So eindeutig die Situation mit #Ulmen zu sein scheint - ich habe immer Bauchschmerzen wenn ich sehe, wie schnell in so einem Konflikt Partei ergriffen wird, bevor eine juristische Einordnung stattgefunden hat. Die Unschuldsvermutung ist ein zentraler Bestandteil unserer demokratischen Grundordnung, aber mittlerweile ist es komplett etabliert Leute vorzuverurteilen (inzwischen ja auch von führenden deutschen Parteien vorgelebt) und ich mag diesen Trend überhaupt nicht.
wenn mir jetzt wieder jemand vorwirft, ich würde irgendwelche Täter schützen - hast du meinen Beitrag *gelesen*? Solange keine juristische Entscheidung gefallen ist gibt es keinen Täter, nur einen Tatverdächtigen. Man kann ihn meiden, man kann sich persönlich entscheiden, mit ihm keinen Kontakt oder geschäftliche Beziehungen zu pflegen, aber diese öffentliche Vorverurteilung ist gesellschaftlich in meinen Augen brandgefährlich - der nächste Empfänger könnte man selbst sein.
Berichterstattung im „Fall Fernandes“: Nicht der Verdacht zählt, sondern was ihn belegt

Der „Fall Fernandes“ folgt anderen Regeln als der „Fall Lindemann“: Für die Berichterstattung zählt nicht der Verdacht, sondern was ihn belegt.

TAZ Verlags- und Vertriebs GmbH
@oliof interessante Aufstellung, danke dafür. Ich beschwere mich hier allerdings weniger über die Berichterstattung (die ich offengestanden zu diesem Thema nur sehr peripher mitbekomme) sondern über öffentliche Aussagen von Individuen die unter der Prämisse einer Schuld argumentieren - wie der Taz Artikel gegen Ende auch schreibt: "... Es muss also deutlich gemacht werden, dass die Ermittlungen in einem frühen Stadium sind, es darf nicht vorverurteilt werden."
Diese Vorverurteilung sehe ich halt

@DJGummikuh es gibt ja durchaus eine Unterscheidung zwischen Recht und Gerechtigkeit. Ich verweise einfach mal zurück auf 2013 um aufzuzeigen: Es bedarf nicht der aktuellen Situation, um Vorbehalte ggü Ulmen zu haben.

https://www.merkur.de/boulevard/show-christian-ulmen-woellner-tele5-wants-fuck-girlfriend-meta-zr-2702287.html

Ulmen-Show: "Who wants to fuck my girlfriend?"

München - Die neue Show von Schauspieler Christian Ulmen trägt den krassen Titel: "Who wants to fuck my girlfriend?" Der Münchner Sender Tele5 verspricht bereits: "Diese Show ist der Untergang des Abendlands." Worum es geht:

@oliof wie gesagt Vorbehalte oder auch persönliche Abscheu - alles legitim. Mir geht es nur um die öffentliche Vorwegnahme einer Verurteilung (z.b. mit öffentlichen Boykottaufrufen oder anderen rufschädigendem Verhalten, bevor der Sachverhalt bestimmt ist). Die Justiz existiert ja nicht im luftleeren Raum - es ist das Organ der Gesellschaft um objektiv die Wahrheit über Streitfälle festzulegen. Wenn einem das zu langsam geht liegt dort das Optimierungspotenzial
@DJGummikuh Ich solidarisiere mich lieber öffentlichkeitswirksam aus Versehen mit einem falschen Opfer als mit einem tatsächlichen Täter. Und das leidige Wort Unschuldsvermutung bedeutet lediglich dass ich nicht sagen kann „Ulmen ist schuldig“, aber ich kann sehr wohl sagen „Meiner Meinung nach ist er schuldig“.