IT-Security-Weisheit am Abend 🌙

»Ich habe nichts zu verbergen« ist keine Sicherheitsstrategie - es ist eine Kapitulation. Daten über dich werden gesammelt, verknüpft und irgendwann missbraucht, ob von Kriminellen, Werbetreibenden oder Behörden. Es geht nicht darum, ob du etwas Verbotenes tust. Es geht darum, wer die Kontrolle über dein Leben hat – du oder andere.

#ITSecurity #Cybersecurity #Sicherheit

@kuketzblog
Ich höre seit Jahren „Was sollen die denn damit, ich bin ja nicht interessant.“ von meinen WhatsApp nutzenden Verwandten. 🤷🏻‍♀️
@lijepasam @kuketzblog Hinweis: Deine WhatsApp-nutzenden Verwandten verraten ja nicht nur sich selbst, sondern auch die Kontakt- und Metadaten von Dir und ihren anderen Kontakten im Adressbuch an Meta.

@M_E_ST @kuketzblog
Deshalb fühlt es sich auch auf meiner Seite manchmal so sinnlos an, meine Daten und die meiner Kontakte zu schützen, wenn ich weiß, daß andere die Daten eh schon weitergegeben haben.

Es scheint den Glauben zu geben, dass, wenn man kein Straftäter oder Prominenter ist, die Daten von keinem Interesse sind.

Ehrlich gesagt, habe ich diesen Kampfplatz aber so gut wie aufgegeben. Ich bemüh mich vorrangig drum, dass sie demokratische Parteien wählen.

@lijepasam @[email protected]

"Ich bemüh mich vorrangig drum, dass sie demokratische Parteien wählen."

Im Zweifelsfall ist dieses Bemühen bestimmt segensreicher als der Windmühlen-Kampf gegen die Datenkraken. Viel Erfolg!

@lijepasam
Wird tatsächlich immer schwieriger.
Ich persönlich komm gut klar damit, dass ich gewisse Dinge nicht mitbekomme.
Aber meine Kinder sind inzwischen in einem Alter, in dem sie Nachteile durch meinen Boykott haben:
- Keine aktuellen Infos zur Klassenarbeit aus der WhatsApp Gruppe
- keine Infos aus der Vereinsgruppe
- anderen Eltern ist es zu blöde sich zu melden, um die Kinder zum Spielen zu verabreden
Ein Dilemma.
Next step: Mobiltelefon fürs Kind... Was tun?
@M_E_ST @kuketzblog

@KaiAhnung @lijepasam @kuketzblog In der Tat muss man hier pragmatisch entscheiden. Keine digitale Unabhängigkeit der Welt ist die soziale Isolation eines Kindes wert. Du wirst also um WhatsApp nicht herum kommen. Mit ein paar Begleitmaßnahmen lässt sich aber der Schaden begrenzen (z.B. Zweit-Smartphone oder Kontakte-sperren, ggf. auch beeper.com)

Aber man muss diese Leute, die einen zu WhatsApp nötigen, nicht mögen. Aber wie immer lohnt es sich nicht, asoziale Ignoranten überzeugen zu wollen.

@M_E_ST
Stimmt alles.
Dass jedoch die Technologie der "bösen" noch immer Standard ist, macht weder logisch Sinn, noch will ich es akzeptieren.
Das ganze Zeug ist irgendwie die "Fossilenergie" des Digitalen.
Ist schlecht, sollte eigentlich jeder wissen, kommt aber nicht weg. Frustrierend.
@lijepasam @kuketzblog

@KaiAhnung @lijepasam @kuketzblog Wenn Dein Vergleich mit der Fossilenergie stimmt, dann besteht ja noch Hoffnung: Auch die Elektroautos wurden vor 120 Jahren fast vollständig verdrängt und doch setzen sie sich seit etwa fünf Jahren langsam wieder durch.

Und ja: Die Idee, Big-Tech als die Verbrenner-Technologie des Internets zu betrachten, ist mir völlig neu. Ist aber ein spannender Gedanke.

@M_E_ST
Klar ist Hoffnung. Immer. Wir sind in Sachen Mindset bei nicht datenschutzaffinen Menschen schon viel weiter als noch vor einem Jahr (aber mit Rückschlägen).
Das Dilemma sind Walled Gardens, Ignoranz, Bequemlichkeit und Angst vor Veränderung.
Und selbstverständlich ist Big Tech die Verbrennertechnologie des Digitalen. Nicht nur im übertragenen Sinn. Die bauen schließlich AKWs, um ihren Energiebedarf zu decken.
@lijepasam @kuketzblog

@KaiAhnung @M_E_ST @kuketzblog
Zum Glück gab es zur Zeit als mein Sohn in Kita/Grundschule war noch Mailverteiler.

Mein Sohn hatte dann in der Oberstufe tatsächlich ein Problem, da er kein Smartphone wollte. Ein Freund hat ihm dann die wichtigen Mitteilungen aus dem Klassenchat per SMS geschickt.
Im Architekturstudium hat er dann aufgeben müssen und mein altes Smartphone übernommen, weil alles über WhatsApp organisiert wurde, was bei einer großen Anzahl von Studenten absolut ineffizient war.
Seit dem Wechsel zum Bauingenieurwesen bekommt er häufig Discord durch zum Austausch.
Letztendlich musste er sich aber ein neues Smartphone zulegen, wegen dem Studententicket. Das lief auf meinem alten Handy nicht.

