An den Klimawandel kann man nicht "glauben". Man kann verstehen, dass es ihn gibt oder halt nicht. Das ändert ja nichts daran, dass er da ist.
"Glauben" kann man nur an etwas, das man nicht erklären oder nachweisen kann. Den Klimawandel kann man aber sehr gut erklären und nachweisen. Wenn man Fakten nicht versteht, beeinflusst das nicht, dass die Fakten stimmen.
Daher wäre es prima, wenn Journalist*innen nicht ständig schreiben, jemand "glaube" nicht an den Klimawandel. Er "versteht ihn nicht".

Das gilt übrigens nicht nur für den Klimawandel. In zig Wissenschaften passiert dasselbe:
Leute "glauben nicht an Impfungen"? Nein, sie verstehen es nicht.
Leute "glauben nicht, dass Menschen auf dem Mond waren"? Nein, sie verstehen es nicht.
Leute "glauben nicht, dass Homöopathie keine medizinische Wirkung hat?" Nein, sie verstehen es nicht.

Wenn das im Journalismus als "Glaube" geframed wird, framed das die Fakten auch nur als Glaube und macht Fakt und Irrtum gleichwertig.

@jensscholz ich schätze das anders ein: Glaube ist tatsächlich der entscheidende Faktor, Glaube ist mächtiger als Wissen und Verständnis, ist geradezu die Antithese zu Verstehen.
Ich befürchte auch, dass es viel schwerer ist zu Überzeugen, als Verständnis zu schaffen.

@H0ffmann Ich sehe keinen Widerspruch zum vorangegangenen. Aus genau dem Grund, den du anführst wäre es wichtig, dass in Medien bezüglich Fakten nicht von "Glauben" gesprochen wird, weil, wie du ja richtig sagst, Wissen, Verständnis, Fakten etc. unter dem Framing "Glaube" zweitrangig wird. Weshalb Medien dieses Framing nicht setzen sollten, wenn es um Fakten und Wissen geht. Das Wort "Glauben" oder die Formulierung "glaubt an" etc. hat da schlicht nix zu suchen.

@jensscholz

@svenscholz @H0ffmann Wer von "glauben an Klimawandel" schreibt, übernimmt damit das Framing der Seite, die sich wissenschaftlichen Erkenntnissen verweigert. Ähnlich wie in der Abtreibungsdiskussion der Begriff "ungeborenes Leben".