Mir tut das Herz weh, wenn ich solche Texte zum Thema NSDAP-Mitgliederkartei lese. Mag sein, dass einige Leute so bessere Karrierechance hatten. Aber es ist doch nicht so, das man sonst verhungert wäre. Millionen Menschen sind in diesem Krieg gestorben. Nicht nur an der Front, sondern auch in Lagern oder ermordet als "Untermenschen" während der Besatzungszeit. Mein Uropa war in der Resistance, hat nur knapp das Lager überlebt. Er hatte auch Kinder. Was sollen wir denn sagen? Mir blutet das Herz.
Zum geschichtlichen Kontext: Es gab damals viele polnische Gastarbeiter in der französischen Industrie. Diese wurden teils gezielt angeworben. In der Resistance waren dann später auch einige eben dieser Gastarbeiter aktiv. Einige sind nach dem Krieg zurück nach Polen, es gab sogar organisierte Programme dafür. Meine Oma hat perfekt Französisch gesprochen, es war ihre Muttersprache. https://en.wikipedia.org/wiki/Poles_in_France#Polish_resistance_during_the_Nazi_occupation_in_France
Poles in France - Wikipedia

Da jetzt einige hier schreiben "ich weiß nicht ob ich in den Widerstand gegangen wäre" oder "ich weiß nicht ob ich bei der Entscheidung Leben oder Tod..." – aber darum geht es in dem Post doch gar nicht. Der Text auf den ich mich beziehe gibt die Kontruktion "NSDAP-Mitgliedschaft oder Tod" doch gar nicht her. Mich macht das ehrlich betroffen.
@kattascha Die Leute wollen sich die Frage nicht stellen, wie opportunistisch sie gewesen wären. - Wir in Deutschland haben *nie* aus dem Faschismus gelernt. Immer waren wir Meister der Verdrängung. Kenne das gut aus meiner Familie, meine Eltern waren zu Kriegsbeginn Jugendliche. Immer und immer gab es nur Entschuldigungen und vermeintliche logische Erklärungen. Wir würden das nicht verstehen, wären Gott sei Dank nicht in ihrer Lage usw. Immer dasselbe. Traurig und erschreckend!