Massenhaft KI generierte Bücher und was ihr als Leser*innen tun könnt
(ein Thread)

Der Deadsoft Verlag hat gestern darüber berichtet, dass neuerdings massenhaft KI-generierte Bücher auf Amazon zu finden sind, die sich des durch „Heated Rivalry“ auch im Mainstream populär gewordenen Trends der MM Hockey Romances bedienen.

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#Lesen #Buch #Buchbubble #NoAI #Schreibcommunity

Der Verleger Simon Rhys Beck schrieb in seinem Beitrag:
„Eishockey Romance von Autorinnen, von denen ich noch nie gehört habe. Von Autorinnen, die keinen Social Media Account und keine Website haben. Titel, die - gerade erst erschienen - schon in 5 Sprachen übersetzt wurden. Eine ganze Reihe einer Autorin mit sehr ähnlich "gezeichneten" Bildern, bei denen in den Rezensionen steht "Lektorat hat wohl gefehlt", "schlecht übersetzt", "voller Widersprüche" ... etc.“

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Und das betrifft bei weitem nicht nur dieses Genre. Alle populären Genres sind betroffen, ebenso Kinder- und Jugendliteratur, bis hin zu Sachbüchern.

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#Literatur

Was könnt ihr tun (als Leser*innen)?

In diesen Zeiten gilt: Augen auf beim Bücherkauf.
🔷 Wirken Buchcover und Klappentexte auf euch deutlich KI-generiert? (Zugegeben, bei Bildern/Illustrationen ist das oft schwierig zu bewerten).
🔷 Gibt es auffällige Unstimmigkeiten aller Art in der Leseprobe (bei Amazon: „Blick ins Buch“)?
🔷 Haben die Autor*innen weder Social Media Profile, noch eine Webseite, oder andere Internetpräsenzen, auch nicht in Buchportalen oder einem Verlag?

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🔷Falls sie z.B. auf Amazon ein Autorenportraitfoto haben, könnt ihr noch einen Schritt weitergehen: Gebt das Foto in die Google Rückwärtssuche für Bilder ein, dann wird euch angezeigt, wo dieses Foto überall auftaucht. Ich habe schon von Fällen gehört, bei dem angebliche Autorenportraitfotos nichts anderes waren als Fotomotive aus einer Stockfotoagentur.

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Was aktuell fehlt, ist eine Kennzeichnungspflicht für KI-generierte Bücher und allgemein Regulierungen für den gesamten Bereich des KI-generierten Materials.

Und ja, ich weiß, die von mir genannten Schritte sind nervig und unter Umständen zeitaufwändig. Aber auf diesem Weg könnt ihr reale Autor*innen unterstützen und den KI-generierten Bücher ausweichen. Wenn ihr weitere Tipps habt, schreibt gern einen Kommentar.

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@amalia12 Nach relativ vielen deiner Kriterien wäre ich als No-Name-Selfpublisher ohne Instagram-Account und ohne Webseite (wegen Impressumspflicht + Doxxing-Gefahr) vermutlich auch schnell auf der Liste.

Dabei ist das Bild mit der blauen Rose sogar von mir persönlich geschossen worden (und im Originalfoto war sie rosa, nicht blau).
Die sieht man aktuell z.B. noch in meinem Wiki.
https://wiki.rothalin-stories.de/doku.php?id=start

start [Rothalin Wiki]

@viel_zu_negativ

Ja, ich weiß, dass meine Kriterien nicht überall zutreffen und einige Selfpublisher*innen keine Webseite etc. haben.
Aber wenn sich viele dieser von mir genannten Kriterien häufen, ist das nun mal zumindest tendenziell ein Hinweis darauf, dass eventuell keine realen Autorenperson hinter dem betreffenden Buch steht.

Dafür bist du ja immerhin im Fediverse unterwegs, was ja auch ein soziales Netzwerk ist.

@amalia12 Ich sehe das Problem schon selbst, aber mal ehrlich: Wo wurde denn der Beitrag gepostet, den du zitierst? In einem Millionärs*-Wohnzimmer? Hinter Registrierungsschranke via Newsletter?

