Emma und Spiegel haben sich offenbar verabredet, um die Ausstellung zur Kulturgeschichte der Sexarbeit zu torpedieren. Oder, wie die EMMA es gerne ausdrückt: Sie schäumen vor Wut.
#Sexarbeit

https://www.spiegel.de/kultur/bundeskunsthalle-in-bonn-sexarbeit-im-museum-erfuellt-prostitution-menschliche-beduerfnisse-oder-nur-maennliche-a-e476a61b-1d89-4b00-a450-21240cc53140

Ausstellung über Sexarbeit: Erfüllt Prostitution menschliche Bedürfnisse? Oder nur männliche?

Die Bundeskunsthalle in Bonn liefert eine begehbare Kulturgeschichte des Sexkaufs. Prostitution wird hier zu einer sozialen Aufgabe, viele Schattenseiten kommen nur am Rand vor.

DER SPIEGEL
Hier der Entwurf meines Leserbriefes. Zu hart?

@sexworkpol

[Text]

> Sehr geehrte Redaktion,

> der Text des SPIEGEL zur Ausstellung „Kulturgeschichte der Sexarbeit” mit der Frage „Erfüllt Prostitution menschliche Bedürfnisse?” hat mich enttäuscht. Oder nur männliche?” hat mich äußerst enttäuscht. Er wirkt nicht wie der Versuch, sich ernsthaft mit Sexarbeit und den Perspektiven von Sexarbeitenden auseinanderzusetzen, sondern wie ein politisch bereits festgelegter Beitrag, dem vor allem der Respekt gegenüber den Betroffenen fehlt. Dass endlich Sexarbeitende entscheiden, wie eine Ausstellung über den historischen Umgang mit ihnen aussieht, ist ein historisches Novum, eine Errungenschaft, die es zu würdigen gilt. Als Historikerin finde ich das Halbwissen, das die Autorin aufbereitet, weil sie Sexarbeit nicht als „ehrliche Arbeit” anerkennen mag, äußerst problematisch.
> Offenbar versteht die Autorin nicht, wie tief die Vorstellung sitzt, sonst hätte sie möglicherweise ihre eigenen Vorurteile reflektieren können. Schon alleine, dass der Teaser von einer Kulturgeschichte des "Sexkaufs" schreibt, zeigt, wie tief der Hass gegen Sexarbeitende geht und wie sehr man diese Menschen unsichtbar machen möchte.

> Besonders irritierend und irreführend sind für mich die Behauptungen zur Situation in Deutschland und zur angeblich so überzeugenden Alternative eines nordischen Verbotsmodells. Die wissenschaftliche Evaluation des Prostituiertenschutzgesetzes des Kriminologischen Instituts Niedersachsen e. V. (ein 600 Seiten starkes Dokument plus 300 Seiten Gutachten) kommt zu anderen Schlüssen. umso schwerer wiegt, dass diese Evaluation im Text nicht einmal erwähnt wird. Die Autorin blendet nicht nur diese Studie, sondern auch einschlägige Forschung zu den zahlreichen Schwächen des von ihr propagierten Verbots aus. Beispielhaft erwähnt sei die Forschung von Niina Vuolajärvi, die an der renommierten London Shcool of Economics tätig ist und möglicherweise weniger Vorurteile hat als die zitierte Theologin Elke Mack:
> https://www.lse.ac.uk/research/research-for-the-world/politics/criminalising-the-sex-buyer Damit vermittelt die Autorin den Leser*innen kein ausgewogenes Bild, sondern eine einseitige und zudem noch verzerrte Perspektive. Sexarbeit und Sexarbeitende sollen erneut in die illegalität gedrängt werden und damit schlechtergestellt werden. Das zu fordern, ist an sich schon respektlos. Das ohne wissenschaftliche Grundlage zu fordern, grenzt an Fake News.

> Dass sich der Beitrag zudem so nahtlos in die bekannte Kampagne gegen legale Prostitution und für das sogenannte Nordische Modell einfügt, verstärk diesen Eindruck. Dass der SPIEGEL und die EMMA zeitgleich und möglicherweise kordiniert vorgehen, wirft erneut die Frage auf, ob und inwiefern die SPIEGEL-Redaktion in Netzwerke der Lobby für das Nordische Modell eingebunden ist, dies nicht offenlegt und damit journalistische Standards verletzt. Und wenn Sie meinen Ton als etwas „drüber” empfinden — gerade für eine Wissenschaftlerin —, sei's drum. Er passt zumindest genau zum Ton von Frau Knöfel.

> Damit meine Entrüstung nicht verloren geht, habe ich den Pressesprecher der Bundeskunsthalle in cc gesetzt.

[Worth mentioning I don't have a darn clue about what I've just written (I've done it precisely so that I can get a translation), so, “there be typos”. 😅]

Criminalising the sex buyer - does the Nordic model keep workers safe?

As debate on sex work legislation reaches EU Parliament, Niina Vuolajärvi urges policymakers to learn from experiences in Sweden, Norway and Finland.

The London School of Economics and Political Science
@yenndc Danke. Ich hab auch im Post nicht so viel Platz 🙈

@sexworkpol

You're welcome~ ^^

My instance does have an (enormously) extended limit, so might as well take advantage of it. :3