Peter F. Bartha hat 1982 mit "Managing corporate external issues: an analytical framework" (in: Business Quarterly, Jg. 1982, H. Autumn, S. 78-90) einen prägenden Text zum Management von Themen geschrieben. Gegenstand ist ein analytisches Rahmenmodell, Themen zu erfassen und zu steuern. Mit Blick auf die in Mastodon viralen Themen kommt mir wiederholt seine Vierertypologie in den Sinn. Bartha unterscheidet universelle, advokatorische, spezielle und technische Themen. 1/x
Methoden und Techniken politischer Arbeit des Public Affairs Ansatzes | Plinubius

Interessant ist, dass Bartha mit dieser Typologie nicht nur den möglichen Aufmerksamkeitsgrad beschreibt, den ein Thema erlangen kann, sondern auch den bewußten Wechsel des Typus als strategisches Mittel. Themen lassen sich demnach so umformen und interpretieren, dass sie wahlweise einer breiteren Öffentlichkeit zur Kenntnis gelangen. 3/x
Oder aber, sie lassen sich gewissermaßen langweiliger machen, sodass sie der Aufmerksamkeit der breiteren Öffentlichkeit eher entgehen. Die Herausforderung nicht nur in Mastodon ist, die für einen selbst und die eigene Community relevanten Themen im Blick zu behalten und nicht zu viel Aufmerksamkeitszeit auf universelle oder advokatorische Themen zu vergeuden, von denen andere möchten, dass ich sie wahrnehme. 4/x
Was ich mir wünsche, ist ein morgendliches (oder tageszeitunabhängiges) Briefing zu Themen, die mich betreffen oder mit denen ich befasst bin. Ich denke, Barthas Typologie spielt hier eine Rolle. Jede und jeder Einzelne dürfte individuell vor allem mit technischen und speziellen Themen seines Lebenshorizonts und denen seiner Communities befasst sein, erst dann mit advokatorischen Themen und dann mit den universellen "sowieso-und-überhaupt"-Themen. 5/x
@[email protected] sozusagen ein Pressespiegel, aber nicht von einer Organisation für alle (im Management) in dieser Organisation, sondern individuell auf eine Person zugeschnitten. Na das wäre dann doch endlich mal eine sinnvolle Verwendung von "KI".
@Life_is ja, aber ich sehe hier keine KI am Werk, denn der Knackpunkt ist nicht die Sortierung, sondern das hineintragen und erzeugen von Primärinformation. Das ist m.E. Sache einer kollaborativen Leistung vieler Einzelner. Wir haben uns ein bisschen zu sehr an der Idee berauscht, dass alle Information sowieso schon irgendwie irgendwo vorhanden ist. Das stimmt aber nicht. So gesehen bräuchte es z.B. überhaupt keinen Journalismus. 6/x
Informationsbeschaffungs- und Verarbeitungsvereine #IVV leisten m.E. genau das bzw. stiftet gerade dies den Nutzen für ihre Mitglieder. Es geht darum, sich nicht von Themenkonjunkturen ablenken zu lassen, sondern in einem Set eigener Themen nicht den Faden zu verlieren und Berichte und Nachrichten zu Neuigkeiten einzuordnen, die solche Themensets betreffen. Und zwar insbesondere in Nischen, die vom breiten Nachrichtenstrom kaum abgedeckt werden. Z.B. im kommunalen Horizont. 7/x
Als Beispiele in Frage kommender Themen- bzw "Handlungsfelder" auf kommunaler Ebene siehe
https://plinubius.de/ueberlegungen-zu-issue-management-mittels-civicrm-in-kommunalpolitischen-arenen/#__RefHeading___Toc1671_310610299
und als Beispiel, wie eine solche, von einem Mitglied eines #IVV hervorgebrachte Information aussehen kann, siehe für die Gemeinde Bürstadt https://gruene.social/@herdsoft/116268240995635257 8/x
Weiterführende Überlegungen zu Issue Management mittels CiviCRM in kommunalpolitischen Arenen | Plinubius

In diesem Zusammenhang wird dann digitale Infrastruktur für #IVV relevant: Es bedarf einer kollaborativ benutzbaren Notation, das für die Kollaborierenden relevante Themenset, das in Berichten überlieferte Geschehen innerhalb dieser Themenfelder, die bekanntermaßen im Geschehen als Handelnde und Betroffene erkannten Stakeholder und die verfügbar werdenden Analysen und Handlungsempfehlungen als Information zu halten und zu verarbeiten. Das Fediverse ist m.E. ein Teil solch einer Notation. 9/x