Opa war kein Nazi... Vielleicht ja doch? Die Kollegen haben die vor kurzem veröffentlichte NSDAP-Mitgliederkartei aufgearbeitet, sodass sie nun problemlos durchsuchbar ist. Ein spannendes Zeitdokument: https://www.zeit.de/wissen/2026-04/nsdap-mitgliederkartei-karteikarten-familienmitglieder-suche?freebie=be918dd0
NSDAP-Mitgliederkartei: Recherchieren Sie hier die NSDAP-Vergangenheit Ihrer Familie

DIE ZEIT hat die Mitgliederkartei der NSDAP aufbereitet. Mit unserem Tool lassen sich Millionen Dokumente einsehen. Suchen Sie nach Ihrem Familiennamen.

DIE ZEIT

@kaibiermann So kommt man an Namen und was macht man selbst mit dem Wissen dann?

US Nationalarchiv ... Vermutlich in den Händen der Regierung? Will ich denen Namen nennen?

@susannelilith @kaibiermann Hinweise, wo man weiter recherchieren kann, stehen im Artikel.

@susannelilith @kaibiermann

Es lohnt sich, dann die Spruchkammerakten anzufordern. Die sind meist noch sehr interessant, waren sie zumindest bei meinen Großeltern.

Etwas länger dauert dann die Nachfrage beim Bundesarchiv, da wartet man sehr lange.

@kaibiermann
Na Bravo, mein Opa war ein Nazi und das schon recht früh (1932).
Zumindest weiß ich jetzt, warum ich ihn nie leiden konnte.
#nazi #nsdap #zentralkartei
@BaltschunJoerg @kaibiermann nicht unbedingt nazi .....es gab damals viele gründe um in die partei einzutreten ....zb um die familie zu schützen ....mein großvater war auch dabei; seine gründe kenne ich nicht ....bin/wäre aber bereit ihm zu vergeben
@sUmurai @BaltschunJoerg @kaibiermann ich habe die Akten meines Urgoßonkels gefunden, der zeitweise Anwärter in der SA war, weil sein Turnverein kollektiv eingetreten ist. Hat aber nie die notwendigen Unterlagen eingereicht und war als politisch unzuverlässig aktenkundig. Die Mitgliedschaft alleine sagt also recht wenig aus.
@kaibiermann Um ehrlich zu sein, finde ich nicht so wichtig zu wissen, was längst Verstorbene waren (die meisten waren wahrscheinlich Nazis).
Mich interessiert das Jetzt und die Zukunft und ich werde meine Zeit dafür nutzen, um jetzt gegen Nazis zu kämpfen, va wenn es junge Leute (=die Zukunft) sind.
Heute Nazi zu sein, ist viel, viel schlimmer als 1930, als sich kaum jemand vorstellen konnte, was ein KZ und ein Massenvernichtungslager war (nicht mal die Alliierten ahnten es wirklich).

@Blumine Kleiner Einwand: Später (nach 1930) wussten eine Menge Deutsche über KZs Bescheid, das ist inzwischen historisch erwiesen. Durch die Leute, die dort arbeiteten, in der Gegend lebten, die Transporte sahen.
Meine Oma hat mir auch erzählt, wie sie in der Nachbarschaft alle regelrecht darüber tratschten!

@kaibiermann

@NatureMC @Blumine

Stimme zu, das war damals auch bekannt. Die KZs hatten ja Außenlager, die warenin oder am Rand von Dörfern und Städten.
Und die Häftlinge wurden mit dem Zug transportiert und mussten dann vom Bahnhof durch den Ort dorthin marschieren. Durchs Dorf.

Außerdem hatte das Wachpersonal Familie.

Und die KZ Häftlinge hatten ja davor auch irgendwo gelebt und wurden vermisst.

