Mir wird derzeit wieder verstärkt geraten, mich in Sachen Barrierefreiheit & Inklusion nicht mehr zu engagieren, weil es eh nichts brächte & mich nur Zeit & Kraft koste.

Stimmt.

Und dann?

Probleme verschwinden nicht, wenn man sie ignoriert. Diskriminierung & Ableismus würden nur noch mehr zunehmen, blieben sie unwidersprochen.

Schweigen ist bequem, aber keine Lösung, sondern Teil des Problems.

Deshalb sollten viel mehr Leute laut werden & Betroffene nicht allein lassen.

#Ableismus

@AnyaKarl Bitte dran bleiben... ich muss dazu noch sagen, dass ich es ziemlich ungerecht finde, wenn den Betroffenen auch noch der mühsame Kampf für Inklusion aufgebürdet wird...

@JoernPaulini
Das ist es.

Leider ist es aber nicht nur der mühsame Kampf. Dazu kommt auch noch, wie herablassend sie in sehr vielen Fällen behandelt werden, wenn sie lediglich um Unterstützung bitten, um gleichberechtigt (oder wenigstens irgendwie) teilhaben zu können.

Wenn sie nicht direkt ignoriert werden, wird ihnen immer wieder vermittelt, dass sie eine Belastung seien, und selbst die einfachsten Formen der Barrierefreiheit werden sehr häufig verweigert oder ständig unnötig diskutiert.

@AnyaKarl Absolut... ich hab eine in Deutschland ansässige Europäische Institution versucht zu überzeugen, einen Behindertenbeauftragten zu akzeptieren... na ja... wir hatten noch nicht mal genügend geeignete Toiletten, ganz zu schweigen von allen möglichen anderen Mängeln in Sachen Barrierefreiheit...

@JoernPaulini Ja, sehr häufig könnte man glauben, es gibt gar keine Behinderten, wenn man mal überschlägt, wie es allgemein, leider auch bei Neubauten, um die Barrierefreiheit bestellt ist.

Nicht wichtig genug, zu teuer oder aufgrund der Gegebenheiten halt leider gerade nicht umzusetzen, so endet es meist, bevor es überhaupt angefangen werden konnte.

Danke für deinen Versuch!

@JoernPaulini @AnyaKarl Das ist so traurig aber leider total verbreitet. Sind vor einem Jahr in ein neues Bürohochhaus gezogen und die Kaffeeküche ist in jedem Stockwerk auf einem Podest. Mehrere Kollegen sind schon mit heißen Getränken gestolpert. Und einer der beiden Ausgänge hat Stufen ohne Rampe. Wer die nicht nehmen kann, muss halt um das ganze Gelände herum 😢

@coatilex @JoernPaulini @AnyaKarl

Wir ziehen auch bald um. Von Barrierefreiheit ist dort nicht die Rede, und als ich das ansprach, hieß es nur, ach, alles schwierig schwierig im Bestand (das Gebäude ist keine 20 Jahre alt, das *muss* gehen)

@AnyaKarl
Was sind das für Flachpfeifen, die so nen Quark empfehlen??
*kopfschüttel*
@fasnix Es sind ganz verschiedene Arten von Menschen: von sehr ignoranten bis hin zu sehr lieben, die sich einfach große Sorgen um mich und meine Gesundheit machen.
@AnyaKarl
Ok, "aus Sorge um Deine Gesundheit" - das verstehe ich natürlich, und die meine ich dann auch nicht mit "Flachpfeifen" :)
@fasnix Alles gut :) Sind ja auch genug von denen dabei.

@AnyaKarl geht mir mit Veganismus genau so.
Als ich das Thema in einer Gruppe mal angesprochen habe hieß es ich solle das lassen.
Wenn ich Leute für das Thema begeistern wolle solle ich mir n Social Media Kanal dafür machen aber das im privaten raus lassen.

Hab noch nie jemanden in linken Kreisen gehört der gesagt hat Rassismus solle man erst mal sein lassen und die Leute nicht damit nerven.

