Ein Social-Media-Verbot bis 14 klingt nach Schutz. Für viele Kinder ist es aber das Gegenteil. Gerade queere, behinderte oder sonst ausgegrenzte junge Menschen finden online oft erst Freunde, Hilfe und das Gefühl, nicht allein zu sein. Soziale Verbindung schützt die mentale Gesundheit. Wer das kappt, erhöht das Risiko von Isolation und nimmt die steigende Suizidrate bei diesen Kindern in kauf.

#SocialMediaVerbot #Jugendschutz #Inklusion #Queer #MentalHealth #Politik #EinfacheSprache

@SchreibeEinfach

Ich stimme dir zu, dass marginalisierte Jugendliche digitale Schutzräume und Vernetzung brauchen.

Aber daraus ein Argument für Instagram, TikTok und Co. zu machen, ist ein falscher Dualismus. Die großen Plattformen sind keine gemeinnützigen Treffpunkte, sondern kommerzielle Werbeträger, deren Algorithmen auf Sucht und Empörung ausgelegt sind. (1/2)

@SchreibeEinfach

Ein Verbot bis 14 richtet sich genau gegen dieses toxische Geschäftsmodell.

Sichere, nicht-kommerzielle Netzwerke wie das Fediverse oder direkte Messenger-Gruppen, in denen echte soziale Verbindung ohne algorithmische Manipulation stattfindet, sind (afaik)von solchen Regulierungen in der Regel ausgenommen. (2/2)

@Rene_M_G Eine allgemeine Personalausweispflicht wird dann eben nicht vor unserem geliebten Fediverse halt machen. Im Gegenteil, ich denke, dass wir hier aufgrund unserer Ausrichtung ein Primärziel der amtierenden Bundesregierung sein werden.

@SchreibeEinfach

Du sagst, wir müssen gegen die Konzerne vorgehen. Genau das passiert doch bei einem Verbot von toxischen Social-Media-Algorithmen für unter 14-Jährige.

Ein Schreckensszenario einer allgemeinen Ausweispflicht für das Fediverse, das rechtlich (Stichwort DSA, Trennung von kommerziell und nicht-kommerziell) ist nicht haltbar.

Wenn wir gegen die Konzerne vorgehen wollen, sollten wir sie nicht vorschieben, um uns vor imaginären Angriffen auf das Fediverse zu fürchten.

@Rene_M_G Nein. Ein Verbot trifft nicht die Konzerne, sondern die Kinder und ihre Rechte. Grundrechte wie freie Meinung und Teilhabe gelten auch online. Wir müssen die Konzerne regulieren, nicht die Nutzer ausschließen. Was angeblich „schädlich“ ist, wird nicht plötzlich mit 14 harmlos. Das ist keine Lösung, das ist Symbolpolitik auf Kosten der Schwächsten.

@SchreibeEinfach

Interessant, dass das Fediverse-Argument plötzlich vom Tisch ist. Zu deinem neuen Punkt: Meinungsfreiheit und Teilhabe setzen keinen Account bei einer kommerziellen Werbemaschine voraus. Es geht schlicht um Jugendschutz. Ein Verbot unter 14 trifft exakt die Konzerne, weil es ihnen die lukrativste und am leichtesten manipulierbare Zielgruppe entzieht. Wer das als Symbolpolitik abwertet, verteidigt letztlich nur das Recht der Tech-Giganten, Kinder ungehindert zu monetarisieren.

@Rene_M_G Natürlich ist es vom Tisch, wenn eine grundlegende Personalausweispflicht etabliert wird. Wenn dann jede Instanz eine Infrastruktur betreiben muss, gute Nacht Fediverse. Wenn nur Illegale frei und anonym kommunizieren dürfen, werde ich in jedem Fall ein Illegaler werden.

@SchreibeEinfach

Es ist verständlich, dass du emotional reagierst, wenn dir ein freies Netz wichtig ist.

Dennoch:
Die allgemeine Ausweispflicht für jede Fediverse Instanz ist deine persönliche Dystopie, nicht die politische Realität. Bestehende Gesetze differenzieren ganz klar zwischen "ehrenamtlichen" Netzwerken und kommerziellen Milliardenkonzernen.

Das Szenario vor dem du dich fürchtest ist extrem unwahrscheinlich, setzt eine Diktatur voraus - und dann wäre alles verloren. (1/2)

@SchreibeEinfach

Was fehlt, ist eine Regulierung für algorithmusgesteuerte Werbemaschinen, die sich als "Social Media" tarnen. Erwachsene können und dürfen sich entscheiden, solche Kanäle zu nutzen. Ein Komplettverbot wäre eine echte Einschränkung von Grundrechten. Aber für Kinder brauchen wir hier Schutzgrenzen, genau wie bei anderen Altersfreigaben (Alkohol/Tabbak/Geldspielautomaten) auch.

(2/2)

@Rene_M_G Nun, Alkohol und Rauchen haben aber eben exakt null positive Auswirkungen. Soziale Medien, Schutzräume für vulnerable Kinder, sehr wohl.