RE: https://mastodon.social/@rpolenz/116176230920842301

#Wehrdienst ? Nicht für diesen Staat - kommentieren viele und dann folgt eine Liste, was alles schief laufe. Aber nur wenige könnten fliehen. Es müssen Menschen verteidigt werden, Frauen, Kinder, Alte. Und niemand von Euch sollte sagen: das werde doch nicht passieren. Das haben die Ukrainer auch gedacht, ehe sie von 🇷🇺 überfallen wurden. Und ihr Staat hat ganz sicher nicht besser funktioniert als 🇩🇪Wir müssen uns verteidigen können, damit wir uns nicht verteidigen müssen. #Wehrpflicht #Bundeswehr

@rpolenz

Erinnern SIe sich daran, dass es gute Gründe dafür gab, die Wehrpflicht auszusetzen? Übrigens während der Regierungszeit Ihrer Partei.

Sind diese Gründe weggefallen? Sind die Probleme bei der Durchführung einer gerechten Wehrpflicht gelöst?

Ich behaupte: nein. Im Gegenteil: Durch den Rückbau der Wehrpflichtstrukturen in Bundeswehr und Verwaltung wäre eine Wiedereinsetzung der Wehrpflicht z. Z. unmöglich, von einer Wehrgerechtigkeit ganz zu schweigen.

@baffi @rpolenz
Das erscheint mir als vermischte Themen. Die mangelhaften Fähigkeiten bei der Durchsetzung und Durchführung einer gerechten Wehrpflicht ist das eine.

Die sich drastisch veränderte Welt- und Bündnislage eine andere.

In der Aggression seitens Putins und ähnlicher Akteure keine Handlungsnotwendigkeit zu sehen wäre eine Naivität, die ich hier niemandem unterstellen kann.
Die verwendeten Argumente negieren oft die WP als einen der wichtigen Bausteine, was ich nicht verstehe.

@Nowhereman @rpolenz

Es gibt verschiedene Wege, ein Ziel zu erreichen. So könnte man als Reaktion auf Putins Aggression versuchen, endlich eine funktionierende europäische Verteidigungsstrategie (EU-Armee?) zu etablieren.

Man könnte auch den Dienst in der Bundeswehr deutlich attraktiver gestalten, indem man für erstklassige Ausstattung in jedem Bereich sorgt und lang gewünschte Veränderungen einleitet.

Man könnte den Beruf des Soldaten auch finanziell deutlich attraktiver machen.

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@baffi
Eine EU-Armee? In welchem Jahrzehnt? Wir brauchen die Leute morgen, und nicht 2040. Hast Du auch nur den Hauch einer Idee davon, wie komplex die Schaffung einer EU-Armee wäre? Welche Verfassungsänderungen und Verträge dafür nötig wären und wie lange sowas dauert? Und wenn wir die Armee dann haben, entscheidet die gerade nicht vorhandene belgische Regierung mit über ihren Einsatz oder wie? Und das soll dann Russland abschrecken? 🤡
@Nowhereman @rpolenz

@oneiros @Nowhereman @rpolenz

Eine Wiedereinsetzung der Wehrpflicht funktioniert auch nicht von heute auf morgen.

Außerdem ist eine EU-Armee ja auch nur eine Möglichkeit und eher ein langfristiges Ziel.

Vorher könnte man sich strategisch um Aufgabenteilung und Sicherstellung der gegenseitigen Verteidigungsverpflichtung kümmern.

Und über den Einsatz europäischer Streitkräfte müsste selbstverständlich das EU-Parlament entscheiden, wer sonst?

@baffi
Also ohne Kommission und ohne Rat, oder wie? Und warum sollte bspw. jemand wie Orban sowas wollen? Machen wir dann im Rat Mehrheitsentscheidungen gegen Deutschland über deutsche Soldatys?
@Nowhereman @rpolenz

@oneiros @Nowhereman @rpolenz

Natürlich ohne Kommission und Rat. Das EU-Parlament ist derzeit das einzige direkt gewählte Organ der EU und daher m. E. zuständig für den Einsatz gemeinsamer Streitkräfte. Außerdem kann die Eilbedürftigkeit solcher Entscheidungen kaum über das übliche EU-Verfahren abgewickelt werden.

Und ja, wenn eine ausreichende Mehrheit für den Einsatz der EU-Armee stimmt, dann müsste das natürlich auch gegen den Willen Deutschlands gehen.

@baffi
Diese Vertragsänderung wird es nicht geben.
@Nowhereman @rpolenz

@oneiros @Nowhereman @rpolenz

Ja, wahrscheinlich hast Du Recht.
Das heißt aber noch nicht, dass es nicht besser wäre als 27 einzelne Vollarmeen in Europa zu unterhalten und zu finanzieren.

Was hältst Du denn von meinem zweiten Vorschlag zur Vermeidung der Wiedereinsetzung der Wehrpflicht:
Verbesserung der persönlichen und Arbeitsplatz-Ausrüstung, der sozialen Einrichtungen für Soldaten und Erhöhung des Soldes (um so ausreichend Interessent*innen für die Berufsarmee zu finden)?

Bundeswehr, NATO, Zivilschutz (mit Thomas Wiegold) – WRINT: Wer redet ist nicht tot

@oneiros @Nowhereman @rpolenz

So, nun habe ich die Folge gehört.

Ich gebe zu, dass eine Wehrpflicht womöglich unumgänglich ist, wenn man eine sinnvolle Verteidigungsbereitschaft herstellen möchte.

Andererseits belegt die Folge auch deutlich meine Skepsis bezüglich einer zügigen Umsetzung dieser Maßnahme.

Da wir Lösungen aber bald (morgen, wenn ich Dich zitieren darf) brauchen, sollten wir vielleicht auch an der Attraktivität des Soldatenberufs (finanziell und materiell) arbeiten.

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@oneiros @Nowhereman @rpolenz
Sehr interessant fand ich den Nebenaspekt über den Zivil- und Katastrophenschutzes.

Als alter Rotkreuzler (aktiv von 1989 -2010) habe ich zugesehen, wie man in diesem Bereich sehr viele Strukturen sukzessive abgebaut hat.

Teils weil man nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion eben davon ausging, vieles davon nicht mehr zu benötigen.

Hauptsächlich aber schlicht aus Kostengründen und zur Effizienzsteigerung.

Das wieder aufzubuen wird auch ein langer Weg.

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