Täglich verwenden wir Redewendungen und häufig haben sie recht interessante Hintergründe. Hier eine kleine Auswahl:
.
.
.
#uniinnsbruck #uibk #philkultuibk #sprawiuibk #sprawi #linguistics
08/15: etwas mittelmäßiges, gewöhnliches oder standardisiertes. Ist ursprünglich ein deutsches Maschinengewehr aus dem ersten Weltkrieg. 08 steht für das Einführungsjahr des Ursprungsmodells MG 08, 1908, und für 1915, in dem das Modell weiterentwickelt wurde.
Die Redewendung kommt entweder davon, dass die Soldaten mit diesem Gewehr täglich ein immer gleiches Training abhalten mussten, dass die Qualität der Waffe sehr schlecht war und häufig Fehler aufwies oder dass durch die Standardisierung Einzelteile des Gewehres auch in alltägliche Dinge eingebaut werden konnten. Natürlich können auch alle drei Ansätze an der Entwicklung der Redewendung beteiligt gewesen sein.
Kein Blatt vor den Mund nehmen: eine Meinung deutlich vertreten oder sehr offen und direkt sprechen. Der Ausdruck kommt aus der Theatersprache. In der Antike wurde vor der Entwicklung der Maske ein Feigenblatt vor das Gesicht des Schauspielers gehangen, so dass dieser für seine Worte nicht zur Rechenschaft gezogen werden konnte.
Ins Gras beißen – sterben. Kommt ursprünglich aus der Soldatensprache bzw. wurde meist im Zusammenhang mit im Krieg sterbenden Soldaten/Kriegern verwendet. Vermutlich davon, dass schwer Verwundete vor Schmerzen buchstäblich ins Gras bissen.

Graue Eminenz: Eine einflussreiche Person, die allerdings nach Außen kaum in Erscheinung tritt und im Hintergrund Ratschlägen gibt und Meinungen bzw. Entscheidungen beeinflusst. Der Ausdruck geht auf den Beinamen des Kapuziners François Leclerc du Tremblay, Beichtvater und enger Berater von Kardinal Richelieu, zurück. Aufgrund seiner grauen Kapuzinerrobe erhielt du Tremblay den Beinamen „graue Eminenz“.

Kennst du weitere witzige Redewendungen?