@tazgetroete das ist gruselig!
#1
Und es wäre gut auch die Gründe der Flucht ehrlich zu untersuchen. Nach mehreren Monaten Reisen in Westafrika ergibt sich für mich ein anderes Bild:
Migration ist ein Big Business in Westafrika, wo sich viele daran extrem bereichern, bis hin zur Führungselite. So wird aktiv ein Bild in der armen Bevölkerung geschaffen, wo du in Europa eine Villa mit Sportwagen besitzen wirst und genug Geld nach Hause schicken können.
Gleichzeitig braucht es ziemlich viel Entschlossenheit, sich in einem Fischerboot übers Meer zu wagen: Das macht man nur, wenn man wirklich jede Hoffnung verloren hat, dass sich im eigenen Leben etwas zum Guten ändern lässt.
Seine Heimat zu verlassen, dann auch noch auf diese Weise, das machen wohl die wenigsten aus Jux und Dollerei.
Dass der Druck gigantisch ist, kann nicht erstaunen.
Das Reichtumsgefälle ist gigantisch!
Noch immer leidet Afrika an der Kolonialisierung des vorletzten Jahrhunderts und den Strukturen, die daraus gewachsen sind.
Und wir profitieren immer noch davon.
Mitleid ist fehl am Platz.
Die Übernahme von Verantwortung und das Aufbauen von Solidarität und Gerechtigkeit auf Augenhöhe wäre überfällig.
Jeder Mensch, der im Mittelmeer stirbt, ist ein Weltuntergang.
@Simone21 @tazgetroete das Reichtumsgefälle ist auch innerhalb der einzelnen westafrikanischen Länder gigantisch. Es gibt extrem reiche Menschen in Westafrika.
Wir sollten auf Augenhöhe wirtschaftliche Beziehungen aufbauen. Die Afrikaner sind stolze Menschen und darin sollten wir sie bestärken. Statt sie mit unserem Verhalten zu Bittstellern und Flüchtlinge zu degradieren.
Hast Du persönliche Erfahrungen in Westafrika und warst auch länger vor Ort?
Ich werde hier die Diskussion beenden!
#2
Der Druck innerhalb eines Dorfes wächst, das einer sich auf den Weg machen muss. Dafür wird ihm vom Dorf Geld geliehen …
Das Marketing des Big Business muss ein Ende haben. Wenn ich es hart formuliere, ist es eine Art moderner Menschenhandel, wo sich einige in Westafrika massiv bereichern.
Für mich eine sehr traurige und menschenverachtende Erkenntnis.
Aber doch auch keine wirklich neue.
Dass die Schlepper eine große organisierte Kriminalität sind, die die Leute dort mit Schlaraffenland-Versprechen auf die Todesrouten lockt, ist doch lange bekannt. Ich habe schon gelesen wie sich noch die letzte Merkel-Regierung Gedanken gemacht hat, wie man da an der Quelle gegensteuern kann. Aber ich wüsste nicht, dass da etwas herausgekommen wäre.
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Wie erreicht man Menschen, denen ihre eigenen Landsleute das Blaue vom Himmel versprechen, während man selbst als Fremde/r die unschöne Nachricht überbringen muss, dass das alles Lügen sind? Es gelingt uns ja nicht mal hierzulande Leute, die den Müll glauben, den ihnen Populisten und andere Betrüger vorlügen, zu überzeugen
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Ceterum censeo afdem esse damnandum
@ErikML @BarbaraNiedner @tazgetroete
Die Schweiz hatte vor ein paar Jahren das Botschaftsasyl, hat das aber aufgegeben, um nicht "zu attraktiv" zu sein im Vergleich zu anderen europäischen Ländern.
Aber so etwas in der Art müsste doch machbar sein... Anlaufstellen in Afrika, wo man sich bewerben kann. Wer ausgesucht wird, kann nach Europa kommen. Es gibt vorhergehend für alle Bewerber Schulungen, was das Leben in Europa bedeutet und was mit illegalen Einwanderern passieren kann... sowas halt.