@gerhardbeck @NatureMC @Blumine Kempowskis „Haben Sie davon gewußt? Deutsche Antworten“ (3-442-72541-0) ist lesenswert
@gerhardbeck @NatureMC Dass es mehr gewusst als später zugegeben haben, glaube ich auf jeden Fall.
Trotzdem: Ich selbst werde mich va um das Jetzt und die Zukunft kümmern. Da ist viel zu tun.
@NatureMC @kaibiermann Das ja. Trotzdem werde ich mich lieber um das Jetzt und va die Zukunft kümmern. Da ist viel zu tun und die Zeit ist kostbar.
@Blumine Faktenwissen sollte niemanden von etwas abhalten! Im Gegenteil, man kann fürs Jetzt was lernen.
@kaibiermann
@NatureMC @kaibiermann Stimmt auf jeden Fall.
Aber man erfährt ausschließlich, dass eine Privatperson Mitglied bei der NSDAP war, etwas was in den meisten Fällen eine Bestätigung von dem ist, was eigentlich schon bekannt ist.
Viel wichtiger wären genauere Infos über das ganze Umfeld, Lebensumstände etc., und die bekommt man da nicht.
Ich bin im Übrigen überhaupt nicht dagegen. Es muss jede*r selbst wissen.
@Blumine @kaibiermann All meine Kommentare drehen sich nur um deinen Satz "Heute Nazi zu sein, ist viel, viel schlimmer als 1930, als sich kaum jemand vorstellen konnte, was ein KZ und ein Massenvernichtungslager war (nicht mal die Alliierten ahnten es wirklich)."
Ich habe lediglich die historischen Fakten zurechtgerückt: doch, die Leute wussten es. Nicht in Echtzeit mit Fotos auf Insta, aber sie wussten und konnten wissen.
@Blumine @kaibiermann Das Instrument oben ist ein wertvolles Instrument für historische und genealogische Forschung. Entweder hat man schon Kontext oder erforscht diesen. Oft kommt dann hinter mancher Familienlüge der Dreck erst hoch. Es ist nicht die,Sache digitaler Datenbanken, einem komplett alle Arbeit abzunehmen, da braucht man schon mehr dazu. Was du dir wünschst, ist in einer einzigen Datenbank technisch und personell gar nicht zu machen.

@kaibiermann

Keiner dabei.

Ich merke gerade, das es mir jetzt endlich egal ist.

Die Großeltern sind schon lange verstorben.

@kaibiermann Zum Glück finden sich meine Vorfahren nicht in der Datei.
@Erika @kaibiermann
Das heißt nicht, dass sie nicht in der Partei waren, da die Kartei lückenhaft ist.
@villon @Erika @kaibiermann ...und erst recht nicht dass sie keine nazis waren ......es gab durchaus nazis/faschos die nicht ....
@villon @Erika @kaibiermann
...in die partei eingetreten sind .... auch dafür gibt es manigfaltige gründe ..... ich weiß zb von einem fall, wo nachweislich der betreffende zu 100% ein faschistoider rassist war;
er aber trotzdem nicht der partei beitrat, da er auch sogenannte autoritäten und strukturen ablehnte
@sUmurai @Erika @kaibiermann
Also so psychopathisch, dass sie zu extrem für die Nazis waren. Mag es auch gegeben haben, dürfte aber die Ausnahme gewesen sein.
@villon @Erika @kaibiermann
mitnichten!
....in meinem persönlichen umfeld gibt es meiner schätzung nach 10-20 prozent die dieses kriterium erfüllen .... ich habe leider berufsbedingt mit vielen faschos zu tun/kämpfen 🤷🏽‍♀️😂
@sUmurai @Erika @kaibiermann
Das tut mir sehr leid für dich. Wie konnte das passieren?
@villon @Erika @kaibiermann
zu allererst agiere ich in mcpomm (afd teritorium) und zweitens arbeite ich regional in einem global agierendem revyclingunternehmen .... ich liebe meine arbeit und mit dem sozialen faschistoidem unfeld bin ich halt aufgewaxen, schon zu ddr-zeiten ..... großteil der 'leute' sind nicht von grund auf böse nur leider zuweilen lernresistent; nein, eher lernfaul; bedingt durch sozial-kulturelle ausbeutung und mangelnder kenntnis ihres eigenes 'ichs'
@villon Möglich. Allerdings war immer die Rede davon, dass Opa1 nicht befördert wurde, weil er nicht in der Partei war. Er war nicht zimperlich im "Leute umbringen", sonst wäre er im 1. Weltkrieg nicht lebend von Verdun zurückgekommen, aber Nazi war er wohl nicht. @kaibiermann
@villon @Erika @kaibiermann
Neben der Chance, dass die Akten zu den 10-20% gehörten, die vernichtet sind, gab es auch für Möglichkeit sich aktiv an Verbrechen zu beteiligen, ohne Parteimitglied zu sein.
@kaibiermann
Danke. Ich kannte die Kartei, aber das Original auf der Library of Congress ist schwer zu durchsuchen. Da hatte ich meinen Großvater nicht entdeckt, hier schon.
Ich wusste es schon, aber das ist nochmals berührend
@kaibiermann Wer keinen Zugang zur ZEIT hat, findet hier eine Übersicht über die Namen. Damit kann man die passende Akte leichter finden: https://welt-der-vorfahren.de/richtige-nsdap-filmrolle-finden/
NSDAP-Mitgliederkartei: In welcher Filmrolle sollte ich eine Person suchen?

