Der Berg hat gekreißt und eine Maus geboren.

#TankRabatt #MerzKannEsNicht

Endlich konnte ich die Redewendung mal benutzen.
@mina Benutze ich ständig. Ich find's im Präteritum allerdings hübscher. "Der Berg kreißte und gebar eine Maus"

@Labonitamascota

Hast du recht: Das Imperfekt ist stets eleganter als das Perfekt, obwohl die Namen eigentlich anderes nahelegten.

@mina @Labonitamascota

Präteriwoas?

@echopapa @mina Kein Abitur?

@Labonitamascota @echopapa @mina

kann mir auch nur die lateinischen Namen merken
perfekt, imperfekt....

@virgil_tibbs

Bei mir ist "Präteritum" auch nur im passiven Wortschatz. Bei mir heißt es auch nur "Imperfekt".

@Labonitamascota @echopapa

@mina @virgil_tibbs @Labonitamascota

Im Bairischen gibt es keine imperfekten Zeiten...

@echopapa @mina @Labonitamascota

jaja...
die bayern machen ja auch aus ruhenden Zuständen eine Bewegung.
die sind gesessen, gelegen.....

@virgil_tibbs

das ist ja oft anstrengend, Bier trinken, Rausch ausschlafen 😀

@mina @Labonitamascota

@mina @virgil_tibbs @echopapa "In älteren Grammatiken des Deutschen wurde das Präteritum oft Imperfekt (wörtlich: unvollendet[e Vergangenheit]) genannt. Diese Bezeichnung stammt aus der Grammatik des Lateinischen und der romanischen Sprachen, ist aber für das Präteritum des Deutschen nicht geeignet, weil die synthetisch gebildete Vergangenheitsform hier – anders als in den romanischen Sprachen – nicht +

@mina @virgil_tibbs @echopapa speziell eine „unvollendete Vergangenheit“ bezeichnet. Daher wird in der deutschen Grammatik die Bezeichnung Präteritum bevorzugt."

Quelle Wikipedia

@Labonitamascota @mina @echopapa

ich habe im deutschen nie verstanden, wann man das imperfekt benutzt. im italienischen versteh ich es. aber im deutschen scheint es (abgesehen vom bayerischen boykott) verb-abhängig und nicht situaltions-abhängig zu sein.
ich war - statt ich bin gewesen
aber
ich hab eingekauft statt - ich kaufte ein.

@virgil_tibbs

Ich würde sagen, es ist relativ simpel:

In der gesprochenen, informellen Sprache verwenden wir eigentlich immer das Perfekt.

Im Schriftdeutsch und bei Reden das Imperfekt.

Darum nervt es mich wahnsinnig, wenn im z.B. in Film & TV Imperfekt/Präteritum in Alltagssituationen verwendet wird.

So redet kein Mensch:

"Während wir uns im Wagen unterhielten, gab mein Mann plötzlich Gas".

Dann weiß ich schon: Buch und Regie sind Kacke. Passiert oft.

@Labonitamascota @echopapa

@mina @virgil_tibbs @Labonitamascota @echopapa Ach, zur Verwendung des Präteritums im Alltag gibt's eine nette Geschichte von Friedrich Torberg. In einem der "Tante Jolesch" Bände. Muss sehen, ob ich sie noch finde ...
@scheichsbeutel @mina @virgil_tibbs @Labonitamascota @echopapa
Hochdeutsch ist nunmal eine "Kunstsprache" die zuerst für die Bibelübersetzung in Anlehnung an der griechisch / lateinischen Grammatik aus dem Mitteldeutsch zusammengestellt wurde. Damals gab es keine Linguistik.
Die Region mit dem "besten Hochdeutsch" war eigentlich eine, wo das "unmoderne bäuerliche" Niederdeutsch gesprochen wurde.
Daher ist gesprochenes Hochdeutsch im Vergleich zu anderen Sprachen abgehakt silbenorientiert.
@virgil_tibbs Das ist auch regional unterschiedlich. @Labonitamascota @mina @echopapa

@energisch_

Wo (geographisch) verwendet man denn im Alltag weitgehend das Imperfekt?

Wo fragt man "Hörtest du mich?" statt "Hast du mich gehört?".

@virgil_tibbs @Labonitamascota @echopapa

@mina @energisch_ @Labonitamascota @echopapa

nicht weitgehend. aber verb-abhängig.
bspw bei "sein".
ich war im urlaub. ich war krank.

@virgil_tibbs

Stimmt. Bei "sein" und "haben" schon.

Sonst?

"Ich las, was du schriebst?" Wo?

@energisch_ @Labonitamascota @echopapa

@mina @virgil_tibbs @energisch_ @Labonitamascota

gehört zu den ganz wenigen Verben wo im Süden der Imperfekt geht:

I waar / I bin gwen

@mina @energisch_ @virgil_tibbs @echopapa Ich möchte jetzt aber wirklich mal plädieren für die Verwendung unseres schönen Präteritums. Diese wunderbaren unregelmäßigen Formen.

Beim nächsten Mal werde ich über den Konjunktiv 2 sprechen.

