Ganz genau. Deshalb ist es auch Teil des Problems, wenn alles immer auf die eigene Mutter, Tochter, Frau bezogen werden muss, damit das Leid von Frauen überhaupt als real angesehen wird. Es geht um Basic Menschenrechte für 50% der Bevölkerung. https://www.zeit.de/familie/2026-03/frauenfeindlichkeit-vater-tochter-feminismus-christian-ulmen

@kattascha ein "erziehe Deine Kinder zur Selbsterkenntnis und nicht zu Arschlöchern" wäre wohl zu einfach.

Solange Männer denken, dass sie archaische Stereotypen an ihren Nachwuchs weitergeben müssen, sind sie der ausschlaggebende Teil des Problems.

P.S.: Ich bin extrem froh, dass ich von meiner alleinerziehenden Mutter und nicht von meinem Vater erzogen wurde.

@heluecht @kattascha

Traurig, sich den eigenen Vater wegzuwünschen. Bezieht sich diese Aussage auf den spezifischen Mann?

Von Müttern allein erzogen werden ist oft weit entfernt von optimal.

@kattascha @oschonrock Ich beziehe mich auf meinen Vater und meine Mutter im Speziellen. Ich habe eine sehr gute Erziehung durch meine Mutter genossen und hatte eine sehr schöne Kindheit, in der es mir an nichts fehlte. Wir (d.h. meine Mutter und meine Schwester) hatten wenig Geld, sind aber über die Runden gekommen. Und das Verhältnis unter uns dreien war wirklich gut. Auch heute noch verbringe ich gerne ein paar Tage bei meiner Mutter, meiner Schwester, meiner Nichte und deren ganzen Familie, wenn ich sie besuche.

Und weiß genug über meinen Vater (u.A. als wir sein Haus nach seiner schweren Erkrankung und anschließendem Tod nach Dokumenten durchsuchen mussten), dass ich glücklich bin, dass er keinen Einfluss auf mich hatte. Er war viermal verheiratet und in mindestens drei Ehen hat er seine Frauen mit anderen Frauen betrogen. Und er war der Ansicht, dass er Anspruch auf Sex mit seiner Frau hat. Und wenn er sich vernachlässigt gefühlt hat, war es seiner Ansicht nach völlig okay, außerehelichen Sex zu haben. Er hatte auch augenscheinlich ein Problem damit, wenn die Frauen zu selbständig waren. Sein idealbild einer Frau war eine ihm hörige Person, die seine Triebe befriedigt.

Und das ist kein Hörensagen, sondern das weiß ich aus erster Hand durch Gespräche mit ihm. Der Kontakt zu ihm war nie ganz abgerissen.

@heluecht @kattascha

OK, das ist sehr traurig, und ich verstehe deine Aussage jetzt besser. Für deine spezifische Situation wohl leider korrekt.

Deine OG Antwort war etwas verwirrend weil du fließend von "Männern" auf "deinen Vater" übergingst.

@kattascha @oschonrock Letztendlich war es traurig für meinen Vater, da er leider nie zur Ruhe gekommen ist. Insbesondere seine vierte Frau war echt klasse. Ich hatte gehofft, dass er auf seine alten Tage endlich Ruhe finden würde - und dann haben seine Triebe wieder Oberhand gewonnen und er hat mit 69 Jahren im Urlaub ein Kind mit einer Zufallsbekanntschaft gezeugt ...
@kattascha Klappt das überhaupt? In meinem Umfeld scheint das eher eine Sackgasse zu sein. Ich kenne Männer die durchaus pro-feminin und allied sind, aber den Sprung nicht schaffen eine effektiv gleichberechtigte Ebene zu finden. Unter Queers kommt mir das teils leichter vor, weil wir uns mehr auf unsere eigene Femininität konzentrieren können, und viele Männer-Zwänge ignorieren.

@kattascha
Finde die Begründung in dem Zitat sehr weit hergeholt.

Nicht falsch verstehen, die Behauptung, dass man durch Töchter einfache Empathie lernt ist traurig, lächerlich und einfach unwahr.

