Manchmal frage ich mich, wie falsch mein Bild von anderen und wie falsch deren Bild von mir ist, basierend auf dem Verhalten online.

Wie viel beim Posten verloren geht, oder dazuinterpretiert werden kann.

Wenn ich mich z.B. hauptsächlich mit einem Thema beschäftige, aber dann kurz an ein anderes Thema denke, was dazu poste und dann wieder zum Ursprungsthema zurückkomme.
Das muss doch wirken, als ob ich mich, da die andere Person sonst nichts mitbekommt, sehr mit diesem Thema beschäftige.

1/

Ähnlich sieht es mit dem Zustand beim Posten aus.
Ich habe schon bei anderen Personen Unterschiede in der "Qualität" der Posts festgestellt und denke, dass das auch bei mir beobachtbar ist.

Ich poste wahrscheinlich mehr in Phasen, in denen ich geistig nicht im besten Zustand dafür bin.
Vor allem bei Schlafmangel ist die Schwelle niedriger, etwas zu posten.
Gleichzeitig denke ich weniger darüber nach, auch über Konsequenzen und wie etwas falsch verstanden werden könnte.

2/

Ich habe schon von anderen gehört/gelesen, dass sie es als Teil des "Demaskierungsprozess" sehen, nicht mehr so sehr darauf zu achten, wie etwas bei anderen ankommt, aber für mich wirkt es fast, als würde man als Teil des Prozesses sehen, beispielsweise weniger Englisch zu sprechen, weil das nicht die eigene Muttersprache ist, obwohl man dann von vielen, die die eigene Muttersprache nicht sprechen, einfach nicht verstanden wird.

3/

Das ist wohl auch einer der Gründe, warum ich eher/mehr poste, wenn ich bereits ein Level an Brainfog habe, bei dem ich schon weniger über Konsequenzen nachdenke.
Wahrscheinlich oft sogar eins, bei dem ich, wenn ich denn einen Führerschein hätte, nicht mehr Auto fahren sollte.

An "guten Tagen" habe ich z.B. gar keine Lust, mich mit Leuten herumzuschlagen, die etwas falsch verstehen, dann aber darauf beharren müssen, dass ihr Eindruck stimmt, ohne über die Alternative nachdenken zu wollen.

4/

Generell ist es für mich sehr unangenehm, falsch verstanden zu werden oder sogar Unehrlichkeit unterstellt zu bekommen.

Eine Erfahrung, die wahrscheinlich die meisten autistischen Personen kennen dürften.

Ich kann mich sogar schon an Situationen im Kindergarten erinnern, bei denen mir unnachgiebig unterstellt wurde, gelogen zu haben.
Wie das eine Mal, als ich die letzte Tasse aus einer Teekanne getrunken habe und mir unterstellt wurde, die ganze Kanne leergetrunken zu haben.

5/

"Verstanden werden" wirkt so, neben der sehr durch kurze Textform limiterten Ausdrucksmöglichkeit, vor allem durch das fehlende Entgegenkommen anderer und die fehlende Bereitschaft, überhaupt zu versuchen zu verstehen, statt nur ihre eigene, oft sehr limitierte Perspektive durchzusetzen, wie ein unerreichbares Ziel.

Eigentlich schon vergebliche Mühe.

Als ob, wenn es andere ohnehin nicht verstehen, wenn ohnehin nicht ankommt, was man sagen möchte, man es sich auch gleich sparen kann.

6/

Auch dieser Thread wurde wenige Tage nach einem Einkauf und mit deutlich zu wenig Schlaf die letzten Tage geschrieben.

7/7

#ActuallyAutistic #Brainfog #Kommunikation #MECFS #Missverständnis #PEM #Schlafmangel #Verständnis