@Labonitamascota

Ich werde gehen
Ich gehe
Ich bin (gerade) gegangen
Ich ging
Ich war gegangen

Von oben nach unten von der Zukunft über die Gegenwart in die immer weitere Vergangenheit.

Und Futur 2: Ich werde gegangen sein.

Das ist alles völlig unabhängig von der Region. Einfach abhängig von der Zeit.

@mina @energisch_ @virgil_tibbs @echopapa

@mina müsste in bayerischer Mundart dann korrrekt heißen: I hob g'lesn, wos du g'schriem g'hobt host. Ich habe gelesen, was du geschrieben hattest.

@virgil_tibbs @Labonitamascota @echopapa

Boarische Grammatik (Verbn) – Boarische Wikipedia

@echopapa do hostas: "De stoakn Foama wean in de heiding Dialekt owa imma wenga."
@mina @virgil_tibbs @Labonitamascota

@energisch_

Gruselige Geschichte 80er Jahre: Wir lesen "der Wittiber" von Ludwig Thoma laut im Rahmen des Deutsch-Grundkurses. Vorlesen durften die 5 Hansel die halbwegs der bairischen Mundart mächtig waren...

Dachauerisch ist für einen Münchner echt kein Spaß. Ob wohl keine 20km entfernt. Da sind schon zu viele allemannische Einsprengsel drin

@mina @virgil_tibbs @Labonitamascota

@mina
Ich bin kein Sprachwissenschaftler. Aber ich denke, dass das Präteritum eine fast ausschließlich schriftlich genutzte Zeitform ist. Aus Effizienzgründen. Gesprochen klingt das doch gestelzt.

Ich hatte eine Nenntante, deren Muttersprache war westfälisches Platt. Die hat manchmal das Präteritum verwendet, vermutlich weil Hochdeutsch für sie eine Zweitsprache war. Sie sprach „nach der Schrift“.

@energisch_ @virgil_tibbs @Labonitamascota @echopapa

@unionista @mina @energisch_ @Labonitamascota @echopapa

was ist mit "die KAcke war am Dampfen" ? :-)

@virgil_tibbs @unionista @mina @energisch_ @echopapa Hier geht auch das beliebte sächsische Plusquamperfekt: Die Kacke war am Dampfen gewesen.

@unionista

Das Sprechen "nach der Schrift" machen ja auch die Schweizer, wenn sie versuchen Hochdeutsch zu sprechen, und es klingt fürchterlich.

Sogar die Endungen sprechen sie voll aus.

@energisch_ @virgil_tibbs @Labonitamascota @echopapa

@mina
Wie Menschen, die das erste Mal vor einem Mikro sitzen und einen Schrifttext vorlesen (und kein Moderations-Naturtalent sind).

@unionista

Genau so.

Damit mir das nicht passiert, habe ich Vorträge immer bis ins Letzte so ausformuliert und geübt, wie ich sie halten werde, inklusive aller Füllwörter, und dann vor Publikum mit Stichpunkten frei gesprochen.

Wenn es dann irgendwo hakt, sind die fertigen Formulierungen schon im Kopf.

Das ging immer sehr gut.

@unionista Klingt vor allem dann doof, wenn da immer noch der bayerische, platte, sächsische o.a. Akzent durchkommt. Auf der anderen Seite, ist dieses g'stelzte Hochdeutsch auch ein Versuch, sich gegenseitig zu verstehen. Stellt euch an Niederbayern in Flensburg vor. Oder an Pfälzer im Rheinland.
Da braucht es eine Sprache, in der beide zumindest wegweisende Infos austauschen können 😈 English kunn hoit a ned a jede*r.

@mina @virgil_tibbs @Labonitamascota @echopapa

@energisch_ @unionista @mina @virgil_tibbs @Labonitamascota

Wobei es bei den Dialekten auch ganz interessante Details gibt. Wir haben seit ein paar Jahren eine Hütte im Erzgebirge und wenn man sich den Dialekt ein bisserl genauer anschaut, dann entdeckt man eine ganze Reihe Parallelen zu den oberdeutschen Dialekten. Arzgebirgsch gehört aber zu den ostmitteldeutschen Dialekten.

Aber eine ganze Menge in der Sprache funktioniert wie viel weiter südlich.

https://de.wikipedia.org/wiki/Erzgebirgisch#Sprachverwandtschaft_mit_oberdeutschen_Dialekten

Erzgebirgisch – Wikipedia

@energisch_ @unionista @mina @virgil_tibbs @Labonitamascota

Wahrscheinlich eher Wirtschaftsflüchtlinge...

Das Erzgebirge war ja lange Zeit ein dicke industrielle Nummer in Deutschland

@virgil_tibbs @Labonitamascota @mina @echopapa Bei Posts nehme ich öfter das Imperfekt, weil es weniger Zeichen braucht. Aber sonst ja: gesprochene Schriftsprache/Schriftsprache ist das Kriterium. Es wird aber im Deutschen lockerer gehandhabt als in anderen Sprachen. Von Modalverben und "haben" und "sein" nimmt man eher Imperfekt, dh, man kann beide Zeiten sogar kombinieren.