Klingbeil will, dass alle Erwachsenen Vollzeit arbeiten. Damit auch familiärer Care-Bedarf (Pflege, Erziehung usw.) immer mehr outgesourced wird und so in den kommerziellen Wirtschaftskreislauf gerät. Damit alles ein Preisschild bekommt, was noch keines hat. Luft und Wasser kommen auch noch dran. Klingbeil steckt im Arsch des Kapitals und zieht seine "Mitte"-Sozen mit hinein.
https://www.deutschlandfunk.de/klingbeil-schlaegt-ersatz-fuer-ehegattensplitting-vor-100.html
"Fiktives Realsplitting" - Klingbeil schlägt Ersatz für Ehegattensplitting vor

Bundesfinanzminister Klingbeil (SPD) will das Ehegattensplitting abschaffen und durch ein neues Modell ersetzen. Betroffen wären davon vor allem Paare mit einem sehr unterschiedlichen Einkommen. Die Vorlage liegt dem ARD-Hauptstadtstudio und dem Magazin "Spiegel" vor.

Die Nachrichten
@StefanMuenz
Bärbel und er sind die letzten zwei Sargnägel der Sozialdemokratie. Ich hab diese Entwicklung jedenfalls bei Klingbeil vor einem Jahr nicht kommen sehen, aber inzwischen merke sogar ich, dass die vollends im Arsch (von Merz) sind.
@allgeier @StefanMuenz wenn man sich fragt, warum die SPD ausstirbt, ist die Frage damit beantwortet.
@Hiltibrant
Es war ein langer Weg. Aber er wird nun bald enden. Und ja, ich empfinde das als Katastrophe für unsere zukünftige politische Landschaft.
@StefanMuenz
@allgeier @StefanMuenz Definitiv! Eine absolute Katastrophe! Von diesem Schrumpfungsprozess der politischen Meinungsvielfalt profitieren nur die rechten Parteien. Die Rolle des Mitläufers wird nicht nur der SPD, sondern der gesamten politischen Landschaft zum Verhängnis.

@allgeier @Hiltibrant @StefanMuenz das Ehegatten-splitting will die SPD doch schon länger kippen, hier ein Bericht von 2011. Auch die grünen und die linken wollen es deckeln oder abschaffen. (Zumindest in der Vergangenheit) Behalten möchten es CDU/CSU.

https://www.presseportal.de/pm/55903/1745394

WAZ: SPD will Ehegattensplitting kippen

Essen (ots) - Die Sozialdemokraten halten das Ehegattensplitting im Steuerrecht für überholt. Die Fixierung auf die "klassische Ein-Personen-Versorger-Ehe" sei "nicht mehr...