An seinem Weg kann man gut den Zwang sehen, dem man unterliegt.

@kuketzblog auch die die das sagen, haben meistens etwas zu verbergen. Sei es illegale Filmdownloads oder Handwerker, die schwarz bezahlt wurden...

@kuketzblog

Ich bin da mittlerweile sehr undiplomatisch. Ich Frage zum Beispiel eine Frau die mir sagt sie habe nix zu verbergen oder die sich Arztbriefe von Chat-GBT erklären lässt, ob sie denn auch ein Bild ihrer Vulva ins Netz stellen würde...

Das hat erstaunlicherweise fast immer zu konstruktiven Gesprächen geführt.

@dr_ulli

Einfach gleich Lohnabrechnungen und Steuerdokumente anfragen hilft teils auch 🙃 Bisher hatten dann plötzlich alle offensichtlich doch was zu verbergen 😂

@hiddenalpha

wieso? Kann ich meine Steuererklärung nicht mit AI machen? 😵‍💫😎😵‍💫

@hiddenalpha @dr_ulli Ich frage dann immer nach den Login Daten vom Online Banking. Eigentlich sollte man auch nach den Sexvorlieben fragen.
Wenn mir irgend wer sagt, nichts zu verbergen zu haben, frage ich die Person auch immer, ob sie beim kacken auch die Tür zum Klo offen lässt.

@montag

jo, das mach ich auch.
"kennt jeder - macht jeder. trotzdem will man dabei nciht beobachtet werden."

@kuketzblog interessant vllt dazu auch das kleine Buch dazu von der digitalcourage 😄
@kuketzblog Es ist ja meist gar keine bewusste Ausrede. Und von den meisten gar kein Bekenntnis oder „Persilschein“ für Big Tech. Denn sie wissen nicht, was sie tun 🧐
Sondern immer Bequemlichkeit mit einer Mischung aus Hilflosigkeit, Unvermögen. Bestenfalls Überforderung . Mitleid ist daher meine Reaktion. 🤷‍♂️

@kuketzblog
Vor dem Teilen von -was auch immer- Hirn einschalten. Dann geht sogar WA ganz gut.

Mir macht eher der Umgang der Anderen , mit Infos über mich , Kopf zerbrechen.

@kuketzblog …und über die Stasi schimpfen. 🤣

@kuketzblog Eine ehemalige Kollegin hat diesen Spruch auch immer wieder gebracht.

Ich habe ihr dann vorgeschlagen, ihre Gehaltsabrechnungen und ihre Arztunterlagen ans schwarze Brett zu hängen.

Danach kam der Spruch nicht mehr.

@kuketzblog
Ich weise bei diesem Spruch immer gerne auf die blickdichten Vorhänge oder Jalousien vor den Fenstern hin, deute auf den 2 Meter hohen Zaun zum Nachbarn und frage dann, was all diese Blickfänge sollen.
@kuketzblog
Bitte gib mir mal Dein entsperrtes Handy. Ich will nur ein bisschen gucken...
Das setzt auch mentale Prozesse in Gang.
@kuketzblog Ich halte diese Sätze mit "hat nichts zu verbergen" für die gefährlichsten der Welt. Ganz schnell wird der Schluss umgekehrt zu "Wer seine xxx nicht angibt, hat bestimmt etwas zu verbergen.".
@kuketzblog
Natürlich ist das nur eine Selbstversicherung, genauso wie die Antwort: "Die haben meine Daten doch eh."
Ehrlich gesagt nervt mich diese ganze psychologische Komponente sehr.
Klar gibt es psychologische Komponenten, die mitgedacht werden müssen, z.b. Leute nicht dazu zwingen monatlich ihr Passwort zu ändern. Sonst hat jeder Mitarbeiter am Ende Mai2026 als Passwort.
Aber es ist nicht meine Aufgabe deren Mindset zu richten. Ich bin altmodisch: ich hacke Computer, nicht Gehirne.
@kuketzblog Dass »Ich habe nichts zu verbergen« keine Sicherheitsstrategie sei, ist immer wieder eine merkwürdige Reaktion auf »Ich bin bereit, diese Daten zu teilen, denn der Mehrwert überwiegt das Risiko«
@kuketzblog
Exakt auf den Punkt gebracht.

@kuketzblog
Ein Verwaltungsrichter dazu: „Der durch die Ausweiskontrollen und die Videoüberwachung erzeugte Schutz von Leben, Gesundheit und Freiheit sei höher zu gewichten als der niedrigschwellige Eingriff in das Recht auf informationelle Selbstbestimmung“.

Die Stimmung auf Facebook🙃 ist eindeutig: Das Gericht hat ... richtig entschieden ... „Der Datenschutz verkommt immer mehr zum Täterschutz“, bringt ein Kommentar die verbreitete Haltung auf den Punkt.🙃

https://www.merkur.de/verbraucher/geht-um-sicherheit-badegaeste-begruessen-ausweiskontrollen-und-kameras-in-problemfreibaedern-zr-94315961.html

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Berliner Verwaltungsgericht weist Datenschutzverwarnung zurück – Kameras und Ausweiskontrollen in Freibädern bleiben zulässig. Badegäste stimmen zu.