Ich bin sowieso dabei, zu überlegen, ob ich überhaupt nochmal eine Öffentlichkeit an meinen trans-Ownvoice-Welten teilhaben lasse. Aber wenn's jetzt darauf hinausläuft, dass Verlage zur notwendigen Verifikationsinstanz werden, ist das für SP natürlich generell ein Problem.

*sry, Milliardär natürlich

@viel_zu_negativ
Du meinst das Zitat des Verlegers, Simon Rhys Beck? Er hat das auf Instagram gepostet. Oder meinst du etwas anderes?

Ansonsten kann ich noch diesen Beitrag empfehlen, der auch über das Problem berichtet:
"Wie KI-Bücher Amazon KDP überfluten und den Buchmarkt verändern"
https://buchmarkt.de/patrick-meier-amazon-ki/

Wie KI-Bücher Amazon KDP überfluten und den Buchmarkt verändern – buchmarkt.de

@amalia12 Ja, Instagram war meine Vermutung und exakt das, was ich mit Milliardärs-Wohnzimmern meinte.

Wer solche Infos schon nur innerhalb einer Bubble verteilt, die sich ebenfalls darauf geeinigt hat, sich nur noch in Spaces aufzuhalten, deren Regeln und Algorithmen US-Milliardäre aufstellen, wird doch niemals ernsthaft hingehen und mich als real ansehen, solange ich bloß in freien Spaces unterwegs bin.

Was für ein Problem LLMs sind, ist mir bereits bekannt, darum geht es mir nicht.

@viel_zu_negativ
Ich kann dazu nur sagen, dass die Buchbubble auf Instagram, auch bekannt als "Bookstagram", sehr groß ist (wesentlich größer als im Fediverse) und dass z.B. Kleinverlage wie der von mir genannte, darauf angewiesen sind, die Leute dort zu erreichen.
Dass Instagram als Meta-Unternehmen aus vielen, vielen Gründen bedenklich ist, das ist mir klar, darüber müssen wir nicht reden.
Ich würde mir wünschen, dass die Buchbubble hier größer wäre, aber das ist sie nun mal aktuell nicht.

@amalia12 Du hast nunmal auf Social Media als Verifikationsstelle hingewiesen, und da wir jetzt herausgearbeitet haben, dass mit diesem Begriff NICHT das Social Media hier inkludiert ist, auf dem wir uns gerade bewegen, wollte ich einfach mal klar benannt haben, dass wir alle hier erst "real" würden, wenn wir die Plattform wechseln sollten.

Und dass uns das betreffende Statement hier nichtmal direkt, sondern nur über Hörensagen zur Verfügung steht, veranschaulicht das einfach sehr gut.

@viel_zu_negativ

Also, was mich betrifft, sehe ich das Fediverse auch als Social Medium. Dass nicht alle Autor*innen hier aktiv sind, darüber haben wir ja nun schon geschrieben.

Es ist nicht böse gemeint, aber ich möchte das nun nicht weiter diskutieren, ich habe heute noch einiges vor, bei dem ich nicht nebenbei im Fediverse Toots tippen kann.
Ich wünsche dir ein schönes Wochenende.

@amalia12 Tja, wenn du nunmal eine Liste postest, die Leser*innen dazu auffordert, mich und andere Menschen wie mich künftig nicht als real existierenden Menschen und Autor, sondern als Maschine zu betrachten - und deine Reichweite ist beträchtlich größer als meine, weswegen das Menschen auch tun werden - musst du damit rechnen, dass ich das nicht toll finde.

@viel_zu_negativ
Das hat sie nicht getan.
Sondern sie hat Kriterien genannt, wie man KI-Bot-Werke identifizieren *KANN* und zwar anhand mehrerer Kriterien.
Und ich finde das hilfreich, bei der Menge an Slop.

Übrigens hatte ich letzthin ein Buch in der Hand, das von einer realen Person (mit Webauftritt und Insta) via KI geschrieben wurde. War auch Müll.
@amalia12