Presseportal.de
@erikp @allgeier @StefanMuenz Darum geht es nicht, sondern um die allgemeine wirtschaftliche Repression der Arbeitnehmer (ehemahlige SPD-Wähler) bzw. Arbeitslosen und Entsolidarisierung der Gesellschaft zugunsten der Maximierung der Produktivität und Kapitalansammlung zur Wiederhergestellung eines Wohlstandes, an dem nur ein Bruchteil der Gesellschaft teilnimmt. Das lässt sich mit sozialdemokratischen Ansätzen nicht mehr vereinbaren.
@Hiltibrant @allgeier @StefanMuenz achso, ich dachte, es geht um die geplante Ersetzung des Ehegattensplittings durch ein Realsplitting.
@erikp Es geht um beides. Ich habe die Debatte um den Splitting-Tarif bewusst in den Kontext der Debatte um den (Aus)verkauf von Lebenszeit und Energie an den Erwerbsmarkt gestellt. Dass die SPD das Splitting vielleicht schon seit Anno Tobak will, interessiert mich dabei weniger. Es geht mir darum, dass da für mein Dafürhalten ein vorgeblich emanzipatorisches Konzept (Steuervorteile für Ehen und eheähnliche Gemeinschaften abschaffen) in Wirklichkeit nur weiter die Individualisierung und Isolierung befördert, die wiederum die Basis dafür ist, dass alle schön fleißíg ins Hamsterrad kommen. Und dass so Sachen wie unbezahlte Care-Arbeit dadurch weiter entwertet und verunmöglicht wird. Von künstlerischen Tätigkeiten und Ähnlichem ganz zu schweigen.
@Hiltibrant @allgeier
@Stefan Münz  Soziale Verantwortung durch individuelles Vertragswesen scheint doch im Großen und Ganzen sehr attraktiv zu sein. Erkennbar radikal kommunistisch/queere Wahlgemeinschaften erscheinen jedenfalls als Impulsgeber einer anderen Gesellschaft nicht auf der Bildfläche.
@ulrich Versuch dir mal ein BGE vorzustellen, sagen wir, 1200€/Montat für Erwachsene. Ein Single-Haushalt hat dann 1200€, was schon sportlich ist, wenn man davon leben will, bei 600€ Miete, diversen Fixkosten für Energie, Internet, Mobilität usw. Ein "Pärchen" (was auch immer man sich darunter vorstellen möchte) kann zusammenschmeißen und einen Haushalt mit 2400€ bestreiten. Bei sagen wir 900€ Miete und wieder den üblichen anderen Kosten, die jedoch nur unwesentlich höher sind als bei einem Single, wird das schon deutlich attraktiver. Und nun stell dir mal eine "solidarische Vierer-WG" vor, die sich eine 1600€-Wohnung teilt, und dabei aber mit 4800€ schon recht komfortabel leben kann.
Will sagen: Wenn man pro Person ein Einkommen hat und dafür aber nicht unnötig bestraft wird, dann "lohnt" es sich, gemeinsam zu haushalten. Deshalb glaube ich auch, dass ein BGE zu mehr ehe-ähnlichen Gemeinschaften, gemeinsamen Haushalten, solidarischen Wohnprojekten und vielleicht sogar wieder zu mehr Geburten führen würde. Aber OK, vor dem BGE haben die Chef-Ideologen immer noch zu viel Angst. Aber wenn sie schon unbedingt die Einkünfte aus dem Hamsterrad der verkauften Arbeitskraft besteuern wollen, dann wenigstens so, dass solidarisches Haushalten und das Schaffen von Freiräumen dabei nicht noch unnötig bestraft werden.
@Stefan Münz Das ist jetzt keine rhetorische Nachfrage. Wo ist das Problem, wenn ich das beim jetzigen Gesetzesstand mache?
Ich zahle als reine WG mehr Steuern, als wenn ich als Ehepartner leben? Ich lebe als Vertragsehler in einer kommunistischen Zweier-WG und gemeinsamer Veranlagung.
@ulrich Mein Szenario diente nur zur Veranschaulichung. Generell geht es mir darum zu kritisieren, dass wir alles andere brauchen als weitere Anreize, möglichst alle Erwachsenen lohnabhängig zu machen. Dazu müssen wir auch überdenken, was wir für "emanzipiert" halten. Auch einige Konzepte, die gerne unter "Feminismus" gehandelt werden, um modern und emanzipatorisch zu klingen, werden dabei kritisiert. Was ich mir wünsche, sind Gesetze, die den Menschen Freiräume schaffen, wie sie ihr Leben organisieren. Steuererleichterungen für Haushaltsgemeinschaften gehören da finde ich dazu. Ein voller Splittingtarif hilft dabei. Ein "halber", so wie von Klingbeil gefordert, ist eine Mogelpackung und Verschlechterung. Ich wäre sogar für eine Ausweitung des Splittingtarifs auf jegliche Haushaltsgemeinschaften, die sich als solche "steuerlich erklären". Auch ohne Trauschein.
@StefanMuenz 👍🏼 👍🏼
@StefanMuenz ich dachte, Ehegatten-splitting ist doof, weil es ein konservatives Familienbild belohnt.
@erikp Kann man so auslegen. Muss man aber nicht.
@StefanMuenz @erikp Doch muss man. Solange dieses Modell in Kraft ist, ist es für sehr viele Frauen ein goldenes Gefängnis. Dafür bezahlen sie dann später mit Abhängigkeit vom Partner, schlechten Jobchancen, niedrigen Lebensverdienst, Armutsrisiko im Trennungsfall usw..
@coatilex Warum redest du von Frauen und Gefängnis? Frauen können doch arbeiten gehen wenn sie wollen. Es geht darum, wie viel Erwerbsarbeit insgesamt innerhalb einer Familie mit Kindern nötig oder akzeptabel ist, um diese über die Runden zu bringen.
@erikp
@StefanMuenz @erikp Nein, das können sie oft nicht weil das finanzielle Argument sie daran hindert. Ich bin selbst eine Frau mit erwachsenen Kindern, die die Familienarbeit wirklich 50:50 mit ihrem Partner geteilt hat als die Kinder klein waren. Und das hat sich finanziell für uns am Anfang nicht gelohnt, ganz im Gegenteil. Weil ich jünger bin und weniger verdient habe, hat das Splitting gelockt. Aber wir haben aus Prinzip durchgezogen. 1/2

@StefanMuenz @erikp Sooo viele Kolleginnen und Freundinnen haben mich damals gefragt, wie das möglich ist bzw haben gesagt, dass ihr Partner das nicht mitmachen würde. Vor allem wegen dem Geld, macht keinen Sinn usw. Und viele waren unglücklich deswegen oder haben es bei einer Trennung später sehr bereut.

