Emma und Spiegel haben sich offenbar verabredet, um die Ausstellung zur Kulturgeschichte der Sexarbeit zu torpedieren. Oder, wie die EMMA es gerne ausdrückt: Sie schäumen vor Wut.
#Sexarbeit
Emma und Spiegel haben sich offenbar verabredet, um die Ausstellung zur Kulturgeschichte der Sexarbeit zu torpedieren. Oder, wie die EMMA es gerne ausdrückt: Sie schäumen vor Wut.
#Sexarbeit
[Text]
> Sehr geehrte Redaktion,
> der Text des SPIEGEL zur Ausstellung „Kulturgeschichte der Sexarbeit” mit der Frage „Erfüllt Prostitution menschliche Bedürfnisse?” hat mich enttäuscht. Oder nur männliche?” hat mich äußerst enttäuscht. Er wirkt nicht wie der Versuch, sich ernsthaft mit Sexarbeit und den Perspektiven von Sexarbeitenden auseinanderzusetzen, sondern wie ein politisch bereits festgelegter Beitrag, dem vor allem der Respekt gegenüber den Betroffenen fehlt. Dass endlich Sexarbeitende entscheiden, wie eine Ausstellung über den historischen Umgang mit ihnen aussieht, ist ein historisches Novum, eine Errungenschaft, die es zu würdigen gilt. Als Historikerin finde ich das Halbwissen, das die Autorin aufbereitet, weil sie Sexarbeit nicht als „ehrliche Arbeit” anerkennen mag, äußerst problematisch.
> Offenbar versteht die Autorin nicht, wie tief die Vorstellung sitzt, sonst hätte sie möglicherweise ihre eigenen Vorurteile reflektieren können. Schon alleine, dass der Teaser von einer Kulturgeschichte des "Sexkaufs" schreibt, zeigt, wie tief der Hass gegen Sexarbeitende geht und wie sehr man diese Menschen unsichtbar machen möchte.
> Besonders irritierend und irreführend sind für mich die Behauptungen zur Situation in Deutschland und zur angeblich so überzeugenden Alternative eines nordischen Verbotsmodells. Die wissenschaftliche Evaluation des Prostituiertenschutzgesetzes des Kriminologischen Instituts Niedersachsen e. V. (ein 600 Seiten starkes Dokument plus 300 Seiten Gutachten) kommt zu anderen Schlüssen. umso schwerer wiegt, dass diese Evaluation im Text nicht einmal erwähnt wird. Die Autorin blendet nicht nur diese Studie, sondern auch einschlägige Forschung zu den zahlreichen Schwächen des von ihr propagierten Verbots aus. Beispielhaft erwähnt sei die Forschung von Niina Vuolajärvi, die an der renommierten London Shcool of Economics tätig ist und möglicherweise weniger Vorurteile hat als die zitierte Theologin Elke Mack:
> https://www.lse.ac.uk/research/research-for-the-world/politics/criminalising-the-sex-buyer Damit vermittelt die Autorin den Leser*innen kein ausgewogenes Bild, sondern eine einseitige und zudem noch verzerrte Perspektive. Sexarbeit und Sexarbeitende sollen erneut in die illegalität gedrängt werden und damit schlechtergestellt werden. Das zu fordern, ist an sich schon respektlos. Das ohne wissenschaftliche Grundlage zu fordern, grenzt an Fake News.
> Dass sich der Beitrag zudem so nahtlos in die bekannte Kampagne gegen legale Prostitution und für das sogenannte Nordische Modell einfügt, verstärk diesen Eindruck. Dass der SPIEGEL und die EMMA zeitgleich und möglicherweise kordiniert vorgehen, wirft erneut die Frage auf, ob und inwiefern die SPIEGEL-Redaktion in Netzwerke der Lobby für das Nordische Modell eingebunden ist, dies nicht offenlegt und damit journalistische Standards verletzt. Und wenn Sie meinen Ton als etwas „drüber” empfinden — gerade für eine Wissenschaftlerin —, sei's drum. Er passt zumindest genau zum Ton von Frau Knöfel.
> Damit meine Entrüstung nicht verloren geht, habe ich den Pressesprecher der Bundeskunsthalle in cc gesetzt.
[Worth mentioning I don't have a darn clue about what I've just written (I've done it precisely so that I can get a translation), so, “there be typos”. 😅]
So nah, it's not too hard.
If anything, it's too soft.
I might find the German-style “legalization” extremely lacking, tbh (for starters, only a minor segment can fulfill the requisites, so it turns the majority of sex work actively illegal…).
… but Sweden's "make absolutely everything remotely related to it actively illegal for everyone while also claiming it's somehow legal for the workers" certainly isn't exactly an improvement on that either.
