den 50ern).
Habe ihn mit meinen Kollegen angesehen, da einige von ihnen in der DDR geboren wurden.

Was mir dann auffiel: "Wohlstand" wurde in Autos/Einwohner (oder Einwohner/Autos) gemessen.

Dieses Narrativ ist tief verwurzelt und wird weitergegeben. Ich muss häufiger erklären, "warum" und "wie" ich kein Auto habe als warum oder wie jemand kein Fahrrad habe...

@ChristianRiegel Wie war da mal diese grottenmiese Werbung? "Mein Haus, mein Auto, meine Familie" .... genau mit diesen Prioritäten. Wobei in DE das Auto noch vor dem Haus kommt. @luki @neuimneuland

@energisch_ @luki @neuimneuland

War es nicht sogar Haus, Auto, Boot? 🙄

Du hast völlig recht, Auto käme in DE noch vor Haus, hab ich nie drüber nachgedacht!

"Mein Auto, mein anderes Auto, mein Webergrill, mein Fußball, mein "Veganer essen meinem Essen das Essen weg" T-shirt, mein Haus, mein Boot"

@ChristianRiegel Ja, könnte sein. Da ist die Familie schon abgesoffen. @luki @neuimneuland
@energisch_
Ich glaube Familie, im Sinne von >=2 Kinder, wurde immer als gegeben angenommen.
Erst in den letzten Jahren verstehen die meisten das 1 Kind, ja sogar 0 Kinder, was ja auch Familie ist für den Staat langfristig zum Problem wird. Normalerweise sollte man meinen das politisch ein Umdenken deswegen erfolgt, aber davon ist bisher nicht viel zu sehen. 🤷‍♂️
@ChristianRiegel @luki @neuimneuland
@alchemist Kannst du es jungen Menschen verdenken, dass sie keine Familie gründen wollen? Bei den dystopischen Zukunftsaussichten und einer Regierung, die alles dafür tut, Familien schlechter zu stellen, Care-Arbeit noch mehr abzuwerten, Klima weiterhin fossil zu zerstören? Keine Ganztagsplätze für Kleinkinder, ja nciht mal Grundschülys? Und dann Eltern schlecht reden, wenn 1 zu Hause bleiben muss, um Kinder zu hüten, deshalb finanzellen Support braucht.. @ChristianRiegel @luki @neuimneuland
@energisch_
Die aktuelle Politik ist zugegeben grauenvoll und gänzlich visionslos. Dabei gibt es auch Lichtblicke. Wer hätte vor 10 Jahren gedacht wie rasch sich Solar und Elektroauto entwickeln können.
Ich glaube aber nicht das die Familienplanung an dystopischen Aussichten scheitert, sowas gab’s ja früher auch schon. Was m.E. fehlt ist eine “Kinder first” Politik, das ist zugegeben recht radikal.
@ChristianRiegel @luki @neuimneuland
@ChristianRiegel
Ich habe weder Haus noch Auto noch Boot. 😬
Bei der zweiten Aufzählung habe ich aber wenigstens den Webergrill. 😅
@energisch_ @luki @neuimneuland
@luki @energisch_ Das ist nicht "sehr rücksichtsvoll", die halten sich einfach nur an die Regeln. Das sollte selbstverständlich sein.
@neuimneuland @luki @energisch_
Meine Erfahrungen, speziell bei der #CM: Andere Radfahrys und Fußgehende versuchen sich durchzudrängeln.
@energisch_ @luki @neuimneuland
Das schlichte Einhalten der StVO würde ich jetzt nicht als Rücksicht bezeichnen.
Was bringt mir ein Autofahry im Monat, der auf seinen Vorrang verzichtet, wenn hunderte andere mich zu eng überholen, mir die Vorfahrt nehmen, den Radweg blockieren, Durchfahrtsverbote missachten...?
Solange weit über 90 % (tägliche Erfahrung) der Motorisierten die StVO missachten, kann mir das eine Autofahry gestohlen bleiben.
@morsuapri @energisch_ @neuimneuland ja, wenn sich alle an die Regeln halten würden, wäre das Leben sehr viel einfacher und angenehmer. Leider sieht die Realität anders aus (nicht nur im Straßenverkehr). Die Einhaltung der Regeln muss deshalb kontrolliert werden -> Aufgabe der Polizei. Hab allerdings den Eindruck, dass früher (vor ca. 30-40 Jahren) mehr kontrolliert wurde.
@luki @energisch_ @neuimneuland
Die Kontrollen beschränken sich leider auch nur auf wenige Aspekte, wie Geschwindigkeitskontrollen, vor denen dann vorher in den privaten Radiosendern gewarnt wird.
Dass die Beachtung von Durchfahrtsverboten kontrolliert wird, habe ich noch nie erlebt, im Gegenteil, nach meiner Anzeige gegen einen Autofahrer, der mich auf einem Wirtschaftsweg genötigt und gefährdet hat, hat die Polizei ihn in Schutz genommen, er häbe ja schließlich da irgendwo einen Garten.
@morsuapri @energisch_ @neuimneuland bei uns werden Geschwindigkeitskontrollen meist nicht von der Polizei, sondern vom Ordnungsamt durchgeführt.