@Volksverpetzer
Zunächst muss ich feststellen, dass auch du weder ein ernsthaft nachvollziehbares Argument gegen ein Verbot nennst, noch einen Lösungsvorschlag bietest, der nicht von der Güte der Big Tech Unternehmer abhängt und sich deswegen auch über Regulierungen nur totlachen können.
In diesem Zusammenhang empfehle ich dir und allen anderen sich den Podcast von Deutschland Funk Nova anzuhören, in dem Martin Andree (Medienwissenschaftler) u.a. auch Vorschläge macht, wobei ich den folgenden ganz besonders gut finde:
Er sagt, die Tür steht offen, wir können einfach gehen.
Aber nicht nur wir können ins Fediverse gehen, sondern wir können auch unsere Kinder, Enkel*innen, Tanten, Onkel, Freund*innen, Bekannte, Kolleg*innen, Kund*innen, Schüler*innen, Studierende, Mitglieder, ... mitnehmen.
Aber auch dann gibt es viel Geschrei, weil "wir" ja z.B. bereits 30.000 Follower*innen haben, Tante Berta und Parteifreund Heini ja auch auf X, Instagram, WhatsApp, Signal und Facebook sind.
Außerdem müssten wir uns ja an was Neues gewöhnen und das geht schon mal gar nicht. Überhaupt: Alles muss immer so bleiben wie es ist, natürlich auch dann, wenn sich immer alles auch geändert hat, aber das ist selbstverständlich irrelevant. Basta.
Aber wenn wir mal ganz ehrlich zu uns selber sind, dann geht es uns bei dem Aufschrei über das Verbot weniger darum, dass den Kindern und Jugendlichen etwas verboten werden soll, dass sich die Politiker*innen bequem hinter Verbotsforderungen verstecken, sondern vielmehr darum, dass unser eigenes Handeln eingeschränkt werden soll, weil (andere) Erwachsene leider nur ihr eigenes Wohl im Blick haben, aber eben nicht das Wohl der Kinder und Jugendlichen.
Denn wenn ein solches Verbot kommen würde, dann müssten die Erwachsenen ihre Identität auf den Tisch legen.
D.h. bei der ganzen Diskussion geht es m.E. im Wesentlichen um die Einschränkungen, die die Erwachsenen und Unternehmen bei einem solchen Verbot hinnehmen müssten, nicht wie gerne auch suggeriert wird, um die Rechte der Kinder und Jugendlichen.
Übrigens:
Ein Verbot würde nicht, wie behauptet, das Problem auf die individuelle Ebene verlagern, sondern im Gegenteil sowohl den Kindern und Jugendlichen selbst als auch ihren Eltern die Entscheidung abnehmen, ob sie selbst einen solchen Zugang haben wollen oder ihren Kindern einen solchen ermöglichen wollen, können oder müssen - oder eben auch nicht.
Hashtags:
#BigTech #SocialMedia #SocialMediaVerbot #Kinder #Jugendliche #Gruene #Grüne

Digitalokratie: Mit dem Fachwort beschreibt Medienwissenschaftler Martin Andree, wie Techkonzerne mit ihrer Macht im Netz Demokratie zerstören.
Ich sehe das auch so. Bin kein Freund des Verbots oder Regulierung, aber wir müssen uns die Frage stellen wo die Gesellschaft versagt hat das Medium verantwortungsvoll zu nutzen.
Besser gefallen würden mir Moderationspflichten. Aber diese durchzusetzen und Maßstäbe zu definieren ist wohl zu schwer...