Aber auf Barrierefreiheit achten oder seinen Konsum umstellen ist halt anstrengend 🤷

@lkwtelefon
Zustimmung von hier.

Da passt jetzt sehr gut, dass ich mich auch für Veganismus engagiere. Offensichtlich habe ich einen Hang zu Themen, mit denen man sich so richtig unbeliebt machen kann. Wenn schon Außenseiter, dann so richtig und mit Anlauf.

Wobei die negativen Reaktionen beim Veganismus nicht weniger erschreckend, aber oft deutlich aggressiver sind.
Der Grund liegt auf der Hand. Im ersten Fall müssten Privilegierte etwas zusätzlich tun, im zweiten aber Gewohntes eliminieren.

@AnyaKarl zudem ist es immer schwerer wenn man nicht betroffen ist (bin able bodied und kein Nutztier).
Wenn eine betroffene ein Thema anspricht dass die Leute nicht auf dem Schirm haben gibt es immer mehr Verständnis.
Keiner mag sagen "Doch, es ist gut & richtig dass wir dich ausbeuten. Das hat Tradition und ist gesund"
@AnyaKarl Bitte dranbleiben! Ich war im Sommer bei einer Verwaltungskonferenz bei einem Vortrag zum Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG). Der Raum war brechend voll! Keine Sitzplätze, viele standen. Viele fangen an zu verstehen, welche Konsequenzen etwa unreflektierte Einführung von Touchscreens bedeutet.
@JanOcz Danke, das klingt gut. Und Touchscreens sind in vielerlei Hinsicht so ein gutes Beispiel für das Gegenteil von Barrierefreiheit.
@AnyaKarl Ich glaube, die Arbeitsebene ist an vielen Stellen schon überzeugt, jetzt muss es zu der Führungsebene durchdringen, damit entsprechend auch Geld fließt – egal ob Wirtschaft, Zivilgesellschaft oder Verwaltung.

@AnyaKarl
@JanOcz

Vor allem sind manche Touchscreens so unübersichtlich, dass selbst eigentlich ansonsten fähige Personen Mühe haben, sich zurechtzufinden. Manchmal möchte ich sagen: Entweder macht eine gescheite UX/UI Idee hängt Gleichmaß eine Gebrauchsanweisung mit auf. Der eine Carrè four hat Selbstbedienungskassen mit Touchscreen. Aber die Benutzerführung ist einfach nur schrecklich und alles andere als selbsterklärend. Da stelle ich mich freiwillig lieber an die klassische Kasse

@AnyaKarl

Du bist nicht allein

@AnyaKarl ich wage mal den Widerspruch mit "stimmt nicht!"- zumindest bei dem "bringt nichts".

Es wird oft davon ausgegangen, dass keine spürbare Veränderung bedeuten würde, dass es nichts brächte. Das ist einfach nicht wahr.

1. Veränderung muss massiv und recht öffentlichkeit sein, um spürbar zu werden. Viele kleine Erfolge werden aber nur selten wahrgenommen.
2. Veränderung muss kein Indikator sein, stillstand kann auch "kein Rückschritt" bedeuten. (Manchmal traurig, aber dennoch relevant)

@AnyaKarl Es mag stimmen, dass die Welt nie vollumfänglich barrierefrei sein wird, dass umfassende Barrierefreiheit eine Utopie sei - das ändert aber absolut nichts daran, dass Mensch das trotzdem anstreben kann und sollte. Das Ergebnis ist ja kein binäres "ganz oder gar nicht".

Alternativ sollten wir jede Form von (politischen) Bestrebungen dringend und sofort einstellen, bringt doch alles eh nichts. /s

@AnyaKarl und es mögen "ganz liebe Menschen" sein, aber ich halte da sehr viel von fragen und Eigenverantwortung respektieren. Ich mag diese "gut gemeinten Tips" einfach nicht - völlig egal, zu welchem Thema...

Manche meinen aus irgendeinem Grund, dass sie besser wüssten, was gut für andere sei - und liegen damit einfach oft falsch (und handeln dabei recht übergriffig, egal ob bewusst/gewollt oder unbewusst/-gewollt).