KI als #Urheberrecht​swaschmaschine, die Urheberrechte von Werken durch automatisierten Nachbau einfach "rauswäscht". Geht nicht nur mit Code sondern auch mit Literatur, Musik, Film etc.

Das wird noch interessant werden, wie unsere kommerziellen Verwertungsgefüge darauf reagieren. Das Lizenzsystem greift in diesen Fällen nicht mehr.

https://winfuture.de/news,157911.html

KI baut Open-Source-Projekte in Minuten als kommerzielle App nach

KI stellt die Open-Source-Community vor eine grundlegende Herausforderung: Neue Werkzeuge sind inzwischen in der Lage, komplette Softwareprojekte nahezu automatisch nachzubilden. Das wirft drängende Fragen zu Urheberrecht und Fairness auf.

WinFuture.de

@georgfischer In vielem macht es sich der Artikel zu einfach.

Open Source Software kann man doch bereits heute einfach klonen. Klar, die KI macht es einfacher, aber für neue Features, Bugfixing und Dokumentation erfordern noch ein tiefes Verständnis der Codebase. Ich denke nur wenige Entwickler zielen darauf ab, ein Open Source Projekte monetarisieren zu wollen.

Claude Code war nicht Open Source – und wurde es erst als (legales?) Rewrite. Das wäre doch eigentlich ein gegenteiliges Beispiel.

@datenschatz Ja, das geht in beide Richtungen. Danke für den Hinweis!

Mein Punkt ist: KI kann Urheberrechtsschutz, egal wie eng oder breit ihn eine etwaige Lizenz festlegt, durch automatisierten Nachbau ("rewrite" im Medium Schrift) umgehen.

So können bspw. Werke von Urheberrechten und Lizenzen "reingewaschen" werden (reset): So können gemeinfreie Artefakte -- oder durch einen späteren Arbeitsschritt -- auch wieder rechtlich geschützte Werke entstehen. Das stellt die Lizenzgefüge auf den Kopf.

@georgfischer Bin da voll bei dir, wie diese Entwicklung einiges auf den Kopf stellen könnte.

Nur noch fehlt mir die Fantasie, wie das aussehen könnte: Bekannte Musik oder Filme fast wesensgleich mit KI zu klonen ist mir noch nicht wirklich begegnet. Würde man es versuchen, kämen sicher dennoch viele Klagen.

Bei Code sehe ich die Entwicklung, aber da greift wie gesagt der Punkt, dass Code nicht nur Code ist, sondern ein Ökosystem darum herum existiert, das nur schwer nach zu bauen ist.

@datenschatz drei Gedanken dazu:

1) man könnte die verschiedenen Medienbranchen mal auf ihre Lizenzpraktiken abklopfen. Überall wo fremde Werke lizenziert werden, ist Potential zum Sparen vorhanden, wenn man "gewaschene" Werke statt den Originalen verwenden (vgl Soundalikes in der Werbung).

2) sind wahrscheinlich diejenigen Bereiche interessant, in denen man schnell (fließbandartig?) Varianten von Produkten erzeugen muss (Mode, Design, Hintergrundmusik, generische Texte, Übersetzungen usw.)

@datenschatz und 3) wahrscheinlich alles, was in der Medienindustrie auf IP Verwertung durch Merchandise und Ableitungen beruht. Fan fiction ist so eine Praxis, die das schon vorbereitet hat für die Literatur. Könnte mir vorstellen, dass durch KI in Umgehung von IP ein customized Markt entsteht, so nach dem Motto: hier ist meine Lieblingsfigur aus diesem Roman, erstelle mir ein Video/Podcast/Sticker etc. mit dieser Figur zu diesen und jenen Parametern