Aber das heißt nicht, dass "Männer" erst Frauen als nicht Sexualobjekte wahrnehmen können, nachdem sie eine im jungen Alter kannten. So krank sind die allermeisten männlichen Gehirne dann auch wieder nicht.

Eher ein weiteres "Sensationszitat" um den Artikel interessanter zu gestalten.

@oschonrock
Ähm ... der Artikel sagt auch nicht, dass das so sei, sondern dass der Bezug auf Töchter in der Diskussion diese Folgerung impliziert. Es ist keine Aussage über Männer, sondern über die Stichhaltigkeit des Arguments.
@kattascha

@jnfingerle @kattascha

Genau... ein Strohmahnargument.

@oschonrock
Nein. Ein Strohmann-Argument wäre eine untergeschobene angebliche Meinung, gegen die argumentiert wird. Hier wird hingegen ein tatsächlich vorgetragenes Argument analysiert und durch konsequente Anwendung ad absurdum geführt. Dabei wird klar kommuniziert, dass es sich um die Interpretation des Arguments handelt, und es wird damit eine Aussage über das tatsächlich vorgetragene Argument getroffen.

@kattascha

@jnfingerle @kattascha

Stimme mit der "konsequenten Anwendung" nicht überein.

Ist mMn ein komplett überspitztes Sensationsargument, das gar nicht nötig ist.

Die OG Aussage ist ein Armutszeugnis, und sollte von denkenden Menschen nicht wiederholt werden. Fertig.

@jnfingerle @kattascha

Und nach dieser "superkontroversen" Aussage hat er mich blockiert.

🤷

Auch lächerlich.

@kattascha Ich befürchte, es ist zum Teil noch perfider. Die "eigene" Frau oder Tochter wird als Eigentum betrachtet und ein "echter Mann" verfügt über sie und beschützt sie davor, dass andere über sie verfügen, in der Reihenfolge.

Dann ist ein Übergriff gegen die "eigene" Frau oder Tochter auch ein Angriff gegen das Selbstbild des Mannes, der offensichtlich sein Eigentum nicht schützen kann und sich dann mehr für seine Schwäche schämt als für das Leid der Frau. Dann entwickelt er Gewaltfantasien und übt Rache, anstatt den Betroffenen zu helfen.

Ich glaube, das ist zumindest ein Teil männlicher Sozialisation.

#ToxischeMännlichkeit #Phantombesitz

@skaphle Das scheint tatsächlich so ein hartnäckiges, ziemlich bescheuertes Narrativ zu sein, das viele einfach übernehmen. Ulmen mag da ein Extremfall sein, aber abgeschwächt hab ich das in meinem Umfeld einige male auch mitbekommen. Triffst dich mit jemand, danach kommt der Ex-Freund und meint "normalerweise fragt man da". Wie man so derart neben der Spur sein kann und aus einer (Ex-)Beziehung oder aus irgendeinem anderen Grund einen Besitzanspruch abzuleiten erschließt sich mir nicht.

@kattascha

Ich frage mich, ob das bei Frauen prinzipiell anders läuft? Ich gehe davon aus, dass auch bei diversen Frauen Korrektur-Potenzial besteht, was ihr Männerbild angeht, wenn sie einen Sohn aufwachsen sehen?

@kattascha
Genau das erlebte die deutsche Streamerin HoneyPu auch, als sie öffentlich gemacht hat, dass sie gestalkt wurde und sich ihre männlichen Kollegen darüber lustig gemacht haben. Also sie dann öffentlich fragte, was die wohl sagen würden, wenn es ihre Mütter, Töchter oder ihre Frauen treffen würden, war die Antwort: "Du bist ja was anderes, also ist das egal."
Es ist immer wieder das gleiche Muster.
@kattascha Also: Männer sind das Problem? Ich frage, weil es in der Vergangenheit schon einige Gruppen gab, die "das Problem" waren. Interessant ist aber, dass es jetzt 50% sind. Vielleicht kommt bald jemand auf die 100%-Abtwort? Wahrscheinlich nicht, dann funktioniert das Othering nicht mehr.