Eine Web-App, die bei der Suche nach NSDAP-Mitgliedern helfen soll: Hier die passende Filmrolle zur gesuchten Person im US-Nationalarchiv (NARA) finden

Welt der Vorfahren

@rfvtgb @kaibiermann

hier, einmal frei und ohne werbemüll.

https://archive.ph/p9ndB

@TheOneSwit @rfvtgb @kaibiermann Auf der Seite funktioniert die Suche leider nicht.

@kaibiermann Interessant ist vor allem das Beitrittsdatum.
Je früher einer beigetreten ist, desto wahrscheinlicher aus Überzeugung.

In Diktaturen treten jedoch auch viel ein, um Nachteile für sich und/oder Familie zu vermeiden.War auch in der DDR so.

@kaibiermann ich habe womöglich mein Opa gefunden, er war Schulleiter, in Führungspositionen war die NSDAP-Mitgliedschaft oft obligatorisch

@kaibiermann
und?
Ob er war oder nicht - Kinder und Kindeskinder können unabhängig davon Nazis sein oder auch nicht. 🤔

Faschismus ist so viel ich weiß nicht vererbbar.

@kaibiermann

Na super.
Opa gefunden.
Na ja.
Ich wusste es ja 🤷

@kaibiermann
Ob es in ein paar Jahrzehnten wieder so ein Verzeichnis für heutige Nazis geben wird?
@kaibiermann
Tja, beide gefunden. Bei dem einen wusste ich es, bei dem anderen nicht. Interessant sind die Daten des Beitritts. Bei mir offenbaren sie Lügen.
Und von wegen der Mär, man musste eintreten. Da waren die Nazis gar nicht scharf drauf. Zwischen 33 und 37 gab es einen Aufnahmestopp. In der Partei wollte man eben nur richtige Menschenfeinde haben. Nicht solche die sich dem Hass nur aus Eigenutz verschrieben. Der Hass sollte schon tief sitzen. Ich muss aufhören. Mir ist gerade schlecht von der eigenen Familie.
@kaibiermann Tausend Dank an die Zeit, das diese vereinfachte Suche jetzt möglich ist. Ich hatte keine lebenden Opas in meiner Kindheit. Zum Glück, denn auf diesen ScheissNaziOpa hätte ich gerne verzichtet. Ich werde mit den Daten jetzt endlich ans Bundesarchiv gehen. Mein Vater hat sich mit seinem Vater wegen der NSDAP völlig überworfen, wurde Antifaschist. Das ist weiter bei uns so, es ist sehr belastend diese NS-Vergangenheit. Ich bin früh Antifaschistin dadurch geworden.
@kaibiermann meine Großeltern waren noch Kinder, sind erst kurz vor oder im Krieg geboren, fast alle mussten aus Pommern? Schlesien? fliehen. Die Namen ihrer Eltern kenne ich gar nicht, müsste ich mal nachfragen. Ich bin offenbar zu jung. 🤪
@kaibiermann sorry, da tauchen dutzende von 8-10 jährigen auf. Alles Nazis, ganz sicher.
@kaibiermann meine Großeltern fallen wohl unter die 10% der verlorengegangenen Karten. Es gibt den Nachnamen, aber keine einzige Person mit passendem Vornamen.

@kaibiermann Ich hatte mir mal ein paar der "Roh"-PDFs heruntergeladen, aber das war für meinen Rechner schon eine Herausforderung. Gut, dass es da nun eine Aufbereitung gibt.

Und: Danke fürs Teilen ♥️

@kaibiermann
Nicht Opa aber Oma gefunden. Nicht als NSDAP-Mitglied, sondern als Mitglied der Reichsärztekammer. Da war die Mitgliedschaft verpflichtend, insofern beweist es, dass sie als Ärztin praktiziert hat.
(Die Familienlegenden stimmen also zumindest in dem Punkt, dass keine:r Mitglied der NSDAP war. Gleichzeitig zeigt das, dass man nicht Mitglied der NSDAP sein musste, um im III. Reich Karriere zu machen.)

