Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) findet ein Social-Media-Verbot bis 16 Jahre sympathisch. Viele Organisationen aus Kinderschutz, Wissenschaft und Pädagogik lehnen das Verbot allerdings ab – und warnen vor Schäden für Kinder und Jugendliche. Die Übersicht.

https://netzpolitik.org/2026/von-kinderhilfswerk-bis-lehrerverband-so-breit-ist-die-kritik-am-social-media-verbot/

Von Kinderhilfswerk bis Lehrerverband: So breit ist die Kritik am Social-Media-Verbot

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) findet ein Social-Media-Verbot bis 16 Jahre sympathisch. Viele Organisationen aus Kinderschutz, Wissenschaft und Pädagogik lehnen das Verbot allerdings ab – und warnen vor Schäden für Kinder und Jugendliche. Die Übersicht.

netzpolitik.org
@netzpolitik_feed Ich habe keine wissenschaftlichen Belege dafür, aber mein Bauchgefühl, mein Vatersein und meiner Wahrnehmung nach sollte es ein Verbot geben.

@losang_sherab @netzpolitik_feed

Es gibt inzwischen im Fachmagazin Nature (in der Wissenschaft eine der renommiertesten Zeitschriften) ein Untersuchung, die zeigt, dass Social Media (so wie von #ustech gestaltet) rechtsextreme Einstellungen fördert. Und ein Social Media Entzug danach nicht mehr dazu führt, dass sich die Einstellung "normalisiert"

Aber ja, gebt den Kindern bloß das Dope.... ist ja schließlich "Internet" und kein Alkohol...

Hier hat die #cdu ausnahmsweise wirklich mal recht.

@mmol @netzpolitik_feed Danke für das Feedback, es gab mal eine Studie in der nachgewiesen wurde wie der Medienkonsum bei Jugendlichen wohl die Struktur des Gehirns verändert-leider habe ich den Link gerade nicht zur Hand. Aber es war schon erschreckend wie wirksam die neuroplastiziät von den Techbros und Sisters instrumentalisiert wird um eine Abhängigkeit zu generieren.....

@losang_sherab

Ja, davon hab ich auch schon gehört. Da es aber keine Substanz ist, ist es offenbar für viele nicht greifbar. Andererseits dürfen Kinder ja auch nicht unter 18 in Spielcasinos. - Ich habe allerdings auch das Gefühl, dass die vehementesten Verfechter oft selbst ziemlich stark "am Tropf" hängen.

@netzpolitik_feed

Smartphonesucht hinterlässt suchtähnliche Spuren im Gehirn

Smartphonesucht: Weniger graue Substanz, veränderte Hirnnetzwerke und messbare Effekte schon nach 72 Stunden Verzicht.

Forschung und Wissen

@losang_sherab danke für den sehr interessanten Link, aber ist das der Richtige? In dem Artikel geht es um Smartphonesucht, und nicht um Medienkonsum oder die Nutzung von (A)Social Media.

@mmol @netzpolitik_feed

@pantaRhei @mmol @netzpolitik_feed Ich würde sagen ja, da es nach meiner(!) Lesart direkt miteinander korreliert. Oder liege ich falsch mit meiner Annahme?

@losang_sherab TL;DR ja, junge (und auch alte!) Menschen müssen vor den bewusst süchtigmachenden Technologien der „neuen Medien“ geschützt werden, aber ohne dadurch die kritische Auseinandersetzung mit den Inhalten (und dadurch das Lernen und Wachsen) auszuschalten.

Der Artikel geht auf „wiederkehrende Reize, Gewohnheiten und Belohnungserwartungen“ ein, die eine suchtartige Veränderung der Hirnstrukturen bewirken. Das ist definitiv auch ein Aspekt von (A)Social Media, aber nicht der Einzige.

Soweit ich mitbekommen habe, zielen die Verbotsvorschläge entweder auf die schwammige Phrase „psychische Gesundheit“, oder es geht um die Kontrolle von (bzw. den „Schutz vor“) Inhalten, denen junge Menschen „im Internet“ ausgesetzt sind.

Vereinfacht könnte man sagen, es werden in den Vorschlägen „Zappelbilder und Doomscrolling“ mit „einfach konsumierbaren, menschenverachtenden Inhalten“ verquirlt, und ein Verbot des (Medien)Konsums als Lösung präsentiert.

Dieser Ansatz greift definitiv zu kurz und führt eher zu einem massiven Kollateralschaden an der Gesellschaft, als daß er nutzt.

Imo. müssen die Plattformen durchaus reguliert werden, um ihre Angebote „suchtfaktorfrei“ zu gestalten - dadurch verschwinden aber die menschenverachtenden Inhalte nicht.

