Wir haben unendlich viele Beispiele, uns über Stadtplanung aufzuregen.

Ich frage mich: "Wie wollen wir leben?".

Eigentlich möchte ich mich hier auf die Lebensweise fokussieren, wie wir leben möchten und mit Beispielen die Sehnsucht nach Veränderung wecken. Nach meinen Eindrücken aus Straßburg, wo das Auto einen veränderten Stellenwert bekommen hat, muss ich diesen Einschub machen, um zu erinnern:

Tag 31: #Antriebswende ist noch nicht #Verkehrswende

Mehr Inspirationen: #WieWollenWirLeben

@realSiegfried Was mich immer wieder irritiert ist die völlige Ignoranz gegenüber dem Verlangen nach individuellen Mobilität.

Nein ich möchte nicht 3 Stunden mit dem Rad zur Arbeit fahren - und auch nicht 90 Minuten mit der Bahn, wenn ich in 30 Minuten mit dem Auto schaffe. Man wird auch wenige davon überzeugt bekommen das zu tun. Egal was für Bildchen man dazu erstellt.

Wer glaub man könne eine Verkehrswende machen, wo wir alle nur noch mit Fahrrad und den Öffis fahren, unterliegt einem Irrglauben.

@jamesbond @realSiegfried

völlige Ignoranz gegenüber dem Verlangen nach individuellen Mobilität.


Wenn ich aus dem Haus gehe sehe ich vor allem eines: massenhaft Autos. Aufgrund der Ignoranz einer Autopriorisierenden Gesellschaft. Da draußen stehen Autos, die 70% des öffentlichen Raumes (meist stehend) okupieren, Autos die meine Gesundheit gefährden, die die Gesellschaft massiv Geld kosten, die die Klimakatastrophe beheizen, die stinken, seh laut sind und Menschenleben gefährden.

Autos, die zu groß sind, als dass man einem "Verlangen nach individueller Mobilität" weiterhin priorisieren darf. Sie ermöglichen im dicht besiedelten urbanen Stadträumen einfach auch keine "individuelle Mobilität" für alle oder wenigstens für eine Mehrheit, denn es fehlt dafür einfach der Platz und dieses Konzept vom Auto für alle hat sich schon lange als katastrophaler Irrglaube gezeigt. Das funktioniert einfach nicht.

Die Priorisierung von motorisiertem Individualverkehr ist im hohen Maße ungerecht, ungesund und extrem teuer und wird nur für wenige Privilegierte auf Kosten der Mehrheit in Städten umgesetzt.

Anschaulich ist z.B. das Beispiel meiner eigenen Wohnsituation:
In dem Haus in Berlin wo ich wohne (4 geschoßige gründerzeitliche Blockrandbebauung mit Hinterhaus im Hof, quasi der Standard hier) gibt es in Summe ~40 Wohnungen. Der straßenberandete Teil des Hauses ist ~ 25m lang. Da passen also etwa 4 Autos in Längsrichtung hintereinander.

Hätten alle 40 Wohnungsparteien (nicht mal jeder einzelne dort wohnende Mensch) "nur" 1 Auto, dann stapelten sich diese 40 Autos also theoretisch höher als das Haus hoch ist übereinander. Dass in einem gedachten Berlin mit dieser Menge an PKWs für diese Autos dann erst Recht kein Platz zum Fahren wäre erübricht sich zu sagen.

@wolf @realSiegfried Woran machst du denn fest wer ein Auto fahren soll (darf?) und wer nicht? Autos retten jeden Tag leben. Die Priorisierung von Autos ist sicherlich gegeben, aber hat sie nicht auch eine Berechtigung?

Das es so schwarz weiss ist (Auto = böse, Fahrrad = gut) denke ich nicht. Das böse Auto ist für Menschen die nicht mehr so mobil sind ein Segen. Das fehlt mir irgendwo vollkommen in diesem komplett-Rant zu den ach-so-schlimmen Brummbrumms. Spätestens wenn der Notarzt mit dem Rad kommt, überlegt man sich vielleicht ob das wirklich ein Fortschritt ist.
Ich bin ganz beim Threadersteller - aber niemand kann ernsthaft den Nutzen von Autos abstreiten.

@jamesbond @realSiegfried

Die Priorisierung von Autos ist sicherlich gegeben, aber hat sie nicht auch eine Berechtigung?


Ich denke nein. Warum?

aber niemand kann ernsthaft den Nutzen von Autos abstreiten.


Das tut ja niemand, natürlich werden wir weiterhin Autos nutzen, aber nicht beliebig begründet mit "Verlangen nach individuellen Mobilität". Dafür haben wir nicht die Recourcen.

@wolf @realSiegfried Jut. Was sind nun die Kriterien für eine Nutzung eines Autos? Wer soll es zukünftig dürfen und wer nicht?
Lass mal hören …