@kaibiermann
Meinen Urgroßvater von dem ich wusste dass er in der NSDAP war - die Kasse des lokalen Ortsvereins im Dorf war wohl in deren Haus gewesen - finde ich da drin nicht.

Sonstige Großeltern oder Urgroßeltern auch nicht.

@stephie_hamburg auch nicht in der Gaukartei?
@zombiecide
Was meinen Urgroßvater und Großvater betrifft von denen ich mir ziemlich sicher bin dass in der NSDAP waren hab ich auf der Website mit der Gaukartei eine ganze Weile geblättert aber sie nicht gefunden. Vielleicht stelle ich mich aber auch zu doof an und probier's später nochmal
@stephie_hamburg ich weiß leider nur den Nachnamen meines Urgroßvaters, und da gibt es auch keinen Eintrag der wirklich passt
aber es kann auch sein dass seine Karte nach seinem Suizid in 1939 entfernt wurde?

@zombiecide
Ich weiss zu wenig über deren Aktenführung um da wirklich zu wissen ob das so gehandhabt wurde. Die Akten die online sind sind ja auch unvollständig.

Wenn man nur den Nachnamen hat ist dann oft schwierig was rauszufinden. Bei meinem Urgroßvater ist der Nachname viel häufiger als ich dachte. Hunderte Seiten zu diesem Nachnamen in der Gaukartei. Ich weiss zwar einen der Vornamen von ihm aber auch nicht den zweiten, und die Reihenfolge der Vornamen.

@stephie_hamburg Bei mir sind's nur so ein Dutzend (die fast alle Friedrich hießen) aber da waren entweder Eintrittsjahr, Alter oder Ort nicht mit Familiengeschichte übereinstimmend

@kaibiermann

Wenn ich an meine Großmutter denke, die ist vor den beiden großen Weltkriegen geboren worden. Die Mutter der Mutter meiner Mutter. Wenn man sich das durchdenkt, wird einem klar, dass es nicht lange her ist. Wie nah wir noch an diesem Erbe stehen und der Spruch "Das ist lange her" überhaupt nicht greift.

@kaibiermann

Bei mir ist rausgekommen, warum sich die mütterliche und die väterliche Seite so überhaupt nicht mochten. Wenn die Eltern der Mutter des Vaters deines Enkelkindes, deine Frau und einige andere Verwandte aus gewissen Gründen gehasst hat.

@kaibiermann ist übrigens fehlerbehaftet. Es sind Leute drin, die nachweislich nicht in der NSDAP waren, und dies auch gerichtlich festgestellt wurde.
@wolfheilmann wie wurde das denn nachgewiesen?
Und warum sind da Leute gelistet, die nicht drin waren? @kaibiermann
@effken_von_nebenan @kaibiermann mein Opa war Königlicher. War Arzt. Die Reichsärztekammer hat ihn als NSDAP-Mitglied eingetragen. War er aber nicht. Er ist später wieder als Arzt in die Wehrmacht eingetragen, damit er nicht in die NSDAP eintreten muss.
Ist nach dem Krieg alles gerichtlich geklärt worden und auch glaubhaft vorgetragen worden. Auch vom bairischen Kronprinzen. Es gibt darüber einige Zeitungsberichte.
@effken_von_nebenan @kaibiermann sein Bruder arbeitete übrigens im ersten Weltkrieg bei der Papierfabrik die berühmt wurde, dass sie die ganzen Akten nicht vernichtet hat in den letzten Wochen des Regimes, sondern sie aussonderte und so für die Nachwelt erhielt. Ist aber reiner Zufall. Nach WK1 war er u. a. Vorstand der bairischen Kartonagenhersteller
@effken_von_nebenan @kaibiermann der Dritte der Brüder war ziemlich sicher in der Partei, weil er im Reichsarbeitsministerium arbeitete. Wurde später verhaftet weil die Verschwörer des 20. Julis seine Wohnung für ihrer Treffen verwendeten - weil sie hier ziemlich sicher waren

@kaibiermann

Opa war nicht in der NSDAP. Aber er hat sie gewählt. Später im Krieg hat er bei Kriegsverbrechen mitgemacht ... und nachher haben sich die Überlebenden als Zeugen "nicht mehr erinnert", wie der kommandierende Offizier vor Gericht stand.

Immerhin wurde das in der Familie nicht unter den Teppich gekehrt.

Als er sehr alt und dement war, kamen die sehr schlechten Erinnerungen wieder hoch.

@kaibiermann na sehr gut. Ich habe Zwei Stunden händisch mich da durch gewühlt 😅