Um das zu bewirken, braucht es imo. keine Verbote, sondern einerseits Respekt, Toleranz und Offenheit in den Köpfen derjenigen, die solche Inhalte erstellen und teilen sowie andererseits Kenntnisse über Funktion und Wirkmechanismen dieses „Neurohacking“ als „mediales Rüstzeug“ für alle Menschen.

@mmol @netzpolitik_feed

@mmol @losang_sherab @netzpolitik_feed Nein, die #CDU weigert sich wieder mal, das eigentliche Problem anzugehen. Wieso sollten Erwachsene von diesen Brutstätten des Rechtsextremismus beglückt werden? Was verboten gehört sind a) die undurchsichtigen und asozialisierenden Algorithmen, und zwar für alle, und b) dass überhaupt Überreiche so ein Monopol auf öffentliche Marktplätze der Ideen besitzen dürfen. Also: verbietet Algorithmen und enteignet Musk und Zuckerberg.

Das schützt dann nicht nur die Kinder. Schaut euch doch um: glaubt ihr, eure erwachsenen Mitmenschen können vernünftig mit Naziplatzformen umgehen?

Im Übrigen fordert ihr mit solchen Altersgrenzen natürlich, dass ihr selbst euer Alter nachweisen müsst. Anonym geht das mit der CDU sicher nicht.

@skaphle @mmol @netzpolitik_feed danke für diese nachdenkenswerten Argumente.
🙏
@losang_sherab @netzpolitik_feed Das ist auch mein Problem. Das Verbot an sich wäre gut. Die Politik wird nur leider keine Lösung wollen, die nicht alles verschlimmert.

Die nicht von allen Erwachsenen verlangt, im Netz gläsern zu sein und jedem Forum, jedem Online-Spiel, jeder Fediverse-Instanz ihren Ausweis zu zeigen oder sich KI-Monitoring zu unterziehen.

Die nicht von allen Plattformbetreibern verlangt, teure Verträge mit Big Tech für eben dieses KI-Monitoring abzuschließen - was dann auch Big Tech die Möglichkeit gibt, jegliche Konkurrenz auszuschalten: "mit euch machen wir keinen Vertrag mehr, auf eurer Website gibt es Artikel gegen Donald".

Wie würde ich es denn wollen? Mein Gegenvorschlag:

- Verbot ja.
- Umsetzung durch die Eltern.
- Nicht-Beaufsichtigen der Kinder, die soziale Medien nutzen, ist Verletzung der Aufsichtspflicht nach § 832 BGB und § 171 StGB.
- Wie beaufsichtigt wird, entscheiden die Eltern, und sofern "nichts passiert ist", wird den Eltern geglaubt.
- Umgehung der Aufsicht kann notfalls nach Jugendstrafrecht geahndet werden, und fällt nicht auf die Eltern zurück.

Um die Aufsicht der Eltern zu erleichtern, wird eine Schnittstelle für Jugendschutzsoftware gefordert (habe meinen vorherigen Vorschlag etwas verfeinert):

- Jugendschutzsoftware muss Do-Not-Track-Header setzen.
- Seiten müssen bei vorhandenem Header jegliches Tracking zu Content-Empfehlungs- und Werbe-Zwecken abschalten.
- Seiten müssen einen Deskriptor bereitstellen über den auf der Seite vorhandenen Inhalt (wie age-de.xml damals). Jetzt auch mit Spezialfeldern für soziale Medien und Moderationsregeln.
- Jugendschutzssoftware liest diesen Deskriptor und verweigert Zugriff, wenn der Nutzer unter 14 ist und es sich um soziale Medien handelt.
- Ist der Nutzer unter 16, setzt Jugendschutzsoftware einen zusätzlichen Header, der den Jugendmodus aktiviert.
- Plattformen, die den Anforderungen dieses Modus immer entsprechen, müssen den Header nicht auswerten.
- Eltern dürfen die Schutzsoftware ausschalten oder gar nicht erst installieren, wenn sie dafür sorgen, dass Aufsicht anderweitig stattfindet (z.B. in Person, oder auch nachträglich durch Gespräch o.Ä.).
- Sämtliche Protokolle hier sind offen und trivial implementierbar.
- Eine FOSS Cross-Browser-Extension (mit der gemeinsamen Schnittmenge von Chromes und Firefox's Extension-API) wird bei Inkrafttreten bereitgestellt.

Betreiber müssen also nur eine Datei auf ihrem Server abzulegen. Und im Falle des Fediverse könnte man über administrative NSFW-Filter nachdenken: der Deskriptor könnte die Information enthalten, dass NSFW-Kontent von einem gewissen Schweregrad immer vorhanden ist, und ab einem höheren Schweregrad per HTTP-Header herausgefiltert wird - die Software kann dann entscheiden, den Header zu setzen, je nach lokal eingetragenen Grenzwerten. Minimale Änderungen für jede Software.