@stralau
„Dort gelangte nun die alte Trennung von »Kämpfern« und »Opfern« wieder zu neuen Ehren und wurde nun auch mit materiellen Konsequenzen gewürdigt: Kämpfer, die das um fünf Jahre herabgesetzte Pensionsalter erreicht hatten oder invalide waren, sollten eine Ehrenpension in Höhe von monatlich 800 Mark erhalten, für Opfer waren demgegenüber lediglich 600 Mark vorgesehen. Sofern Juden also nicht Träger der »Medaille für Kämpfer gegen den Faschismus 1933–1945« waren, mußten sie sich mit dem minderen Status und entsprechender Pensionsberechtigung des Opfers begnügen. Mau muß dabei allerdings hervorheben, daß die Höhe der Ehrenpensionen gemessen an DDR-Normalrenten exorbitant hoch war; bis 1989 waren die Ehrenpensionen auf 1800 Mark für »Kämpfer« bzw. 1600 Mark für »Opfer« angestiegen.“
Goschler, Constantin. 1993. Paternalismus und Verweigerung — Die DDR und die Wiedergutmachung für jüdische Verfolgte des Nationalsozialismus. In Benz, Wolfgang (ed.), Jahrbuch für Antisemitismusforschung, vol. 2. Frankfurt/Main: Campus-Verlag.
Das sind die Fakten. 200 Mark sind bei einem Gesamtbetrag von 1600 Mark dann auch egal. Das ist irre viel Geld gewesen in der DDR. Wüsste nicht, was man damit hätte anfangen sollen.
Und viele der jüdischen VVN waren ja auch aktiv im Widerstand gewesen. Zählten also zur Kategorie Kämpfer.
Die VVN konnten fünf Jahre eher in Rente gehen, die Kinder wurden bei Studien- und Ausbildungsplätzen bevorzugt. Sie haben leichter Wohnungen bekommen. Das steht alles in der Literatur.
Es gab jüdische Kinderferienlager, es gab Jüd*innen in allen Leitungsebenen, überall in der Gesellschaft. Medien, Betriebe, Verwaltung, Regierung.
@WolfgangPomrehn @danielaKay