»Wenn die Gewinne in einer Notsituation explodieren«, schreibt Isabella Weber, »besteht die Gefahr, dass die wirtschaftliche Stabilität und Widerstandsfähigkeit den Interessen der Unternehmen geopfert wird, die zufällig einen kritischen Sektor […] kontrollieren.« Wir dürfen diese Dynamik nicht einfach als Naturgesetz akzeptieren – denn das ist sie nicht. Es ist das Ergebnis politischer Entscheidungen darüber, wie viel Marktmacht großen Konzernen zugestanden wird. Das kann man ändern.
Gebraucht werden zum Beispiel eine strengere Regulierung der Finanzmärkte, um Spekulation mit Agrarrohstoffen zu begrenzen, und mehr Transparenz über die Preisbildung entlang der Lebensmittelketten. Nur wenn klar ist, welche Akteure in Krisenzeiten besonders profitieren, lassen sich gezielte politische Maßnahmen entwickeln – etwa Übergewinnsteuern, die Zerschlagung von Monopolen und strengere Wettbewerbsregeln. Selbst die konsequentere Durchsetzung bestehender Regeln wäre ein erster Schritt.
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