@jamesbond @realSiegfried
völlige Ignoranz gegenüber dem Verlangen nach individuellen Mobilität.
Wenn ich aus dem Haus gehe sehe ich vor allem eines: massenhaft Autos. Aufgrund der Ignoranz einer Autopriorisierenden Gesellschaft. Da draußen stehen Autos, die 70% des öffentlichen Raumes (meist stehend) okupieren, Autos die meine Gesundheit gefährden, die die Gesellschaft massiv Geld kosten, die die Klimakatastrophe beheizen, die stinken, seh laut sind und Menschenleben gefährden.
Autos, die zu groß sind, als dass man einem "Verlangen nach individueller Mobilität" weiterhin priorisieren darf. Sie ermöglichen im dicht besiedelten urbanen Stadträumen einfach auch keine "individuelle Mobilität" für alle oder wenigstens für eine Mehrheit, denn es fehlt dafür einfach der Platz und dieses Konzept vom Auto für alle hat sich schon lange als katastrophaler Irrglaube gezeigt. Das funktioniert einfach nicht.
Die Priorisierung von motorisiertem Individualverkehr ist im hohen Maße ungerecht, ungesund und extrem teuer und wird nur für wenige Privilegierte auf Kosten der Mehrheit in Städten umgesetzt.
Anschaulich ist z.B. das Beispiel meiner eigenen Wohnsituation:
In dem Haus in Berlin wo ich wohne (4 geschoßige gründerzeitliche Blockrandbebauung mit Hinterhaus im Hof, quasi der Standard hier) gibt es in Summe ~40 Wohnungen. Der straßenberandete Teil des Hauses ist ~ 25m lang. Da passen also etwa 4 Autos in Längsrichtung hintereinander.
Hätten alle 40 Wohnungsparteien (nicht mal jeder einzelne dort wohnende Mensch) "nur" 1 Auto, dann stapelten sich diese 40 Autos also theoretisch höher als das Haus hoch ist übereinander. Dass in einem gedachten Berlin mit dieser Menge an PKWs für diese Autos dann erst Recht kein Platz zum Fahren wäre erübricht sich zu sagen.