You're welcome~ ^^
My instance does have an (enormously) extended limit, so might as well take advantage of it. :3
@sexworkpol
Finde ich auch gar nicht zu hart und finde, du musst dich nicht entschuldigen mit dem "drüber" Satz. Du argumentierst konsistenter als Frau Knöfel.
Bug Hinweis: Ganz oben ist noch ein "hat mich enttäuscht" an einer Stelle stehengeblieben, wo es wohl weggelöscht werden sollte, weil du den Satz umgestellt hast.
Definitiv nicht zu hart.
Allein die Spekulation über eine mögliche Koordination zwischen Spiegel und Emma ließe ich entweder weg oder formulierte sie vorsichtiger. Da Du eine Verabredung noch nicht beweisen kannst, kann dieser Nebenkriegsschauplatz sonst als Hebel genutzt werden, Deine berechtigte Kritik zu entwerten.
@LeelaTorres
‚Sehr geehrte Redaktion,
der Text des SPIEGEL zur Ausstellung „Kulturgeschichte der Sexarbeit” mit der Frage „Erfüllt
Prostitution menschliche Bedürfnisse?” hat mich enttäuscht. Oder nur männliche?” hat mich äußerst
enttäuscht. Er wirkt nicht wie der Versuch, sich ernsthaft mit Sexarbeit und den Perspektiven von
Sexarbeitenden auseinanderzusetzen, sondern wie ein politisch bereits festgelegter Beitrag, dem vor
allem der Respekt gegenüber den Betroffenen fehlt. Dass endlich Sexarbeitende entscheiden, wie
eine Ausstellung über den historischen Umgang mit ihnen aussieht, ist ein historisches Novum, eine
Errungenschaft, die es zu würdigen gilt. Als Historikerin finde ich das Halbwissen, das die Autorin
aufbereitet, weil sie Sexarbeit nicht als „ehrliche Arbeit” anerkennen mag, äußerst problematisch.
Offenbar versteht die Autorin nicht, wie tief die Vorstellung sitzt, sonst hätte sie möglicherweise ihre
eigenen Vorurteile reflektieren können. Schon alleine, dass der Teaser von einer Kulturgeschichte des
"Sexkaufs" schreibt, zeigt, wie tief der Hass gegen Sexarbeitende geht und wie sehr man diese
Menschen unsichtbar machen möchte.
Besonders irritierend und irreführend sind für mich die Behauptungen zur Situation in Deutschland
und zur angeblich so überzeugenden Alternative eines nordischen Verbotsmodells. Die
wissenschaftliche Evaluation des Prostituiertenschutzgesetzes des Kriminologischen Instituts
Niedersachsen e. V. (ein 600 Seiten starkes Dokument plus 300 Seiten Gutachten) kommt zu anderen
Schlüssen. Umso schwerer wiegt, dass diese Evaluation im Text nicht einmal erwähnt wird. Die
‚Autorin blendet nicht nur diese Studie, sondern auch einschlägige Forschung zu den zahlreichen
Schwächen des von ihr propagierten Verbots aus. Beispielhaft erwähnt sei die Forschung von Nina,
Yuolajäryi, die an der renommierten London School gf Economics tätig ist und möglicherweise
weniger Vorurteile hat als die zitierte Theologin Elke Mack:
https:/mww.Ise.ac.uk/research/research-for-the-world/politics/criminalising-the-sex-buyer Damit
vermittelt die Autorin den Leser*innen kein ausgewogenes Bild, sondern eine einseitige und zudem
noch verzerrte Perspektive. Sexarbeit und Sexarbeitende sollen erneut in die Illegalität gedrängt
werden und damit schlechtergestellt werden. Das zu fordern, ist an sich schon respektlos. Das ohne
wissenschaftliche Grundlage zu fordern, grenzt an Fake News.
Dass sich der Beitrag zudem so nahtlos in die bekannte Kampagne gegen legale Prostitution und für
das sogenannte Nordische Modell einfügt, verstärkt diesen Eindruck. Dass der SPIEGEL und die
EMMA zeitgleich und möglicherweise koordiniert vorgehen, wirft erneut die Frage auf, ob und
inwiefern die SPIEGEL-Redaktion in Netzwerke der Lobby für das Nordische Modell eingebunden ist,
dies nicht offenlegt und damit journalistische Standards verletzt. Und wenn Sie meinen Ton als etwas
„drüber” empfinden - gerade für eine Wissenschaftlerin -, sei's drum. Er passt zumindest genau zum
Ton von Frau Knöfel.
Damit meine Entrüstung nicht verloren geht, habe ich den Pressesprecher der Bundeskunsthalle in cc.
gesetzt.
Sorry, Emma Spiegel, ich geh trotzdem hin & egal, wie die Ausstellung letztlich ist, bleibe ich bei: Sexwork is Work.