@losang_sherab TL;DR ja, junge (und auch alte!) Menschen müssen vor den bewusst süchtigmachenden Technologien der „neuen Medien“ geschützt werden, aber ohne dadurch die kritische Auseinandersetzung mit den Inhalten (und dadurch das Lernen und Wachsen) auszuschalten.
Der Artikel geht auf „wiederkehrende Reize, Gewohnheiten und Belohnungserwartungen“ ein, die eine suchtartige Veränderung der Hirnstrukturen bewirken. Das ist definitiv auch ein Aspekt von (A)Social Media, aber nicht der Einzige.
Soweit ich mitbekommen habe, zielen die Verbotsvorschläge entweder auf die schwammige Phrase „psychische Gesundheit“, oder es geht um die Kontrolle von (bzw. den „Schutz vor“) Inhalten, denen junge Menschen „im Internet“ ausgesetzt sind.
Vereinfacht könnte man sagen, es werden in den Vorschlägen „Zappelbilder und Doomscrolling“ mit „einfach konsumierbaren, menschenverachtenden Inhalten“ verquirlt, und ein Verbot des (Medien)Konsums als Lösung präsentiert.
Dieser Ansatz greift definitiv zu kurz und führt eher zu einem massiven Kollateralschaden an der Gesellschaft, als daß er nutzt.
Imo. müssen die Plattformen durchaus reguliert werden, um ihre Angebote „suchtfaktorfrei“ zu gestalten - dadurch verschwinden aber die menschenverachtenden Inhalte nicht.
Um das zu bewirken, braucht es imo. keine Verbote, sondern einerseits Respekt, Toleranz und Offenheit in den Köpfen derjenigen, die solche Inhalte erstellen und teilen sowie andererseits Kenntnisse über Funktion und Wirkmechanismen dieses „Neurohacking“ als „mediales Rüstzeug“ für alle Menschen.
@mmol @netzpolitik_feed