PS: Viele Männer haben keine Lust auf Familienarbeit und das Splitting gibt ihnen ein tolles Argument an die Hand. 2/2

@coatilex Wenn es denn das Ziel wäre, Eltern in 50:50-Arbeitsverhältnisse zu bringen, hätte ich ja noch Verständnis dafür. Dann müsste es aber auch entsprechend mehr Anreize für die Arbeitgeberseite geben, halbe Stellen anzubieten. Doch darum geht es denen gar nicht. Das Ziel ist, Eltern in 100:100-Arbeitsverhältnisse zu bringen. Und dabei geht es eben NICHT um feministische Argumente, bzw. die werden nur vorgeschoben. Es geht um das gottverdammte lutherische Ethos "arbeite oder stirb" und dessen Ausprägung im modernen Kapitalismus.
@erikp

@StefanMuenz ich finde den entsprechenden Wikipedia Artikel interessant, bildet auch pro und contra Meinungen ab

https://de.wikipedia.org/wiki/Ehegattensplitting?wprov=sfla1

Ehegattensplitting – Wikipedia

@StefanMuenz Werde ich mit meiner Mutter diskutieren. Dass Klingbeil möchte, dass ich mich nicht mehr um sie kümmern kann. Vielleicht schickt sie ihm dann ihre goldene Nadel für 50 Jahre SPD-Mitgliedschaft zurück. Die hat eh schon den Kaffee auf von ihren Genossen.

@StefanMuenz

Woher kommt eigentlich diese schon als definitiv krankhaft zu bezeichnende Fixierung deutscher Politker auf "Arbeit" als alleinigen Lebensinhalt in Lutschland?

Im Zeitalter von Automatisierung, Digitalisierung und KI-Gedöns?

Während der Pandemie haben Deutsche Klopapier und Fahrräder gekauft, die Franzosen Rotwein und Kondome.

Just sayin.

@AppleWoi Frag ich mich auch immer wieder. Es gibt ja viele Vermutungen - die Leute sollen nicht zum Nachdenken kommen, damit sie nicht auf dumme (linke) Gedanken kommen. Wahrscheinlich hat es aber auch mit Luther zu tun:
https://www.zeit.de/karriere/2016-11/martin-luther-reformation-arbeit-kapitalismus
Reformation: Martin Luther, der Vater des Arbeitsfetischs

Bloß kein Müßiggang – das ist auch heute noch das gültige Mantra der Arbeitswelt. Wie 500 Jahre Reformation die Lohnarbeit und den Kapitalismus beflügelt haben.

DIE ZEIT
@StefanMuenz Egal welche Reform von dieser Regierung angegangen angegangen wird. Es dient nicht der Gesellschaft.

@koje71

Hänge „mit beschränkter Haftung“ dran, dann passt es wieder.

@StefanMuenz

@StefanMuenz Falsch. Er macht die Politik der Feministinnen die fordern das sich alle un die Kindererziehung kümmern. Nicht nur Frauen. Und das geht nur wenn beide Elternteile ihren Lebensunterhalt selbst verdienen müssen. Also 2 x 30 Std oder 2 x 40 Std plus qualifizierte Erziehung der Kinder. Nicht von Laien .
@joergba Und ich sage: das wird nicht funktionieren, ohne das Kind teilzeit in dritte Hände zu geben, die dafür bezahlt werden. Von den Eltern kann mans ja verlangen, sind ja volle Doppelverdiener.
Und außerdem: Wenn Feminismus nur darin besteht, auch Frauen in die Seligkeit der jahrzehntelangen vollzeitlichen Erwerbsmühle zu bringen, weil diese der Sinn des Lebens ist, dann bin ich doch keiner. "Sozial" wäre, dass 1. Frauen genauso viel verdienen wie Männer, damit das kein Grund mehr ist für die Entscheidung, wer von Elternteilen Vollzeit arbeiten soll, und 2. dass man mit Erwerbsarbeit wieder so viel verdient, dass nicht alle rund um die Uhr rödeln müssen, um als Familie irgendwie über die Runden zu kommen.
@StefanMuenz Ich bezahle bereits für Wasser. Mache ich was falsch?
@manu Ja, an deinen lokalen Grundversorger. Da zahlst du Gebühren. Den Unterschied zum kapitalbasierten Wasser merkst du dann, wenn dein Wasser von Nestlé kommt. Wahlweise am Wasserpreis oder an der Wasserqualität.

@StefanMuenz Verstehe. Also wenn das gesamte Trinkwasser in der Privatwirtschaft kapitalisiert wird. Da ist was dran.

Nee, wollen wir nicht.

@StefanMuenz *fiktives Realsplitting"... was gibt's da noch zu sagen.
@StefanMuenz ich glaub das wichtigste Argument _dafür_ ist die Altersarmut bei Frauen und die finanzielle Unabhängigkeit. Aber das ließe sich durch stärkere Beteiligung von Frauen am Einkommen oder der Altersvorsorge der Männer abfangen.
@StefanMuenz unterhalb der Beitragsbemessungrenze ist es schon längst die Regel und Normalität, dass man ohne zwei Einkommen garnicht mehr über die Runden kommt.Aber um das zu wissen, müsste man sich dort ab und zu mal aufhalten.