@kattascha Als Person die nicht durch die Pubertät als junges Mädchen gegangen ist: Auch ich habe mitbekommen, wie einige der erwachsenen Männer sich benahmen. Und es sollte niemanden wundern, nur einige haben's verdrängt (weil es sie nicht betraf) oder sogar als Vorbild genommen. Niemand kann sagen "das hätte ich mir nicht vorstellen können". Das passiert ja alles nicht unbedingt besonders verdeckt. Dafür fühlen die alle sich zu sicher.
Hinzugekommen ist lediglich, dass ich mittlerweile auch Ziel bin.
@kattascha Jupp.
Ich bekomm immer wieder Videos uä zum Thema, meist mindestens mit großen Augen, eher aber mit Entsetzen, Abscheu etc & muss idR fast immer schon mit den Schultern zucken weil 'wir' halt wissen, was Menschen mit Vagina so passieren kann & tagtäglich passiert. Allein ich hab fast ein Dutzend Frauen mit Verg*hintergrund kennengelernt, eine davon wurde als Kind (!) mehrere Jahre...
Von Übergriffen, sprachlich wie handgreiflich, will ich gar nicht erst anfangen.
Wir wissen.
@kattascha Wir sind im gleichen Alter, haben den gleichen Bildungsabschlusssabschluss und kommen aus einem ähnlichen Milieu.
Früher fand ich es furchtbar, wie sich ältere Herrschaften gegenüber meinen Mitschülerinnen verhalten haben, bin aber dem Irrglauben aufgesessen, dass mit meiner Generation alles gut wird.
Möööööp. Männliche Ärsche wachsen nach.
@kontrollierterWahnwitz @kattascha
"Männliche Ärsche wachsen nach."
Danke.
Das wird mir jetzt erst klar, warum so viele Männer zum alkoholischen Lebertraining gehen.
Sie glauben, die regenerative Kraft der Leber auf den Arsch zu übertragen.
Nun -
es funktioniert anscheinend -
auf gewisse Weise.
@kattascha Die hält sich auch bei mir als Mann in Grenzen einfach aus der Erfahrung heraus, dass absolute Macht absolut korrumpiert.
Ob es den systematischen Missbrauch von Mädchen oder um das Massenabschlachten der eigenen Bevölkerung in einem sinnlosen Krieg geht … Die Empathielosigkeit fühlt sich ähnlich an.
Für mich hat das auf Opfer-Seite wenig mit Männern oder Frauen zu tun, abgesehen von der Tatsache, dass die Täter meistens Männer sind.
@konosocio @kattascha Das ist hier nicht der Punkt. Es geht drum, dass Frauen nicht erstaunt sind, dass Frauen Opfer werden.
Klar, das ist eine Alltagserfahrung.
Ich sagte: wenn man hinguckt, werden auf andere Art (aber genauso geringschätzig) auch Männer Opfer.
Also werden Menschen auf unterschiedliche Art Opfer (wenn man sich die russischen Foltermethoden anguckt, übrigens auch oft sexuell).
Mein Schluss: mächtige Männer quälen und töten am Ende alle weniger mächtigen Menschen.
@kattascha hab vor allem nie verstanden wie Männer keine echte (vs. theoretische) Empathie dazu haben. Auch CIS-Männer haben Übergriffe erlebt, über die sie relaten könnten - der Tätschler auf den PO, sobald man in die Pubertät kommt ist kein Einzelfall und beginnt beim vermeintlich harmlosen Zwicken in die Wange als Kleinkind.. Genug Beispiele über die, wenn auch in Intensität und Struktur unterschiedlich, related werden könnte.
In meinem engeren Umfeld dankenswerterweise kaum Thema. In größeren Gruppen muss mein S/O dann aber doch immer wieder Brücken schaffen, bevor die Herren der Runde aufhören so zu tun, als würde sie das alles nur theoretisch - oder eigentlich garnicht - angehen.
So bleibt es dann immer wieder ein reines "Frauenthema", mit dem Mann im besten Fall theoretisch zu tun hat - quasi der moderne Buchclub der Partnerin. Uff.
</2cent>
Edit PS: hoffe es ist OK wenn ich mich mit einer CIS-mann-perspektive einbringe. Wenn nicht erwünscht, dann bitte einfach ignorieren.
@ente das ist nicht mutually exclusive. In meinem persönlichen (bzw beschriebenen/konkreten) Fall hat es aber vor allem damit zu tun wem Raum und Gehör verschafft wird.
Ich bin ein relativ großer Mensch mit tiefer Stimme und ziehe daher die Aufmerksamkeit (wenigstens von Männern) stärker an. Mein S/O ist auch gegenüber dem Durchschnitt klein und hat eine hohe Stimme. Deshalb halte ich mich in solchen Situationen - abgesprochen - im Hintergrund.
Bemühe mich deine Frage als aufrichtig interessiert und nicht als primär herausfordernd zu sehen. Fühle mich aber, als würde mir was echt Ungutes unterstellt werden. Bitte nicht. Wäre schade.
@AwkwardTuring
Danke für die Antwort. Ehrlicherweise war ich ein bisschen herausfordernd, aber trotzdem interessiert.
In der ursprünglichen Antwort hatte es für mich ohne Kontext - Brücken Bauen kann ja sehr viel sein - den Eindruck, dass du das deiner SO überlassen hast. Dabei braucht es ja auch gerade die cis-Männer, die anderen cis-Männern ihr unangenehmes Verhalten spiegeln, um eine bessere Atmosphäre für alle zu schaffen. Für mich ist es auch emotionale Arbeit und nicht nur "Frauensache".
@ente this. Sehe ich auch so. Hat aber immer wieder den oben genannten Nachteil, dass damit weiter Männer darüber reden was Frauen brauchen könnten .. halte feministisch interessierte Männer kaum noch aus, die über die Interessen von Frauen schwadronieren, während buchstäblich eine (einzige) Frau am Tisch sitzt.
Soll heißen: meine beste Antwort ist sich im vis-a-vis und Vertrauen auszumachen, wie man solche Situationen meistern möchte. Egal ob im Kontext von Beziehung, Freundschaft oder kollegialer Zusammenarbeit.
Schwierig, alles.
@kattascha Meine eignen doofen Erfahrungen stehen auf dem einen Blatt. Damit kann ich umgehen.
Viel schlimmer ist aber, dass ich eine hübsche rothaarige* Tochter habe und ich heulen könnte bei dem Gedanken, was sie sich in ihrem Leben noch alles wird anhören müssen. Und außer sie sehr stark zu machen, kann ich sie nicht wirklich schützen.
(*"rostiges Dach, feuchter Keller")
Ich glaube auch, dass wir alle mindestens unbewusst schon früh gelernt haben, dass es auf Macht ankommt. Wir wissen, bei welchen Leuten man uns eh nicht glauben würde oder welche Leute selbst so machtlos sind, dass wir wenig zu fürchten haben. (Und wie sehr das von Kontext und sehr häufig _anderen Männern_ abhängt.)